Einkaufsstadt vor Schwarzwald-Kulisse: Mit der Tourismuskooperation will man in Achern und im Achertal die Kräfte bündeln. | Foto: Roland Spether

Tourismus-Kooperation

Das Achertal rührt künftig gemeinsam die Werbetrommel

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Es wird nur Gewinner geben: Mit dieser festen Überzeugung startet man in Achern in die Tourismus-Kooperation mit den Achertalgemeinden. Der Gemeinderat wird in Kürze über eine Vorlage entscheiden, die eine Zusammenarbeit Acherns mit Kappelrodeck, Ottenhöfen und Seebach zum Ziel hat.

 

Die Idee ist nicht neu. In der Vergangenheit scheiterten jedoch regelmäßig Versuche, beim Tourismus auf überörtlicher Ebene gemeinsame Sache zu machen. Seit 2008 gibt es zwischen den Achertalgemeinden eine Vereinbarung über die Wahrnehmung der Aufgaben zur Förderung des Tourismus. Unabhängig davon betreiben die Gemeinden Ottenhöfen und Seebach eigene Tourist-Informationen im Ort. In Achern besteht bisher eine eigenständige Tourist-Information ohne jegliche Kooperation mit anderen Gemeinden.

Neues Konzept, neues Logo, neues Verzeichnis

Nachdem die Achertal-Gemeinden bereits mit der Großen Kreisstadt Achern in der Nationalparkregion ein gemeinsames Cluster bilden, geht es nun um einen gemeinsamen Auftritt als Ferienregion. Nach Auffassung von Christian Zorn, Leiter des Fachgebiets Wirtschaftsförderung und Liegenschaften, biete sich nun ein guter Zeitpunkt für einen Neustart unter einem gemeinsamen Dach: Im Jahr 2021 stehe die Erneuerung des Gastgeberverzeichnisses an. Außerdem geht es um eine neue strategische Konzeption, um ein Logo, um einen Werbeslogan und eine gemeinsame Wanderkarte. Vor diesem Hintergrund, so Zorn, sei man im Acherner Rathaus davon überzeugt, dass Synergieeffekte genutzt werden könnten, wenn sich die Tourist-Information Achern den Achertal-Gemeinden im Wege einer Kooperation anschließt.

„Bereicherndes Angebot für beide Seiten“

Christian Zorn spricht von einer klassischen Win-win-Situation: „Eine engere Zusammenarbeit mit der Stadt Achern würde das Angebot für beide Seiten bereichern.“ Gemeint ist die Ergänzung des touristischen Angebots im Achertal durch die Funktion Acherns als Einkaufsstadt und geografisches Tor in die Urlaubsregion.

Keine zusätzlichen Mittel nötig

Mehrkosten sollen übrigens nicht entstehen. Laut Zorn erfolgt die Finanzierung über das im Haushaltsplan veranschlagte Tourismusbudget, zusätzliche Haushaltsmittel seien nicht erforderlich. Organ der Kooperation ist der Gemeinsame Tourismus-Ausschuss, dem die Bürgermeister, je drei Gemeinderäte und die Leiterinnen der Tourist-Informationen angehören. Der Ausschuss könnte durch eine entsprechend besetzte Abordnung aus Achern ergänzt werden.

Manches wird bei uns noch zu klein gedacht

Erste Weichen werden in diesen Tagen in den Gemeinderäten der beteiligten Kommunen gestellt – Ottenhöfen hat, wie berichtet, bereits zugestimmt. In Achern befasste sich bereits der Verwaltungs-, Kultur- und Sozialausschuss mit diesem Thema. Er befürwortete die Kooperation mit einem einstimmigen Votum. Dabei gab es Beifall von allen Seiten. „Es ist sinnvoll, im Achertal die Kräfte zu bündeln“, so der Kommentar von Christine Rösch (CDU). Außerdem wolle man auch in Achern mit dem neuen Seehotel und dem geplanten Hotel auf den Illenauwiesen neue Zielgruppen erreichen. Für die Zusammenarbeit sind auch die Freien Wähler. Fraktionschef Thomas Kohler wunderte sich über die Bereitschaft der drei Achertalgemeinden zur Zusammenarbeit. Das sei „erstaunlich“. Gabriele Hoggenmüller macht im Namen der ABL darauf aufmerksam, dass die Stadt Achern bei Urlaubern nicht allein als Einkaufsstadt punkten könne: Sie verwies dabei auf die Illenau und das Freibad. Sie hofft mit der Kooperation auf Synergieeffekte: „Das ist besser als wenn jeder weiter vor sich hin wurstelt.“ Dem pflichten auch die Grünen bei. Martin Siffling: „Manches wird bei uns noch zu klein gedacht.“