Am Tag nach dem Großbrand im Europa-Park Rust sind verkohlte Wände in dem Park zu sehen. | Foto: Achim Keller/dpa

Millionenschaden durch Feuer

Brand im Europa-Park: Trauer um Piraten von Batavia

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Nach dem Großbrand  trauern viele Fans des Europa-Parks Rust um die Indoor-Attraktion „Piraten in Batavia“. Die rund siebenminütige Bootsfahrt durch die exotische Welt der Hafenstadt Batavia in der ehemaligen Kolonie Niederländisch-Ostindien war seit über 30 Jahren eine der Anziehungspunkte des größten deutschen Freizeitparks und deshalb bei mehreren Generationen beliebt. Sie wurde bei dem schweren Feuer völlig zerstört. Über die sozialen Netzwerke erhielt der Parkbetreiber am Sonntag tausende Zuschriften, von denen sich viele auf die „Piraten in Batavia“ bezogen. Wie es in dem betroffenen Themenbereich weitergeht, ist noch völlig offen. In den nächsten Wochen soll ein Konzept ausgearbeitet werden, sagt Parksprecherin Corina Zanger


Die Monorail-Bahn fährt seit Sonntag Mittag wieder quer durch den Freizeitpark. Dort können die Besucher die schweren Ausmaße des Feuers im skandinavischen und niederländischen Themenbereichs gut verfolgen, wie die BNN hier auf dem Video dokumentieren.

Bei dem Brand im Europa-Park Rust ist nach vorläufiger Einschätzung des Unternehmens ein Millionenschaden entstanden. Genau zu beziffern sei dieser aber im Moment nicht, sagte eine Sprecherin des Parks. Wie die Polizei konnte auch sie zunächst nichts zur Ursache des Brandes sagen – oder dazu, wo genau das Feuer am Samstag ausgebrochen war. Betroffen sei aber etwa das Kostümlager. Von etwa 100 Attraktionen seien drei aktuell nicht nutzbar.

Feuerwehr rettet Stabkirche

Dass es letztlich bei Sachschaden blieb – auch denn dieser gewiss in die Millionen geht – dafür haben Feuerwehren aus der gesamten Ortenau, aber auch aus Freiburg und Karlsruhe, gesorgt. In einem bislang einmaligen Kraftakt hatten sie am Samstagabend rund 300 Einsatzkräfte aus der Region zusammengezogen. Und das war bitter nötig: „Wir konnten die Werkstätten und die Verwaltung halten, und auch die Stabkirche“, sagt der Ortenauer Kreisbrandmeister Bernhard Frei am frühen Sonntagnachmittag, als er sichtlich gezeichnet von den Strapazen der Nacht die Brandstelle verlässt. Daran wie er es sagt merkt man, dass das längst nicht sicher war. Wo es einmal brannte, da war die Feuerwehr trotz Großaufgebots machtlos.

Fjord Rafting soll bald wieder geöffnet werden

«Wir hoffen, dass wir die nicht nutzbaren Bereiche bald wieder öffnen können», sagte die Sprecherin. Angesichts der vergleichsweise geringen Einschränkungen, die etwa auch bei Wartungsarbeiten vorkämen, gebe es keine Rabatte für Besucher. Nach Darstellung der Sprecherin kamen bis zum Sonntagmittag etwa 15 000 Menschen in den Park.

Dschungel-Floßfahrt freigegeben.

Die Dschungel-Floßfahrt wurde gegen 16 Uhr wieder für die Besucher freigegeben. Zeitgleich musste allerdings der Betrieb der großen Achterbahnen wegen eines schweren Gewitters über Rust vorübergehend unterbrochen werden.

Löscharbeiten im Europa-Park bis in die tiefe Nacht

Die Löscharbeiten hatten bis in die tiefe Nacht gedauert. Rund 550 Wehrmänner aus einem Umkreis von Karlsruhe bis Freiburg waren an den Brandort geeilt. Innenminister Thomas Strobl erklärte, die Floriansjünger hätten ganz hervorragende Arbeit geleistet.

Kriminaltechniker suchen nach Brandursache

Mittlerweile sind vor Ort Kriminaltechniker im Einsatz und suchen nach den Ursachen des weithin sichtbaren Feuers, bei dem sich sieben Feuerwehrleute leichte Verletzungen zuzogen.  Nach der unproblematischen Evakuierung von rund 25 000 Parkbesuchern am Samstagabend hatte der Park seine Pforten am Sonntag wieder normal geöffnet. Auch die Fernsehshow „Immer wieder sonntags“ mit Stefan Mroos wurde pünktlich ab 10 Uhr aus Rust ausgestrahlt.

Folgende Attraktionen sind nach Parkangaben im Moment nicht verfügbar: Koffiekopjes, Piraten in Batavia, Fjord-Rafting, Reise nach Rulantica – Preview Center, Ballpool und das Kindermusical.

Hier ein Video der zerstörten Piraten-Anlage: