Auf der Zielgeraden: Die Sanierung der drei Brücken des Rheinübergangs ist auf der französischen Seite fast vollendet. Links im Hintergrund ist die neue Zufahrtsrampe für Fußgänger und Radfahrer zu erkennen. | Foto: Christian Schäfer

Rheinübergang bei Gambsheim

Dehnungsfugen zum finalen Akt

Anzeige

Die seit 4. Juni durchtrennte deutsch-französische Verkehrsader zwischen Gambsheim und Rheinau-Freistett ist bald wieder zusammengewachsen. Wie geplant, wird die dreimonatige Sperrung des Rheinübergangs am Freitag, 31. August aufgehoben. Dies bestätigt Denis Jung, Baustellenkontrolleur des Conseils Departemental Bas-Rhin, bei einem Vor-Ort-Termin bnn.de. Nur die exakte Uhrzeit steht noch nicht fest, ab wann der Verkehr über den neuen Asphalt sowie die neue Stahlkonstruktion der drei Brücken rollt.

Auf den Schultern der ausführenden Baufirma lastete ein enormer Zeitdruck. Denn täglich nutzen Tausende Pendler den Übergang für ihren Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen. Für jeden zusätzlichen Tag einer weiteren Sperrung nach dem 31. August hätte die Firma 14.000 Euro zahlen müssen. Also einen symbolischen Euro je Fahrzeug, das die Grenze normalerweise passiert. „Normalerweise machen wir diese Art von Brückensanierungen innerhalb von sechs statt drei Monaten“, erklärt Jung. Umso erleichtert ist er, dass am Ende doch noch alles gepasst habe. „Da waren enge Abstimmungen mit verschiedenen Baufirmen notwendig“, erklärt er.

Sonderschichten mit bis zu 50 Arbeitern

Zeitweise bis zu 50 Bauarbeiter fuhren Sonderschichten von bis zu zwölf Stunden, auch samstags. Nun stehen restliche Kleinarbeiten an. Die Straße der drei Brücken über die Schleusenkammern und der Zufahrt zum Wasserkraftwerk ist bereits frisch asphaltiert. Derzeit bringen Arbeiter noch die fehlenden Dehnungsfugen auf die Fahrbahn. Elektriker des staatlichen französischen Stromkonzerns EdF verlegen währenddessen Kabel in die neuen Schächte unterhalb des Trottoirs. Für die Abrissarbeiten der alten Brücke wurden sämtliche Kabel des Wasserkraftwerks und der Schleusenanlage an die aus Gerüsten zusammengebaute provisorische Fußgänger- und Radfahrerbrücke gehängt. Dieses Behelfskonstrukt wird voraussichtlich im September abgebaut, sobald alle Kabel an ihrem Platz sind.

Brücken verbreitert

Die hohen Temperaturen von mehr als 30 Grad sind für die Arbeiten nicht von Vorteil. „Wir müssen das Betonieren der Fugen auf den nächsten Vormittag verlegen, es ist momentan viel zu heiß“, räumt ein Bauarbeiter ein. Der Grund: Der Spezialbeton trocknet sehr schnell und lässt sich danach nicht mehr bearbeiten. Auffallend: Die beiden Brücken über die Schleusenkammern sind breiter geworden. Neben den sieben Metern Fahrbahn sind weitere 3,50 Meter für Fußgänger- und Radfahrer reserviert. Die dazugehörige Trennwand, ein Betongeländer werden an diesem Donnerstag und Freitag eingebaut, erklärt Baustellenchef Christian Winum.

Geländer folgen am 7. September

Am 27. und 28. August folgen die Markierungsarbeiten und schließlich der Belastungstest. Jede Brücke kann acht Lastwagen mit jeweils bis zu 32 Tonnen Gewicht tragen. Am 7. September wird dann das Geländer an der Nordseite der Brücken montiert. Der Fußgänger- und Radweg bleibt gesperrt, auch die Zufahrtsrampe ist noch nicht gänzlich vollendet. „Dort müssen wir noch eine Treppe bauen“, so Winum.
Zudem fehlt die Fußgänger- und Radfahrerbrücke auf Höhe des Wasserkraftwerks zwischen der deutsch-französischen Fischtreppen-Insel und der Zufahrt zum Wasserkraftwerk. Eigentlich war geplant, dass die Arbeiten bereits im Herbst beginnen. Daraus wird nichts. „Die Departementsverwaltung hat die Arbeiten wegen Personalmangels erst ausgeschrieben“, informiert Jung. Zudem fehlt noch der Radweg auf der Fischtreppen-Insel.

Sanierung kostet 3,5 Millionen Euro

Auf der deutschen Seite des Übergangs, an der Wehranlage, ist es beim Bau der dortigen zur Straße parallel verlaufenden Fußgänger- und Radfahrerbrücke zu Verzögerungen gekommen, das Bauwerk ist für die Öffentlichkeit noch gesperrt. Eigentlich war geplant, die Arbeiten bis Anfang Juni abzuschließen. Zu Jahresbeginn machte Hochwasser den Bauingenieuren einen Strich durch die Rechnung.
Diese Probleme hatten Jung und Winum an der Schleusenanlage nicht. Dennoch sind sie erleichtert, dass der Einbau der Stahlkonstruktion beider Schleusenbrücken reibungslos funktioniert habe. „Es hat genau gepasst“, freut sich der Baustellenkontrolleur. Auch den Kostenrahmen von 3,5 Millionen Euro für die Erneuerung der drei Brücken konnte die Firma einhalten. Die Neugestaltung des gesamten Rheinübergangs beträgt zehn Millionen Euro.

Illbrücke erhält neuen Asphalt

Im Hinterland ist die Sanierung der Departementstraße 2 bis zur A35 abgeschlossen, erklärt Winum. An diesem Dienstag und Mittwoch wird zwischen dem Rheinübergang und des Kreisverkehrs nach Gambsheim noch die Straße über die Illbrücke neu asphaltiert. In den vergangenen Wochen hat auch dieses Bauwerk neue Geländer und frischen Beton erhalten.