Corona-Ambulanz Achern
In der Corona-Ambulanz in der Hornisgrindehalle mussten nur vereinzelte Patienten behandelt werden. | Foto: Michaela Gabriel

Suche nach neuen Räumen

Die Acherner Corona-Ambulanz ist im „Standby-Betrieb“

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Die Corona-Ambulanz in der Acherner Hornisgrindehalle läuft derzeit im Standby-Modus – die befürchtete große Infektionswelle blieb hier bisher aus. Dann kamen die Lockerungen – vorsorglich sucht man jetzt neue Räume für das Angebot.

Die Corona-Ambulanz in der Acherner Hornisgrindehalle ist momentan auf Eis gelegt. „Wir sind aber im Standby-Modus, falls eine neue Infektionswelle kommen sollte“, sagt Gregor Joerger, Ansprechpartner der Kassenärztlichen Vereinigung für Achern und Allgemeinarzt in Ottenhöfen. „Der große Schwung ist bisher ausgeblieben – und wir alle können froh sein, dass es so gekommen ist.

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Zu Beginn der Karwoche hatte man in der Ortenau zeitgleich fünf Ambulanzen in Achern, Oberkirch, Offenburg, Lahr und Wolfach eröffnet. Bei deren Ausstattung hatten Stadt, Kassenärztliche Vereinigung und Ortenau Klinikum zusammengearbeitet. Nur wenige vereinzelte Patienten hätten die Acherner Ambulanz aufgesucht, sagt Gregor Joerger. Eine konkrete Zahl will er nicht nennen. In der Woche nach Ostern sei dann kaum mehr Bedarf gewesen. So war der „Weiße Sonntag“ schließlich der bislang letzte Öffnungstag.

Große Infektionswelle blieb aus: Kein Corona-Abstrichzentrum in Achern nötig

Corona-Test wurden hier nicht gemacht. „Wir waren gut organisiert, es war nicht nötig, in Achern ein Abstrichzentrum einzurichten“, sagt Joerger. Im Fall einer großen Infektionswelle, die die Hausärzte nicht mehr bewältigen können, kann die Ambulanz für Entlastung sorgen. Ebenso, falls Praxen schließen müssen, weil das Personal selbst erkrankt ist. Zudem war in Arztpraxen kein Material, keine Schutzausrüstung vorhanden. Selbst Gummihandschuhe und einfache Schutzmasken waren schwer zu bekommen.

Vor zwei Wochen hatten wir leichte Lockerungen: Jetzt müssen wir sehen, wie sich das auswirkt.

Gregor Joerger, Ansprechpartner der Kassenärztlichen Vereinigung für Achern und Allgemeinarzt in Ottenhöfen

Deshalb behandeln in der Ambulanz als zentrale Anlaufstelle – und zwar mit der nötigen Schutzausrüstung – jeweils ein Arzt und drei Medizinische Fachangestellten ausschließlich Infektpatienten beziehungsweise Patienten, bei denen entschieden werden muss, ob sie ins Krankenhaus müssen oder ihren Infekt zu Hause auskurieren können. Die Hausärzte sind es auch, die die Patienten in der Ambulanz anmelden. Die große Welle an Betroffenen blieb, glücklicherweise, wie man sagen muss, aus. „Vor zwei Wochen hatten wir leichte Lockerungen, jetzt wieder, und die Schule hat teilweise wieder begonnen: Jetzt müssen wir sehen, wie sich das auswirkt“, sagt Joerger.

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Einrichtung wäre sofort abrufbar

Problematisch sei, dass sich die Acherner Ambulanz in der Nähe des Gymnasiums befindet und nicht klar sei, ob und wann der Gymnastikraum, in der die Ambulanz untergebracht war, wieder von der Schule genutzt wird. Vorsorglich sei man deshalb auf der Suche nach räumlichen Alternativen und habe auch schon konkrete Ideen. „Im Moment ist alles auf Standby und bei Bedarf sofort abrufbar“, so Joerger: „Sollte es nötig sein, sind wir da schnell“.

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