Bisher konnte man das "RegioX"-Ticket in Achern kaufen und dort losfahren. Das ist ab dem 9. Dezember nicht mehr möglich. | Foto: Lara Teschers

Änderungen im „RegioX“-Ticket

Fahrgäste ab Achern sind im Nachteil

Anzeige

Mit dem Fahrplanwechsel im Schienenverkehr am Sonntag wird nicht nur der neue Baden-Württemberg-Tarif eingeführt (der ABB berichtete), sondern auch die Gültigkeiten des Tagestickets „RegioX“ ändern sich. Das betrifft besonders Kunden in Achern.

Tagesticket nicht mehr bis Achern gültig

Bei „RegioX“ handelt es sich um ein Ticket, welches für eine („RegioX Solo“) oder bis zu fünf Personen („RegioX Plus“) erworben werden kann. Es ist gültig in den Netzen des Karlsruher Verkehrsverbunds (KVV), der Verkehrsgesellschaft Bäderkreis Calw (VGC), der Verkehrsgemeinschaft Freudenstadt (VGF) und des Verkehrsverbunds Pforzheim-Enzkreis (VPE). Darüber hinaus deckt es noch einzelne Schienenstrecken in andere Tarifverbünde ab. Von diesen Strecken werden nun einige gestrichen – unter anderem die von Bühl zum Acherner Bahnhof.

Grund ist neuer BW-Tarif

Den Grund erklärt Nicolas Lutterbach vom KVV: „Das hängt mit der Einführung des neuen BW-Tarifs zusammen, in dem die RegioX-Karte aufgeht.“ Lydia Tolksdorf von der Baden-Württemberg-Tarif GmbH fügt hinzu: „Im BW-Tarif ist bei allen Tickets die Nutzung des ÖPNV am Start- und Zielort mitinbegriffen. Dies ist bei den Schienenstrecken nach Heilbronn, Öhringen, Achern sowie Bietigheim-Bissingen bisher nicht der Fall. Daher sind diese bei der neuen Version des RegioX-Tickets nicht mehr enthalten.“

Acherner müssen ausweichen

„Das ist ein eindeutiger Nachteil für Fahrgäste ab Achern“, ärgert sich ein ABB-Leser, der anonym bleiben möchte. Er nutzte das Ticket bisher meist zu zweit, um von Achern aus Touren zu unterschiedlichen Zielen wie Pforzheim, Speyer oder Karlsruhe zu unternehmen.

Von Sonntag an muss er auf andere Tickets ausweichen. Das einzige Tagesticket, das in all diesen Verbünden und auch in Achern gültig ist, ist das bisher bekannte Baden-Württemberg-Ticket („BW-Ticket“). Es kann im ganzen Land verwendet werden, allerdings erst ab 9 Uhr morgens. Diese zeitliche Begrenzung hatte das „RegioX“-Ticket nicht. Zudem ist es deutlich teurer: Das „RegioX“-Ticket kostet 18,90 Euro für eine und 29,90 Euro für fünf Personen, beim BW-Ticket wären das 24 und 48 Euro, eigene Kinder und Enkel bis 14 Jahren können dafür kostenlos mitfahren.

Einzelfahrscheine als Alternative

Tolksdorf empfiehlt Gruppen, die in Achern starten, das „bwGruppe“-Ticket des neuen BW-Tarifs. Es ist für Gruppen ab sechs Personen. „Im Vergleich zum Einzelpreis ist es um die Hälfte reduziert und anders als das BW-Ticket schon vor 9 Uhr nutzbar“, so Tolksdorf. Es sei als einfache Fahrt oder Hin- und Rückfahrt buchbar, jedoch nicht als Tagesticket. Einen pauschalen Preis gebe es nicht, denn die Kosten seien abhängig von der Strecke. Für Alleinreisende gibt es entsprechende Einzeltickets.

Höhere Ticketpreise

„Wenn ich bisher ab Achern gefahren bin, hatte ich angenehme Fahrpreise, kam ziemlich weit, war ungebunden und konnte den ganzen Tag von Stadt zu Stadt fahren“, so der ABB-Leser. Letzteres geht mit einem Hin- und Rückfahrschein nicht. Ein Fahrschein für eine Person ab Achern inklusive Rückfahrt kostet von Sonntag an beispielsweise 19,60 Euro nach Karlsruhe, nach Bretten 24,80 Euro, 25,80 Euro nach Pforzheim oder 35,80 Euro nach Heilbronn – mehr, als das „RegioX Solo“ bisher kostete. Erst mit einer Gruppe von sechs Personen wird es für den Einzelnen billiger.

Dabei soll der BW-Tarif das Überqueren von Tarifgrenzen vereinfachen, indem nur noch ein Ticket nötig ist, statt einzelne in jedem durchfahrenen Verkehrsverbund. Außerdem werden die grenzüberschreitenden einzelnen Fahrscheine billiger als bisher.

Startpunkt Bühl

Wenn nun aber eine Hin- und Rückfahrt nicht reicht, weil man mehrere Orte erkunden möchte? Dann müssen Acherner demnächst zum BW-Ticket greifen. Oder sie fahren mit einem zusätzlichen Fahrschein nach Bühl und kaufen dort das „RegioX“-Ticket. „Dann stehen dort noch mehr Autos mit OG-Kennzeichen auf den kostenlosen Parkplätzen“, vermutet der anonyme Leser.