Weihnachtsgeschäft: Einkaufen in Achern
Einkaufstüten voller Geschenke aus dem lokalen Einzelhandel werden heute eher kurz vor Weihnachten besorgt – unter anderem, weil dann die Zeit für die Lieferung von Online-Bestellungen knapper wird. | Foto: Roland Spether

Zufriedene Acherner Händler

Der Trend im Weihnachtsgeschäft geht zum kurzfristigen Kauf

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Vollbepackt mit bunten Einkaufstüten ist der ein oder andere Acherner in der Woche vor den Feiertagen in der Stadt unterwegs – und die Einzelhändler sind mit dem Weihnachtsgeschäft zufrieden. Das bestätigen sie in einer nicht repräsentativen Umfrage des Acher- und Bühler Bote.

„Die Temperaturen und der Schnee waren zuletzt ganz passend“, sagt Philipp Schäfer, Vorsitzender der Werbegemeinschaft „Achern aktiv“, deren Mitglieder mit dem Weihnachtsgeschäft „soweit zufrieden“ seien. Weil im Vergleich zum Vorjahr mit Heiligabend und Silvester an jeweils einem Montag diesmal zwei halbe Werktage dazukommen, hofft man, dass auch nach dem vierten Adventswochenende noch viele Kunden kommen. „Weihnachtsgeschenke werden heute nicht mehr wie früher weit im voraus gekauft. Der Trend der vergangenen Jahre ist, das kurzfristig zu machen“, sagt Schäfer. Die Woche nach Weihnachten laufe dagegen schon immer gut.

Zwei Wochen vor Weihnachten entscheiden

Für seine Winterschuhabteilung bei Schuh Schäfer hätte es aber gern schon früher kalt werden können, auch der fehlende Regen im Herbst sei spürbar gewesen, erklärt Schäfer, der selbst schon die meisten Geschenke beisammen hat, aber noch ein paar passende besorgen muss: „Dafür hat man in Achern sehr vielfältige Möglichkeiten.“ Das Geschäft mit den Geschenken hat etwas später begonnen, beobachtet Bernd Peters, Geschäftsführer des Kaufhauses Peters, in dem im Moment vor allem Spielzeug, Lederwaren, Schmuck und Geldbörsen über den Ladentisch gehen. Entscheidend für das Ergebnis des Weihnachtsgeschäfts seien die zwei Wochen vor der großen Bescherung, aber auch die Zeit zwischen den Feiertagen, so Peters: „Dann haben die Leute frei und lösen Gutscheine ein. Im Grundsatz geht das bis Dreikönig, das Geschäft kann also noch anziehen.“

Weihnachtseinkauf Achern
Ihre Weihnachtseinkäufe erledigt die Familie Zimmer aus Lauf im Acherner Kaufhaus Peters. | Foto: Roland Spether

Viel Kundschaft hat im Moment auch „Osiander, ehemals Buchhandlung am Rathaus“: „Seit Freitag merken wir richtig, dass der Druck steigt“, erklärt Christine Kleber. Das sei klassisch in der Woche vor Weihnachten so, weil es dann immer schwieriger werde, dass Online-Bestellungen noch rechtzeitig ankommen. „Wer sowieso nicht im Internet, sondern im Einzelhandel kauft, kommt schon im November zu uns, da bekommen wir die ersten Fragen nach Weihnachtsgeschenkpapier zum Verpacken“, so Christine Kleber, die schätzt, dass momentan pro Tag rund 100 Bücher als Geschenke eingepackt werden. Ein kaufkräftiger Tag für Buchhandlungen stelle auch der 5. Dezember dar, an dem besonders häufig Kinderbücher als Nikolausgeschenk gefragt seien. Generell seien für Kinder in diesem Jahr Hörspiel-Lautsprecherboxen beliebt, für Erwachsene die Bücher des Historikers Yuval Noah Harari und die Autobiografie von Michelle Obama.

Acherner Einzelhändler sind zufrieden

Zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft ist auch Ursula Hund-Vogt von der Villa Kunterbund: „Wir können uns nicht beschweren. Einen Vergleich zum Vorjahr kann man aber erst nach dem 24. Dezember ziehen.“ Besondere Geschenke-Trends kann sie in ihrem Laden nicht ausmachen, klar sei aber: „Die Kunden legen Wert auf die besonders liebevolle Verpackung, die sie bei uns bekommen.“ Auch Patrick Schell von der gleichnamigen Goldschmiede sieht keine Veränderungen im Gegensatz zu 2017. „Es läuft gut, besonders unsere eigene Schmuckkollektion.“

Hauptwochenende ist am dritten Advent

Auch bei ihm wird das Hauptgeschäft in den zwei Wochen vor den Weihnachtsfeiertagen gemacht, wobei er ebenfalls feststellt: „Das hat sich in den vergangenen Jahren immer mehr nach hinten verschoben.“ Bei Blumen Decker ist der erste Schwung des Weihnachtsgeschäfts bereits vorbei – Adventskränze werden selbstredend nur bis zum ersten Advent gekauft. Dann geht die Nachfrage nach Christbäumen gerade los, sagt Markus Decker. „Unser Hauptwochenende ist am dritten Advent, aber wir verkaufen auch in dieser Woche noch gut Bäume.“