Beim Arbeiter-Samariter-Bund bilden die Gliederungen Mittelbaden und Freiburg-Hochrhein jetzt den ASB Südbaden. Verwaltungssitz ist Sasbachwalden. | Foto: Michaela Gabriel

11.300 Mitglieder

Der ASB Mittelbaden ist Vergangenheit

Von Michaela Gabriel

Es gibt keinen ASB Mittelbaden mehr – und auch keinen ASB Freiburg-Hochrhein. Beide Gliederungen des Arbeiter-Samariter-Bundes gehören seit Jahresanfang organisatorisch zusammen und bilden den ASB Südbaden. Die Verwaltung von 15 Standorten von der Schweizer Grenze bis nach Gernsbach im Murgtal sitzt in Sasbachwalden.

Marcel Adrian fungiert als Geschäftsführer

„Der Landesvorstand hatte das schon lange als Option angesehen“, erklärt Geschäftsführer Marcel Adrian. Der Unternehmensberater ist dem ASB Baden-Württemberg schon seit 2010 bekannt, als er eine finanzielle Schieflage des Regionalverbandes Mannheim als Geschäftsführer auf Zeit gerade bog. Ab 2012 widmete er sich dem ASB Mittelbaden, der überschuldet war. „Heute sieht das anders aus“, sagt der bekennende Mannheimer, der dort nach wie vor eine Unternehmensberatung betreibt. 2017 habe man ihn gebeten, auch die Geschäfte des ASB Freiburg-Hochrhein zu führen.

Marcel Adrian wurde mit der Geschäftsführung des neuen ASB Mittelbaden beauftragt. | Foto: Michaela Gabriel

Sozialer Dienstleister

Die räumliche Nähe, ähnliche Angebote und die gemeinsame Geschäftsführung hätten den Ausschlag gegeben, schreibt der ASB Baden-Württemberg in einer Pressemitteilung. Darin wird Landesgeschäftsführer Lars-Ejnar Sterley so zitiert: „Mit der Fusion möchten wir den ASB in der Region stärken und unsere Position als sozialer Dienstleister weiter ausbauen.“

Zwölf Pflegeheime mit 630 Bewohnern

In ganz Südbaden betreibt der Verband zwölf Pflegeheime mit zusammen 630 Bewohnern. In der Region Freiburg-Hochrhein sind dies Häuser in Bahlingen, Sexau, Freiburg, Schallstatt, Bad Säckingen, Laufenburg und Albbruck mit zusammen 323 Plätzen. In Mittelbaden bietet der ASB stationäre Pflege in Gernsbach, Meißenheim, Biberach, Ettenheim und Sasbachwalden.

300.000 Euro in Sasbachwalden investiert

Die Seniorenresidenz Haus Straßburg in Sasbachwalden bereitete dem Verband vor Jahren wegen zu geringer Auslastung noch Sorge. „Das Haus hat eine tolle Entwicklung genommen“, freut sich Marcel Adrian. Man habe seit Monaten eine Vollbelegung und mehr Mitarbeiter: „Die Zahlen passen zusammen. Das Haus Straßburg ist ein erfreulicher Bestandteil unseres Portfolios.“ Seit 2015 habe man hier 300.000 Euro in Brandschutz, Technik, Telekommunikation und Heizung investiert.

Fahrdienst mit 80 Fahrzeugen

Ebenfalls zum Angebot des ASB gehören drei Einrichtungen für betreutes Wohnen (Bad Säckingen, Laufenburg und Albbruck), ein ambulanter Pflegedienst in Appenweier, ein Behindertenfahrdienst und ein Krankentransportdienst, beide mit Sitz in Offenburg. Der Fahrdienst mit derzeit 80 Fahrzeugen sei wachsend, ebenso die Krankentransporte, ist vom Geschäftsführer zu hören: „Wir haben 2015 mit zwei KTW angefangen, jetzt fahren wir mit drei Krankenwagen von Montag bis Samstag und sind, denke ich, ein angesehener Partner der Leitstelle geworden.“

Tagespflege in Appenweier geplant

Ab 2019 will der Verband in Appenweier an der Hauptstraße nach dem Abriss des Schwarzen Adlers und der Fertigstellung des dort geplanten Neubaus eine Tagespflege eröffnen. Man betrachte die Altenpflege als Wachstumsmarkt und sehe den Bedarf, so der Geschäftsführer.

Wurzeln in Achern

„Die Abrechnung der Leistungen für die Bewohner aller Pflegeeinrichtungen in Südbaden lief schon immer in Sasbachwalden“, erklärt Marcel Adrian und verweist auf sein Team mit Verwaltungsleiterin Kornelia Zink aus Achern. Der ASB Freiburg-Hochrhein habe eine weniger lange Geschichte als der ASB Mittelbaden, weiß sie. Die Gliederung Mittelbaden ging aus dem 1973 gegründeten Ortsverein Achern hervor und bringt mit knapp 11300 ein große Zahl von Mitgliedern mit. Hinzu seien nun 2071 Mitglieder aus der Region Freiburg und Hochrhein gekommen.

 

Was beim ASB Mittelbaden seit vielen Jahren fehlte, hatte der ASB Freiburg-Hochrhein: einen ehrenamtlich tätigen Regionalvorstand. Anfang März wurde er neu gewählt und Fred Schiel aus Gernsbach ist darin derzeit der einzige Vertreter aus Mittelbaden. Der Vorstand sei jedoch noch erweiterbar, wenn sich jemand aus der Ortenau einbringen wolle, so Adrian.

 

Die 780 Mitarbeiter des neuen ASB Südbaden wählten kürzlich einen neuen Betriebsrat mit 13 Mitgliedern, von denen zwei für ihre Arbeit freigestellt sind, berichtet er noch. Die Mitarbeitergewinnung speziell in der Pflege bleibe schwierig und sei „hochanstrengend“. Der ASB versuche hier mit Bezahlung nach dem Tarifvertrag der Länder, Jahressonderzahlungen und einer betrieblichen Altersvorsorge zu punkten.