Brand Offenburg
Mithilfe der Drehleiter wurde einer der Bewohner in Sicherheit gebracht, der sich auf das Dach gerettet hatte. | Foto: Christoph Breithaupt

Offenburger Notunterkunft

Schaden geht nach Brand in die Hunderttausende

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Nach dem Brand einer städtischen Notunterkunft in der Nähe des Offenburger Bahnhofes geht der Schaden nach ersten Schätzungen des Polizeipräsidiums Offenburg in die Hunderttausende. Zwei Menschen erlitten dabei Rauchgasvergiftungen. Insgesamt 28 Menschen mussten vor dem Feuer evakuiert und in einer städtischen Ersatzunterkunft untergebracht werden. Die Suche nach der Brandursache dauert noch an. Hinweise auf Brandstiftung oder gar auf einen Anschlag gibt es nicht.

28 Bewohner werden evakuiert

Kurz nach 20.30 Uhr meldeten laut Polizeisprecher Patrick Bergmann erste Anwohner den Leitstellen von Feuerwehr und Polizei den Brand in dem Gebäudekomplex in der Rheinstraße. Er ist, wie die beiden Nachbargebäude im Besitz der Offenburger Wohnbau und wird von der Stadt genutzt, um Menschen in Notlagen unterbringen zu können. Bis zu 46 Plätze stehen zur Verfügung, 37 davon waren zum Zeitpunkt des Brandes als belegt registriert, doch nur 28 der gemeldeten Bewohner wurden vom Rettungsdienst auch angetroffen, teilt die Feuerwehr mit.

Feuer brach wohl im Erdgeschoss aus

Laut Stadtsprecher Wolfgang Reinbold wurden sie durch das Deutsche Rote Kreuz in eine Notunterkunft im Bereich der Asylbewerberheime in der Lise-Meitner-Straße gebracht. Nach Angaben von Feuerwehrsprecher Wolfgang Schreiber hatten Mitarbeiter der Stadtverwaltung diese Unterbringung bereits organisiert, während die vom Brand betroffenen Menschen noch medizinisch untersucht wurden. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Offenburg schlugen die Flammen bereits deutlich sichtbar in den Nachthimmel. Wolfgang Schreiber sprach kurz nach der Alarmierung von einen offenen Dachstuhlbrand, doch ausgebrochen war das Feuer wohl in einem Zimmer im Erdgeschoss – warum, das ist noch offen.

Brand Obdachlosenheim
Der Dachstuhl brannte lichterloh, als die Feuerwehr bei der Offenburger Wohnungslosenunterkunft eintraf. | Foto: Christoph Breithaupt

Einer der Bewohner, der sich vor den Flammen auf das Dach des zweieinhalbstöckigen Anwesens gerettet hatte, wurde unter Einsatz der Drehleiter in Sicherheit gebracht. Er kam dank des schnellen Eingreifens der Feuerwehr mit leichten Verletzungen davon und wurde vorsorglich ins Krankenhaus gebracht. Der Bewohner des Zimmers, in dem das Feuer ausgebrochen war, erlitt ebenfalls leichte Verletzungen. Das Gebäude wurde durch den Brand und die Löscharbeiten schwer in Mitleidenschaft gezogen.

Gebäude ist einsturzgefährdet

Der Brand war zwar gegen 21.45 Uhr unter Kontrolle, allerdings erschwerte die instabile Gebäudesubstanz laut Wolfgang Schreiber die Nachlöscharbeiten, die auch am folgenden Tag noch andauerten. Ein Zugang in das schwer beschädigte Haus wurde wegen akuter Einsturzgefahr untersagt. „Die Einsatzleitung entschied am noch während der Nachlöscharbeiten den Abbruch des zweieinhalbgeschossigen Gebäudes, um der konkreten Gefahrenabwehr Rechnung zu tragen“, sagte Stadtsprecher Wolfgang Schreiber. Ein Abbruchunternehmen begann unter dem Schutz der Feuerwehr, den „heißen Bereich“ abzutragen, heißt es in der Mitteilung der Offenburger Feuerwehr weiter.

Oberbürgermeisterin verspricht schnelle Hilfe

Auch Offenburgs Oberbürgermeisterin Edith Schreiner sowie die Bürgermeister Oliver Martini und Hans-Peter Kopp machten sich am Tag nach dem Brand vor Ort ein Bild von der Lage. Schreiner sagte in einem Gespräch mit den Betroffenen eine schnelle und unbürokratische Hilfe zu. Weitere Details dazu wollen Vertreter der Stadt Offenburg und der Einsatzkräfte am noch bekannt geben. Die Löscharbeiten bescherten den Rettungskräften den ersten Großeinsatz in diesem Jahr. Nahezu 100 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Offenburg, 13 Einsatzkräfte des Deutschen Roten Kreuzes sowie acht Beamte des Polizeireviers Offenburg waren vor Ort.

Ursache für Brand ist bisher unklar

Der Schaden dürfte nach ersten Schätzungen mehrere 100 000 Euro betragen. Hinweise auf vorsätzliche Brandstiftung bestehen nach bisherigen Erkenntnissen nicht, heißt es weiter. Doch die Brandursache ist noch nicht vollständig geklärt, weitere Untersuchungen folgen. Das Polizeirevier Offenburg hat daher die weiteren Ermittlungen übernommen.