Bauverzögerung: Die Brücke über die Staustufe Gambsheim wird erst ab Juni 2018 gesperrt. Grund sind Verzögerungen bei der Ausschreibung des Neubaus. | Foto: Karen Christeleit

Rheinübergang bei Gambsheim

Brückenabriss erst ab Juni 2018

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Erst ab Juni 2018 wird der Rheinübergang Gambsheim für mindestens zwölf Wochen gesperrt. Das gaben Regierungsvertreter des Départements Bas-Rhin bei einem Pressegespräch bekannt. Wie berichtet, ist die 45 Jahre alte Brückenanlage der Staustufe Gambsheim auf französischer Seite über die beiden Schleusen und die Kraftwerksturbine marode.

Brückenabriss: Ausschreibungen verzögern Beginn

Eigentlich war ein Neubau samt Vollsperrung nach mehreren Verschiebungen dieses Jahr ab August vorgesehen. Ausschreibungen und die Suche nach einer geeigneten Baufirma hätten den Baubeginn erneut verzögert. „Zudem hätte die beauftragte Baufirma wegen diesen Verzögerungen erst im September die Stahlträger für die Brückenmodule liefern können“, erklärt Eric Friedrich, Projektleiter der Départementverwaltung. Letztere handelt im Auftrag des französischen Staates. Der Neubau der Auto- und Radwegbrücke kostet 9,9 Millionen Euro. Deutschland übernimmt 2,6 Millionen Euro.

Aufklärungsarbeit: Christiane Wolfhugel (rechts), Vorsitzende des Départementrates Bas-Rhin und ihre Stellvertreterin Isabelle Dollinger erläutern den Bauplan. | Foto: Christian Schäfer

Départementstraße wird bis zur Autobahn saniert

Neben der Brückenanlage über der Staustufe werden 2018 im Hinterland die Fahrbahndecke der Départementstraße D2 bis zur Autobahn 35 sowie weitere Brücken über die Ill und den Ill-Entlastungskanal saniert. „Damit dies koordiniert vonstattengeht, setzten wir auf eine einzige Baufirma. Die verschiedenen Arbeiten erfolgen gleichzeitig“, führt Friedrich aus. Die französische Verwaltung habe sich auch auf Drängen der deutschen Seite auf einen Juni-Termin geeinigt, da wegen der Ferienzeit Handel und Pendler weitaus weniger beeinträchtigt seien. „Auswirkungen bis in das Weihnachtsgeschäft wollten wir unbedingt vermeiden“, ergänzt Christiane Wolfhugel, Vorsitzende des Départementrates.

Fertigbauteile sollen Arbeiten verkürzen

Um die Sperrung so kurz wie möglich zu halten, wird die neue Brückenanlage mit Fertigbauteilen aus Stahlträgern und einer Betonschicht zusammengesetzt. Für Fußgänger und Radfahrer wird neun Meter über der Baustelle eine Behelfsbrücke errichtet, damit Arbeiter das Kraftwerk erreichen, aber auch Pendler mit dem Fahrrad den Rhein überqueren können. „Sollten jedoch Touristen das Bauwerk als Aussichtsplattform nutzen, dann wird der Übergang aus Sicherheitsgründen gesperrt“, betont Friedrich.

Keine Alternative zur Vollsperrung

Eine Alternative zu den Umleitungen über Iffezheim, Kehl oder die Fähre Drusenheim gibt es für den motorisierten Verkehr nicht: Eine Ersatzbrücke für Autofahrer könne aus statischen Gründen nicht gebaut werden. Eine einseitige Verkehrsführung während des Brückenabrisses sei aus Platz- und Sicherheitsgründen ebenfalls nicht möglich, bedauert Isabelle Dollinger, stellvertretende Vorsitzende des Départementrates.

Immense Verluste für Rheinauer Geschäfte befürchtet

„Immerhin können sich Firmen und Händler auf die Sperrungen besser einstellen“, meint Rheinaus Bürgermeister Michael Welsche. Eine Vollsperrung bedeute für Geschäfte seiner Gemeinde immense Verluste. „Allein 80 Prozent der Kunden der Einkaufsmärkte im Gewerbegebiet Freistett kommen aus Frankreich“, verdeutlicht Welsche.

Bau des Radverbindungswegs ab November 2017

Auch der neue Fahrradverbindungsweg wird zugleich mit der Brückenanlage auf französischer Seite vollendet. Eine Mauer soll Radfahrer und Fußgänger von motorisiertem Verkehr trennen. Ab November 2017 beginnt das Regierungspräsidium Freiburg mit dem Bau der Radwegbrücke auf deutscher Seite über das Wehr. Sollten Witterung und Wasserstand des Rheins den Zeitplan nicht durchkreuzen, ist die Radwegverbindung im Juni 2018 bis zur Grenze fertig. „Dafür sind nur kurzzeitige nächtliche Sperrungen sowie eine Ampelregelung außerhalb der Hauptverkehrszeiten vorgesehen“, erklärt Daniel Guldenschuh-Apelt, Projektleiter im Regierungspräsidium.

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