Autos sind am Oberacherner "Bienenbuckel" unerwünscht. | Foto: Michaela Gabriel

Sperrschilder werden ignoriert

Bald Schranken am „Bienenbuckel“ in Oberachern?

Anzeige

Von Michaela Gabriel

Wird die Zufahrt zur Aussichtsplattform am Bienenbuckel im Acherner Ortsteil Oberachern mit Schranken gesperrt? Es gibt handfeste Gründe, warum der örtliche Heimat- und Verschönerungsverein (HVO) diese Forderung stellt.

Liebespärchen sind nicht das Problem

Liebespärchen, die sich dort oben unter anderem an der schönen Aussicht erfreuen, sind nicht unbedingt das Problem. Aber der Auto-Tourismus auf den Acherner Hausberg hat Schattenseiten. Wenn zum Beispiel drei Autos auf einmal runter wollen, zwei hochfahren und dazu noch ein Traktor mit Hänger am Wegrand parkt. Oder wenn nach der Party am Jockele-Guck an den Felsen zerschlagene Flaschen den Platz verunstalten. Oder wenn der Wind zurückgelassene Trinkbecher in den Rebzeilen verteilt. Das alles hat Richard Busam vom ehrenamtlichen Arbeitsteam des Heimat- und Verschönerungsvereins schon erlebt: „Einmal waren während meiner Aufräumarbeit acht Fahrzeuge oben.“

Bekannt und beliebt ist der „Bienenbuckel“ in Oberachern für seine herrliche Aussicht. | Foto: Michaela Gabriel

Rebzeilen blockiert

Die Winzer können von den Begleiterscheinungen des Pkw-Tourismus ebenfalls ein Lied singen. Bernhard Früh zum Beispiel berichtet, dass Rebzeilen von parkenden Autos blockiert werden. Leere Flaschen und Pizzaschachteln haben Sonja Doll und Katharina Graf schon aufsammeln müssen, ebenso Klaus Doll, der Reben beim „Müller Franze Hiesl“ bewirtschaftet.

„Publikumsverkehr auf vier Rädern“

„Nicht nur der Bienenbuckel, auch der Oberacherner Wald hat sehr viel Publikumsverkehr auf vier Rädern“, weiß Forstrevierleiter Gerhard Bruder. Sein Vorschlag wäre, den letzten Anstieg zur bald überdachten Aussichtsplattform mit einer Schranke abzusperren. Weiter unten schon zuzumachen, würde zu viele Winzer in ihrer Arbeit behindern, meint er. Zusätzlich sollten aus seiner Sicht die Zufahrt zur Lourdes-Grotte mit einer Schranke verwehrt werden und der Wald hinter dem Imkerlehrstand. Im Mösbacher Wald sei dies üblich. Die Schlüssel für Selbstwerber, die Holz machen wollen, würden von der Ortsverwaltung verwaltet. Weitere Beispiele für Schranken gegen unbefugten Pkw-Tourismus gebe es an Unterstmatt, an der Zufahrt zum SWR-Turm und am Mummelsee.

Schnelle Radfahrer

„Die Autos kommen meistens, wenn wir fertig sind“, erklärt Winzer Franz Maier-Hipp aus Oberachern. Ihn störe der Müll, den sie hinterlassen. Wenn er hinter sich jedes Mal eine Schranke schließen müsste, wäre das für ihn nicht praktikabel, sagt er. „Ich weiß nicht, wie das funktionieren soll“, sagt Klaus Doll, der oft am Bienenbuckel arbeitet. Tagsüber seien eher die Fahrradfahrer ein Problem, die viel zu schnell über den Rebbergweg fahren. Und Bernhard Früh benennt als großes Ärgernis für die Winzer noch die Hundehaufen, mit deren Gestank in der Nase man dort arbeiten müsse.

„Grundsätzliche Frage“

Die Stadtverwaltung steht dem Vorschlag offen gegenüber, „Pkw-Tourismus“ zu unterbinden. „Wir sehen eine grundsätzliche Frage für den Kommunalwald insgesamt“, teilt Oberbürgermeister Klaus Muttach auf Anfrage mit. Er kündigt Beratungen in den zuständigen Gremien des Gemeinderates an. Insbesondere müsse man nicht nur die Winzer, sondern auch die Waldbewirtschafter und Jagdberechtige mit Schlüsseln für die Schranken versorgen und die organisatorischen Fragen lösen, etwa wer die Schranken wieder schließt.