Das Acherner Krankenhaus hat von 2030 an voraussichtlich ausgedient: Dan geht das Gebäude an die Stadt zurück - falls der Neubau bis zu diesem Zeitpunkt fertig ist. | Foto: Keiper

Einigung über Grundstück

Beginnt der Bau des Acherner Krankenhauses bereits 2024?

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Der Bau des neuen Acherner Krankenhauses kann mit Glück bereits im Jahr 2024 beginnen. Dies bestätigte Klinik-Geschäftsführer Christian Keller am Dienstag in einem Pressegespräch in Offenburg.  Stadt, Klinik und Kreis haben sich bereits auf einen städtebaulichen Vertrag für die Überlassung des erforderlichen Grundstücks geeinigt. Bei einem Baubeginn im Jahr 2024 hätte der Kreis einen kommoden Zeitplan: Keller rechnet mit einer Bauzeit von drei bis vier Jahren, die Fertigstellung des Hauses ist wie berichtet für 2030 anvisiert. Der Neubau des Acherner Krankenhauses wurde im Zuge der so genannten Agenda 2030 erforderlich: Der Kreis schließt mittelfristig seine Häuser in Oberkirch, Kehl, Ettenheim und Gengenbach. Neubauten sind in Offenburg und Achern geplant – für insgesamt rund 500 Millionen Euro.

Zufahrt als Knackpunkt?

Unklar ist noch, ob auch die benötigte Zufahrt für das Acherner Haus bis zu diesem Zeitpunkt fertig ist. Geplant ist bekanntlich die Verlängerung der  Infrastrukturstraße mit einer Unter- oder Überquerung der Bahnlinie. Erste Entwürfe gibt es bereits, doch zeitaufwendig ist in solchen Fällen erfahrungsgemäß die Frage der Finanzierung. Oberbürgermeister Klaus Muttach sagte am Dienstag, dass er sich eine Fortführung der Infrastrukturstraße als Kreisstraße wünschen würde, und dass er damit rechne, dass das Land „einen ordentlichen Betrag zuzahlt“. Inwieweit es zu Verzögerungen durch die Querung der Rheintalbahn kommen könnte, blieb offen. Muttach sprach sich dafür aus, den Bau der Klinik und der Anbindung parallel zu verfolgen, es sei schwer zu sagen, was schneller umgesetzt wird.

Kommoder Zeitplan nur in Achern

Während in Achern eine Bauzeit von drei bis vier Jahren für das vergleichsweise kleine Klinikum als auskömmlich gilt, müssen für den Bau des Offenburger Hauses mit 870 Betten wenigstens fünf Jahre gerechnet werden – spätester Termin für den Beginn der Arbeiten wäre mithin 2025. Dass setzt den Kreis unter erheblichen Zeitdruck: Das Gutachten für die sogenannte Betriebsorganisation, also die Verteilung der Aufgaben auf die Häuser in Lahr, Offenburg und Achern, sei ausgeschrieben, dieses diene dann als Grundlage für eine Zielplanung. Dann, so Keller, „brauchen wir die Dimensionen für die Häuser in Achern und Offenburg“, das könne Anfang 2021 so weit sein – „eine ehrgeizige Zeitschiene“, wie Keller anmerkte.

Kreis will Geld vom Land

Allerdings ist sie wohl auch alternativlos. Das liegt nicht nur an den langwierigen Bauarbeiten, sondern auch an finanziellen Frage: Der Kreis hofft für seine 500-Millionen-Euro-Investition auf mindestens 150 Millionen Euro vom Land. Das ist ein gewaltiger Brocken, der auf mehrere Jahre verteilt werden muss – schließlich stellt das Land Jahr für Jahr nur 300 Millionen für Klinikbauten in allen Landesteilen zur Verfügung. Da gilt es, früh die Hand aufzuhalten.

 

Auch bis zur großen Reform 2030 steckt der Kreis noch eine Menge Geld in seine Krankenhäuser. In Offenburg investiert er in den nächsten Jahren rund 36 Millionen Euro in den Ausbau des Klinikums, das ja 2030 geschlossen werden soll. Auch in Achern muss noch nachgebessert werden, wenn auch nicht  in diesen Dimensionen. Die Betriebs- und Haustechnik soll auf den Stand gebracht werden, und auch der Brandschutz muss durch zahlreiche kleinere Maßnahmen den aktuellen Vorgaben angepasst werden. Dazu kommen Sanierungen im Personalwohnheim. Ursprünglich hätten sich die Kosten für dieses Paket auf rund 20 Millionen Euro summiert, derzeit wird nochmals gerechnet. Klinik-Geschäftsführer Christian Keller rechnet angesichts des anstehenden Neubaus mit Investitionen von acht bis zehn Millionen Euro. Dies umfasst auch 2,4 Millionen für die Umbauten im Zuge der Zusammenlegung von Gynäkologie und Geburtshilfe aus Kehl, Achern und Oberkirch im Acherner Haus. In Lahr werden 3,6 Millionen Euro für eine interdisziplinäre Notaufnahme notwendig, in Ettenheim, ebenfalls zur Schließung vorgesehen, gibt es einen neuen OP für 3,8 Millionen, Fertigstellung wird voraussichtlich 2021 sein.