Symbolbild | Foto: dpa

Personalmangel in Offenburg

Bundespolizei „geht in die Knie“

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Seit mehr als acht ist die Bundespolizei Offenburg eine der bundesweit personell mit am schlechtesten ausgestatteten und aufgrund der kriminalgeografischen Lage zugleich hoch belasteten Dienststellen. Das beklagt der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jörg Radek bei einem Offenburg-Besuch.

Nur 140 von 232 Stellen besetzt

Wie schon im vergangenen Jahr kritisiert er, dass in der für die Kreise Ortenau, Rastatt, Baden-Baden, Freudenstadt und Rottweil zuständigen Inspektion nur 140 der im Dienstpostenplan vorgesehenen 232 Stellen besetzt sind. „Der Krankenstand hat nun einen Höchststand erreicht“, so Radek. Die Kollegen müssten mit der Hälfte des festgelegten Personalstandes auskommen. Bis zugesagte Neueinstellungen einträfen, vergehe noch viel Zeit: „Die Kollegen haben keine Chance mehr, sich zwischen den Einsätzen zu regenerieren und gehen mehr und mehr in die Knie“, klagt Radek.

Ungleichbehandlung moniert

Zudem finde an der deutschen Südgrenze eine Ungleichbehandlung statt – bei annähernd gleicher Belastung. „Während die deutsch-österreichische Grenze in Bayern durch Abordnungen aus anderen Bereichen enorm unterstützt wird, ist dies am Grenzabschnitt in Baden-Württemberg nicht der Fall.“ Und würde man die Personalbemessung wie an der Grenze zu Polen ansetzen, müsste in Offenburg 450 Stellen zusätzlich geschaffen werden, so Radek.