Die Trainingsgeräte regelmäßig putzen und desinfizieren ist eine der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus. Das Bild zeigt das Hygia-Loft in Achern.
Die Trainingsgeräte regelmäßig putzen und desinfizieren ist eine der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus. Das Bild zeigt das Hygia-Loft in Achern. | Foto: Gabriel

Corona-Vorschriften

Neue Hygieneregeln erfordern in den Acherner Fitnesstudios Disziplin

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Seit 2. Juni sind die Fitness-Studios trotz Corona-Krise wieder geöffnet. Nach elf Wochen Zwangspause empfinden das Betreiber und Kunden in Achern gleichermaßen als wohltuend. Doch die Hygieneregeln sind streng und erfordern Disziplin.

Von unserer Mitarbeiterin Michaela Gabriel

„Es ist ein sehr sensibler Bereich und die Leute schauen genau hin“, weiß Lukas Ehmann, Assistent der Geschäftsführung im Centrum für Orthopädie und Sportmedizin (CeOS) in Achern. Das Training im Haus Rennwiese 1 sei deshalb derzeit nur nach Anmeldung für jeweils eine Stunde möglich. So stelle man sicher, dass nicht mehr als zehn Kunden gleichzeitig an den Geräten sind , dass zwischen zwei Gruppen geputzt und gelüftet werden kann und dass man niemanden nach Hause schicken muss.

„Die Leute sind diszipliniert und haben die Regeln akzeptiert“, sagt er. Wer zu einer Risikogruppe gehöre, bekomme Trainingszeiten, in denen höchstens sieben Trainierende da seien. Etwa die Hälfte der Mitglieder sei schon zurück. Der Rehasport laufe seit einigen Wochen in Online-Kursen und beginne am 22. Juni wieder im Haus mit verminderter Teilnehmerzahl, so der Leiter des Medical-Fitness- Bereichs im CeOS.

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Meiste Kunden sehen neue Corona-Regeln ein

„Manche waren gleich am ersten Tag da, die hatten große Sehnsucht“, berichtet Mario Kezic, Trainer bei Factor Gym in der Fautenbacher Straße und Am Klauskirchl. Man habe Trainingsgeräte in Dreiergruppen gestellt, von denen immer nur eines besetzt werden darf. Alles sei groß genug, um niemanden nach Hause schicken zu müssen.

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In den Kursräumen könne man jetzt nur mit bis zu 15 Leuten trainieren, wo vor Corona bis zu 40 dabei waren. Dafür sei eine Anmeldung erforderlich. Dass jetzt mehr desinfiziert werden müsse und der Abstand wichtig sei, sehe der größte Teil der Kunden ein. Etwa 40 Prozent der Mitglieder seien inzwischen wieder da gewesen. Im Sommer sei immer weniger los als im Winter.

Bei uns ist deutlich mehr los als sonst im Juni.

Jonas Schneider, Geschäftsleiter bei Clever Fit

„Bei uns ist deutlich mehr los als sonst im Juni“, sagt Jonas Schneider, Geschäftsleiter bei Clever Fit in der Karl-Bold-Straße. Der Hauptbetrieb beginne derzeit schon um 11 anstatt um 17 Uhr. Ein Ampelsystem auf der Internetseite des Studios zeigt den Kunden, wie stark die Geräte aktuell ausgelastet sind. Manchmal müsse auch jemand einige Minuten vor der Tür warten.

Ein paar Mitglieder sträubten sich dagegen, jedes Gerät nach der Nutzung zu desinfizieren. Er brauche deutlich mehr Personal, um zu putzen und die Einhaltung der Hygieneregeln zu kontrollieren.

Manches Fitnessstudio kann Kündigungen nicht ausgleichen

Keine Fitness- und Rehasport-Kurse bietet das Hygia Loft in der Güterhallenstraße in Achern aktuell an. Dafür seien die Räume zu klein, erklärt Inhaber Stefan Schmieder. Viel Platz dagegen habe man im Geräteraum, und die Abstandsregeln könnten hier leicht eingehalten werden. „Ich habe euch vermisst. Endlich kann ich wieder kommen“, hätten manche Kunden gesagt.

Doch für andere habe die Fitness derzeit keine Priorität. Es gebe auch Kündigungen, die nicht durch Neuaufnahmen ausgeglichen werden könnten. „Die Hygienemaßnahmen sind machbar. Das kriegt man hin“, sagt ein junger Mann mit verschwitzten Haaren. Geduscht werde noch zu Hause, doch das Training sei im Studio viel effektiver als daheim. Nach der langen Pause habe er erstmal die Gewichte reduzieren müssen.

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Disziplin gehört für die Sportler ohnehin dazu

„Am 1. Tag sind unsere Taekwondo-Kinder aufgewühlt, verschüchtert und unsicher im Studio angekommen. Doch nach der ersten Trainingseinheit war alles wieder gut“, erzählt Irene Zarbo vom Sportstudio Zarbo in der Neulandstraße. Obwohl Körperkontakt noch nicht erlaubt sei, hätten alle wieder Spaß an der Bewegung. Während der Schließung habe es Trainingsstunden per Livestream gegeben.

Jetzt habe jeder Kunde die Möglichkeit, zu bestimmten Zeiten in den Trainingsraum zu kommen. Das Hygienekonzept sei schwer zu organisieren, aber nicht unlösbar. Disziplin gehöre für ihre Sportler dazu, deshalb könnten sie Regeln gut einhalten.