Weinfest Sasbachwalden
Gut beschirmt: Vom Regen ließen sich diese beiden jungen Umzugsteilnehmer offensichtlich ganz und gar nicht die Freude vermiesen, zumal pünktlich zum Start der Himmel trocken blieb. | Foto: Roland Spether

Trockenes Weinfest-Finale

Das „Wunder von Saschwalle“ wurde pünktlich zum Festumzug wahr

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Es ist der Höhepunkt des Jahres in Sasbachwalden: Zahlreiche Besucher haben das Erntedank- und Weinfest gefeiert. Nachdem die neuen Weinhoheiten offiziell gekrönt und das Festwochenende von den „Dorfrockern“ musikalisch eröffnet war, zogen zum großen Finale die mit rund 180.000 Blumen geschmückten Motivwagen durch den Ort.

Von Roland Spether

Wenn „Perlen der Heimat“ glitzern, Saft aus Trauben gekeltert werden, und Bio-Äpfel für „Saschwaller Schnitz“ geerntet werden, dann wissen die Freunde des Blumen- und Weindorfs, dass dies eigentlich ganz normal ist. Wenn aber Bürgermeisterin Sonja Schuchter auf einem Festwagen eine Trauung vornimmt, Pfarrer Jens Bader freudenstrahlend mit singenden „Schwarzwaldmädels“ in einer Bauernstube sitzt und es dazu im Ort „Wine for Future“ gibt und es Tausende von Blumen regnet, dann ist der Höhepunkt des Erntedank- und Weinfests erreicht und Motivwagen ziehen zu zünftigen Klängen des „Badnerliedes“ und der „Lieben kleinen Schwarzwaldmarie“ durch Sasbachwalden.

Doch zuvor gab es sorgenvolle Blicke zum Himmel, und der im heißen und trockenen Sommer oft gehörte Wunsch „Regen wäre halt auch mal wieder nötig“ schien sich just zum Höhepunkt der Weinfesttage zu erfüllen. Doch wer in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder Gast beim Erntedankfestzug war, der durfte hin und wieder erleben, dass es bis kurz vor dem Umzug regnete, dann aufhörte und danach wieder weiter regnete. Das klingt wie ein „Wunder von Saschwalle“, doch das war oft der Fall und sollte auch beim 71. Erntedankfest so sein, so dass die mit viel Liebe, Zeit und zirka 180.000 Blumen gestaltete Motivwagen der Landjugend sowie die Winzerfamilien aus Sasbachwalden, Lauf, Obersasbach, Neusatz und Oberachern (Leitung: Konrad Doll) zu Themen rund um den „Alde Gott“ trocken durch den Festtag kamen und die Winzer, Bauern, Trachtenträger und Musiker ohne Regenschirm bleiben konnten.

Königlicher Tag für neue Weinhoheiten

Nur Weingott Bacchus Josef Decker hatte hoffnungsvoll einen Sonnenschirm aufgespannt, aber nicht, damit er und seine neuen Bacchantinnen Leonie Schnäckel und Stefanie Rosenacker nicht nass werden, sondern damit das Regenwasser nicht in seinen Weinrömer fließt und aus dem Wein gar Schorle macht. Doch alle Sorgen waren zwischen Jumelage-Oldtimer, fröhlichen Jungwinzern und einer Weinbergschnecke umsonst: Die Ernte wurde eingefahren, die Kinder hatten „Spaß auf der Gass“, die Mönche vom Schelzberg fühlten sich pudelwohl und Weinkönigin Alina Bohnert erlebte mit den Prinzessinnen Lena Rosenacker und Annica Haaser einen königlichen Tag.