Wespe
Die Wespen sind im August besonders nervig. Doch es gibt einfache Mittel gegen die Plagegeister, sagt Lothar Krikowski, Fachberater bei der BUND-Ortsgruppe Ettenheim. | Foto: Rumpenhorst

Insektenexperte aus der Ortenau

Ein wenig Süßigkeiten als Ablenkung für Wespen

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Es summt und schwirrt. Hornissen und Wespen sind unterwegs. Für viele Menschen sind die vor allem im August aggressiv auftretenden Tiere nervig. Doch sind die Insekten wirklich so schlimm? Und was kann man tun um ein zusammen Leben mit ihnen erträglicher zu machen? Adriano Nicolosi hat sich mit Lothar Krikowski aus Ringsheim, Experte für Hornissen und Wespen beim BUND, unterhalten.

Herr Krikowski, wie sollte man sich am besten gegenüber Wespen und Hornissen verhalten?

Krikowski: Am besten friedlich. Man sollte sich nicht zu nahe an den Nestern aufhalten. Das Wichtigste ist, man schüttelt nicht daran rum oder beschädigt es, denn dabei werden sie sauer. Wir möchten es ja auch nicht, dass jemand unser Zuhause beschädigt.

Jetzt zur Grillzeit, wie kann man sich am besten vor den Wespen schützen und sein Essen verteidigen?

Krikowski: Ganz wichtig, es ist nur die Deutsche und die Gemeine Wespe. Hornissen als größte Wespenart und alle anderen Wespenarten sind daran nicht interessiert. Einfach in einer kleinen flachen Schale was Süßes tun. Das kann zum Beispiel Zuckerwasser, Hönig oder Marmelade sein. Dies kann dann ein paar Meter entfernt von dem Esstisch aufgestellt werden. Nach dem Essen sollte man das aber wieder entfernen, dass sich die Wespen nicht daran gewöhnen. Eine andere Möglichkeit wäre eine Nest-Attrappe, ein sogenannten Waspinator zu bauen. Der Waspinator besteht aus einer bedruckten Folie, die man mit Styropor oder anderen Verpackungsmaterial füllt. Diesen hängt man dann über den Tisch auf. Die anfliegenden Wespen sehen, dass hier ein anderes Nest hängt und meiden diesen Bereich.

Haben Sie das Gefühl, dass dieses Jahr mehr Wespen und Hornissen unterwegs sind?

Krikowski: Auf keinen Fall. Die Deutsche und Gemeine Wespe ist dieses Jahr sogar weniger vertreten als in den vergangenen Jahren. Was mir ehrlich gesagt Sorgen bereitet. Überraschend ist aber, dass die Gallische Feldwespe dieses Jahr häufiger vorgekommen ist als üblich.

Was sind die Unterschiede von einer Hornisse und einer Wespe?

Krikowski: Äußerlich sind sie für den Unerfahrenen schwer unterscheidbar. Hornissen sind immer größer. Die Gallische Feldwespe ist dadurch erkennbar, dass sie ihre Hinterbeine beim Fliegen nach unten hält und ihre Nester recht klein baut. Die Deutsche und Gemeine Wespe baut ihre Nester oft in Rollladenkästen. An Bäumen oder Hecken ist die Mittlere Wespe am Werk und baut dort ihr Nest. Die Nester bestehen aus Papier, denn man muss wissen, dass die Wespen die ursprünglichen Erfinder des Papieres sind. Sie zerkauen verwittertes Holz und mischen dies mit ihrem Speichel. So entsteht Papier.

Wie sollte man bei einem Wespenstich handeln?

Krikowski: Ich empfehle Hitze. Egal um welchen Stich es sich handelt, ob Biene, Wespe, Hornisse oder Bremse. Am besten Wasser auf 50 Grad erwärmen, bei Kindern reichen schon 40 Grad; einen Löffel in das warme Wasser halten und die erwärmte Rückseite des Löffels auf den Stich für circa fünf Sekunden drücken. Falls man unterwegs sein sollte, kann man auch ein Feuerzeug benutzen und dies solange betätigen, bis sich das Metall erwärmt hat. Natürlich darf man nicht vergessen, die Flamme wieder erlöschen zu lassen. Auch eine gute Lösung für unterwegs ist ein „Bite Away“. Das ist ein elektronisches Gerät, bei dem sich die Spitze auf 40 bis 50 Grad erwärmt. Die legt man dann wie bei dem Löffel auch auf die betroffene Stelle.

Werden Sie selbst mittlerweile noch von Wespen gestochen?

Krikowski: Ja klar, immer wieder. Manche sind sogar so schlau, dass sie sogar einen Weg durch meinen Schutzanzug finden.

Siedeln Sie im Ausnahmefall auch Nester um?

Krikowski: So eine Umsiedlung ist nicht ganz einfach. Wir müssen immer zu zweit sein und darauf achten, dass wir alle Tiere einfangen und nicht verletzen. Hinzu kommt noch, dass die Tiere natürlich nicht erfreut darüber sind. Wenn man vermeiden möchte, dass Wespen und Hornissen ein Nest bauen, dann sollte man früh beobachten, ob eine Königin sich einnistet. Allerdings ist es ratsam bei schon bestehenden Nestern, bis zum Herbst abzuwarten. Die Tiere sterben, die Jungkönigin kommen nach dem Hochzeitsflug nicht mehr ins Nest zurück und das Nest bleibt leer. Die Nester sollte man unbedingt hängen lassen, da eine Jungkönigin im nächsten Jahr ein altes Nest meidet.

Worauf muss man achten, wenn man die leeren Nester entfernen möchte?

Krikowski: Ich kann nur raten, das leere Nest nicht zu entfernen, da Wespen das alte Nest nicht nochmal benutzen und eine Jungkönigin normal dort auch nicht in der Nähe baut. Außerdem finde ich ein leeres Wespennest auch eine Attraktion. Wer allerdings doch darauf besteht, kann das alte Nest einfach auf dem Kompost entsorgen.