Zukunftstechnologie: Der hier von Daniel Hennig, Roland Fischer und Hans Fischer gezeigte „Sputnik“ ist eine autarke Brennstoffzellen-Stromversorgung – quasi eine Alternative zum Dieselgenerator). | Foto: Michael Karle

Fautenbacher Unternehmen

Brennstoffzelle sorgt bei Fischer für Spannung

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Von Michael Karle

Langfristige Umweltperspektiven und die alternative Energieversorgung nimmt die im Acherner Stadtteil Fautenbach beheimatete fischer group mit der Brennstoffzelle in den Blick. Bei der „Leistungsschau Ökologie – erneuerbare Energien und moderne Mobilität“ von „Achern Aktiv“ zeigt das Unternehmen ein mit  Methanol betriebenes Brennstoffzellen-Auto.

Seit 50 Jahren Einsatz für Innovation

„Die Zeichen der Zeit sind eindeutig. Wir dürfen und wollen nicht mehr nur auf den Verbrennungsmotor eingestellt sein“, sagt Firmengründer Hans Fischer. Mit seinem Familienbetrieb, der in seinem Segment im Weltmarkt nach wie vor weit vorne steht, setzt sich Fischer seit nunmehr nahezu 50 Jahren für Innovation und technische Weiterentwicklungen ein. Froh ist der 73-Jährige ebenso wie sein Sohn Roland Fischer, dass man mit der Entwicklung der Brennstoffzelle nunmehr in Sichtweite der Serienentwicklung gelangt ist.

Kerngeschäft bleibt das Automobil

„Das Automobil ist nur einer von drei Bereichen, in dem wir punkten wollen“, sagt Roland Fischer, der auch deutlich macht, dass die Firma auch weiterhin ihrem Kerngeschäft der Zulieferung für Automobile treu bleibt. Der Geschäftsführer der Maschinentechnik verantwortet auch den Bereich Brennstoffzellen in Deutschland und ist mit Daniel Hennig, Leiter der Fertigung, derzeit auch beschäftigt, das aktuelle Fischer-Projekt voranzutreiben und im Firmengebäude zugleich mehr Platz für die Produktion zu schaffen.

„Unter Beitrag für die Energieversorgung“

„Wir kooperieren eng mit der in Dänemark angesiedelten Fischer-Tochter ,Serenergy‘. Diese ist für Vertrieb und Entwicklung verantwortlich. In Achern-Fautenbach wollen wir „Stack“ und „Reformer“, gewissermaßen das Herzstück der kommenden Brennstoffzelle, bauen und produzieren“ sagt Roland Fischer. „Die Brennstoffzelle ist unser Beitrag für die Energieversorgung von morgen und übermorgen.“

In Schiffen bieten sich neue Möglichkeiten

Neben dem erhofften Einsatz in Bussen und Lastkraftwagen setze man mit der Zelle aber vor allem auf die stationäre Stromversorgung und den maritimen Gebrauch. „Die dezentrale Stromversorgung in Schiffen erhält hier ganz besondere Möglichkeiten. Der große Maschinenraum wird zumindest entlastet oder gar unnötig“, freut sich Daniel Hennig.

Bald wettbewerbsfähig

Der Ingenieur erläutert die Wirkungsweise der Brennstoffzelle dergestalt, dass im Reformer aus dem eingefüllten Methanol Wasserstoff gewonnen wird, der dann in einer elektrochemischen Reaktion im sogenannten „Stack“ (auf Deutsch „Stapel“) zusammen mit Luftsauerstoff den elektrischen Strom erzeugt, mit dem ein Elektromotor dann angetrieben werden kann.
„Wir setzen alles dafür ein, im Rahmen der Serienfertigung bald wettbewerbsfähig zu sein“ betont Hans Fischer.

Erhölte Reichweite

Vorstellen können sich die Verantwortlichen mit ihm auch, dass über die Brennstoffzelle Hybrid- und Elektrofahrzeuge künftig ihre Reichweiten erhöhen können. Nicht zuletzt sei die Brennstoffzelle schon im Einsatz, um etwa Funkmasten in abgelegenen Regionen mit stationärem Strom zu versorgen.

Wirkungsgrad gesteigert

Als mit entscheidende Vorzüge, erläutert Daniel Hennig, dass die Brennstoffzelle den Strom „grün“, also ohne Schwefel, Stickoxide oder Feinstaube erzeugen kann. „Den Wirkungsgrad konnten wir gegenüber dem Dieselmotor schon jetzt signifikant steigern.“

Die fischer group wurde 1969 in Seebach im Schwarzwald gegründet. Durch konsequente Qualitätspolitik hat sie sich zu einem bedeutenden weltweiten Anbieter von Rohren und Bauteilen aus Edelstahl und Sonderlegierungen entwickelt. Heute hat die Unternehmensgruppe Standorte in acht Ländern und 20 internationale Tochtergesellschaften mit insgesamt mehr als 1 900 Mitarbeitern