Tourismus
Ein touristischer Anziehungspunkt im Kinzigtal ist Gengenbach. Dort wird eine der beiden neuen Fremdenverkehrsorganisationen sitzen. | Foto: Rolf Haid

Neuordnung im Kinzigtal

Beim Tourismus zieht man an zwei Strängen

Neu aufgestellt haben sich zum Jahresbeginn die Touristikorganisationen im Kinzigtal. Aus sechs locker kooperierenden Plattformen wurden zwei, die nun als „Ferienlandschaft mittlerer Schwarzwald“ und „Schwarzwald Tourismus Kinzigtal“ nebeneinander auftreten werden. Vor dieser Entscheidung stand ein drei Jahre währender Findungsprozess, an dessen Ende die die Erkenntnis stand: Einen gemeinsamen Fremdenverkehrsauftritt für das gesamte Kinzigtal mit immerhin 1,3 Millionen Übernachtungen im Jahr wird es nicht geben, es fehlt einfach an der nötigen Einigkeit. Eine Kooperation bei einzelnen Vorhaben wie Messeauftritten sei freilich nicht ausgeschlossen, sagte Gerhard Maier, Geschäftsführer der als Verein organisierten Schwarzwald Tourismus Kinzigtal.

18 Kommunen unter einem Hut?

Wie gelingt es, 18 Gemeinden bei der Fremdenverkehrsförderung unter einen Hut zu bringen? Diese Frage hatte man sich im Kinzigtal fast drei Jahre lang gestellt. Erkenntnis am Ende: Es gelingt nicht. Die Einigung sei „an unterschiedlichen Interessen gescheitert“, sagt Maier. Uneins sei man sich vor allem bei der Intensität und Enge der Zusammenarbeit gewesen, so der Geschäftsführer weiter. Jetzt gibt es zwei durchaus unterschiedliche Modelle.

Ferienlandschaft rund um Gengenbach

Die Städte und Gemeinden Gengenbach, Berghaupten, Biberach, Nordrach, Zell am Harmersbach und Oberharmersbach werden in der „Ferienlandschaft Mittlerer Schwarzwald/Gengenbach, Harmersbachtal“ eher lose zusammenarbeiten, der Sitz der Organisation ist bei der Kultur und Tourismus GmbH in Gengenbach. Ein Gastgeberverzeichnis und ein Veranstaltungskalender wurden bereits gedruckt, das erste gemeinsame Magazin der sechs Orte sei bereits in Vorbereitung. „Wir setzen auf ein altbewährtes System“ sagt dazu Julia Laifer, eine der Ansprechpartnerinnen bei der Ferienlandschaft. In gewisser Weise habe man das Modell der Ferienregion Brandenkopf fortgeschrieben.

Ein eingetragener Verein

Enger gefasst, weil als eingetragenen Verein organisiert, haben laut Maier die Kommunen im hinteren Kinzigtal ihre Tourismus-Kooperation: Steinach, Haslach, Hofstetten, Mühlenbach, Fischerbach, Hausach, Gutach, Hornberg, Lauterbach, Wolfach, Schiltach und Schenkenzell bilden ebenfalls einen Verbund. Die Vorbereitungen für die Vereinsgründung laufen, zum 1. Juli soll die Geschäftsstelle im Wolfacher Rathaus etabliert werden. Bis zu diesem Zeitpunkt werden die Geschäfte von der Tourismus-Information Wolfach geführt. Auch hier seien die Vorbereitungen für die Saison angelaufen, Gastgeberverzeichnis und ein Magazin für die beteiligten Gemeinden sollen bis Mitte Januar erscheinen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Gemeinsame Messeauftritte

Am gemeinsamen Kinzigtal-Radweg wolle man festhalten. Geplant sind gemeinsame Messeauftritte, gerade wird ein Messetand gebaut. „Es würde niemand verstehen, wenn das Kinzigtal auf einer Tourismusmesse gleich zweimal vertreten wäre“, sagt Gerhard Maier.