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Mit falschen Fünfzigern hantierte mutmaßlich eine Gruppe junger Männer aus dem Ortenaukreis. Gegen sie hat die Staatsanwaltschaft nun Anklage erhoben. | Foto: Sven Hoppe

Geldfälscher in Lahr

Falsche Fünfziger kosteten 25 Euro

Die Staatsanwaltschaft Offenburg hat vor dem Amtsgericht Anklage gegen sechs mutmaßliche Geldfälscher erhoben. Den Männern wird zur Last gelegt, Falschgeld besorgt und in Umlauf gebracht zu haben. Wegen des Alters der Angeklagten findet die Verhandlung vor dem Jugendschöffengericht statt.

25 Euro für falsche Fünfziger

Wie die Staatsanwaltschaft mitteilt, ist nach derzeitigem Ermittlungsstand von folgenden Taten auszugehen: Ein heute 22-Jähriger bezog im Juni und Juli 2016 von Unbekannten regelmäßig falsche 50-Euro-Scheine im Wert von insgesamt mindestens 5 000 Euro. Pro Schein bezahlte er 25 echte Euro.

Falschgeld auf der Ladentheke

Anschließend wollte der Mann die falschen Geldscheine ausgeben. Hierzu suchte er Geschäfte auf und kaufte preiswerte Ware, um bei Bezahlung mit einem falschen 50-Euro-Schein möglichst viel echtes Wechselgeld zu erhalten. Teilweise übergab er das Falschgeld auch an seinen jetzt 17-jährigen Bruder und einen 16-jährigen Bekannten, die auf dieselbe Art und Weise an echtes Geld gelangen wollten.

Taten in Lahr und Düsseldorf

Zur Umsetzung ihres Plans suchten die jungen Männer Geschäfte in Düsseldorf, überwiegend aber in Lahr auf. Die Verkäufer der Bäckereien, Imbisse und anderer Läden nahmen das Geld als Echtgeld an, in einigen Fällen erkannten sie das Geld jedoch auch als Falsifikat. In einem Fall brachte auch ein jetzt 23-Jähriger einen falschen Schein in den Verkehr, dem für sein Tun zehn Euro Belohnung versprochen worden war.

Widerstand gegen die Polizei

Bereits im August war der 17-Jährige im Zusammenhang mit den Taten festgenommen worden. Die Beamten der Kriminalpolizei beleidigte er dabei mehrfach mit den Worten „fickt euch“ und widersetzte sich der Festnahme. Einen Beamten trat er mit dem Fuß ins Gesicht, der dadurch aber keine schwerwiegenden Verletzungen erlitt. Gegen Auflagen wurde der junge Mann wieder auf freien Fuß gesetzt.

Betrug auch im Internet

Sein 22-jähriger Bruder ist zudem noch wegen mehrerer Betrugsdelikte angeklagt, weil er in mindestens fünf Fällen telefonisch oder per Internet Ware im Wert von insgesamt rund 1 800 Euro bestellte. Dabei gab er vor, willens und in der Lage zu sein, die Ware zu bezahlen. Tatsächlich hatte er vor, nicht zu bezahlen und die Ware gewinnbringend weiterzuverkaufen. In zwei Fällen wurde die Ware an ihn ausgeliefert.

Drogenkauf mit „Blüten“ scheiterte

Die Anklage richtet sich auch gegen zwei weitere, heute 26- und 31-jährige Männer. Ihnen wird vorgeworfen, zwischen Juli und September im vergangenen Jahr 12 000 Euro Falschgeld besorgt zu haben. Mit diesem Geld wollten die Männer Drogen ankaufen, was jedoch scheiterte. Schließlich versuchten auch sie, die „Blüten“ durch Einkäufe in echtes Wechselgeld „umzutauschen“.

Falschgeld zum Teil noch im Umlauf

Die bei den Taten verwendeten, falschen Scheine konnten nach Angaben der Staatsanwaltschaft nur zum Teil aus dem Verkehr gezogen werden. Die fünf Männer müssen sich nun wegen Geldfälschung und Betrugs, der 17-Jährige zudem wegen Beleidigung, Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und gefährlicher Körperverletzung vor Gericht verantworten.

Angeklagten droht Freiheitsstrafe

Den Erwachsenen drohen dabei Freiheitsstrafen von mindestens zwei Jahren, bei den Minderjährigen wird Jugendstrafrecht angewendet. Teilweise befinden sich die Angeklagten in Untersuchungshaft. Die Taten wurden von einem Teil der Angeklagten bereits eingeräumt.