Hornisgrinde Schranke
Ein Durchfahrtsverbot für Motorradfahrer zur Hornisgrinde zeigt dieses neue Schild an, das das Landratsamt aus Gründen der Verkehrssicherheit angeordnet hat. | Foto: Margull

Finanzierung wird verhandelt

Bus zur Hornisgrinde ist noch nicht in trockenen Tüchern

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Wie geht es weiter mit dem Verkehr auf die Hornisgrinde? Die Frage bleibt offen, die Gespräche von Gemeinde Seebach und Landratsamt Ortenaukreis zur Ausweitung der Busverbindung laufen. „Wir sind dran“, sagt Bürgermeister Reinhard Schmälzle. Frühestens am 1. Mai soll ein regelmäßiger Bus-Pendelverkehr auf den Gipfel aufgenommen werden – wenn die Finanzierung in trockenen Tüchern ist. Derweil wurde vor der Schranke an der Zufahrtsstraße ein neues Verkehrsschild aufgestellt, das Motorradfahrern die Zufahrt verbietet.

Mittlerweile liegt ein Angebot des Busbetreibers Südwestbus GmbH zur Ausweitung des Pendelverkehrs vor. Das teilt das Landratsamt auf Anfrage mit. Der „Freizeitbus“, der von an der Strecke umliegenden Kommunen und dem Kreis finanziert wird, fährt bislang nur im Sommer bis zur Hornisgrinde, im Winter endet die Linie am Mummelsee – das soll sich nun ändern. „Der Ortenaukreis ist bereit, die Hälfte der ungedeckten Betriebskosten für den geplanten Pendelbus zur Hornisgrinde zu übernehmen. Die Co-Finanzierung wird derzeit mit der Gemeinde Seebach geklärt“, heißt es aus dem Landratsamt weiter.

Noch keine Einigkeit zwischen beiden Parteien

Die genauen Kosten hängen dabei von der Anzahl der Fahrten ab und könnten erst beziffert werden, wenn die Verhandlungen mit Seebach abgeschlossen seien. Einigkeit herrscht zwischen den beiden Parteien hier aber noch nicht: „Viele andere bekommen eine Busverbindung umsonst, wir sollen dafür bezahlen und haben ja auch noch die Straße zu unterhalten“, sagt der Seebacher Bürgermeister. Da die Kosten für die Busanbindung überschaubar seien, ist man beim Kreis dagegen optimistisch, „dass sich eine einvernehmliche Lösung finden lässt“.

Hornisgrinde Freizeitbus
Nicht nur zum Mummelsee, sondern bis auf den Gipfel der Hornisgrinde soll man künftig das ganze Jahr über mit einem regelmäßigen Pendel-Bus fahren können. An der Frage der Finanzierung wird im Moment noch gearbeitet. | Foto: Landratsamt Ortenau

Unterdessen hat das Landratsamt ein Durchfahrtverbot für Motorräder auf die Grinde angeordnet und vor der Schranke am Mummelsee ein Zusatzschild installiert. Dies wird mit der Verkehrssicherheit begründet: Autos müssten hier hinter den Fußgängern herfahren, Motorradfahrer könnten diese dagegen überholen – und genau das sei zu gefährlich, erläutert Kreissprecher Kai Hockenjos. Da es sich bei Autos und Motorrädern um zwei verschiedene Fahrzeugarten handelt, eröffne die Straßenverkehrsordnung die Möglichkeit unterschiedlicher Regelungen. Das Verbot für Motorräder sei wie alle anderen Durchfahrtsbeschränkungen mit einem Bußgeld belegt und könne durch die Polizei geahndet werden. „Wir wollen keine Motorradkorsos dort oben haben“, erklärt der Seebacher Bürgermeister dazu die Sicht der Gemeinde.

Zufahrt bleibt aktuell meist geschlossen

Die Schranke ist aktuell am Wochenende geschlossen, ebenso an Wochentagen bei schönem Wetter. Wer zu anderen Zeiten zufahren möchte – zum Beispiel Menschen mit Mobilitätseinschränkungen – braucht einen Transponder für die Schranke, der gegen Kaution erhältlich ist. Das Landratsamt hatte die im Verantwortungsbereich der Gemeinde Seebach liegende Zufahrt zur Hornisgrinde im Zusammenhang mit der Eröffnung der Grindehütte zunächst für den Anliegerverkehr freigegeben. Dies hatte zu einem enormen Ansturm von Autofahrern geführt.

Frage nach „intelligenter“ Schranke ist offen

Auch die Frage, ob aus der vorhandenen Schranke eine „intelligente“ werden soll, und ob dies überflüssig wird, wenn der Bus ganzjährig fährt, ist noch offen. „Die Grindehütte ist seit ungefähr drei Monaten in Betrieb, das ist auch eine Findungsphase“, sagt Reinhard Schmälzle. Eine solche Schranke würde sich nur gegen Bezahlung und nur so lange öffnen, wie freie Parkplätze zur Verfügung stehen. Was Parkplätze an der Schwarzwaldhochstraße angeht, sei Seebach generell gut aufgestellt, betont der Bürgermeister in diesem Zusammenhang, etwa durch den Ausbau der Plätze am Mummelsee.