Heiße afrikanische Tänze mit Awa Sonko aus dem Senegal: Beim Acherner Stadtfest gab es ein buntes Programm. | Foto: Roland Spether

Hitze, Hits und Harmonie

Fest der Feste in Achern

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Von Roland Spether

Sommer, Sonne, Superstimmung. Die City glich einer Piazza wie im sonnigen Süden, als das Acherner Stadtfest über die Bühne ging und seinem guten Ruf als Fest der Feste in der Stadt alle Ehre machte. Denn nach einem Tag mit tropischen Temperaturen strömten am Abend die Gästen aus allen Himmelsrichtungen herbei, auf der Festmeile ging es teilweise nur noch Haut an Haut voran und auf den Bühnen vom Rathaus „Am Markt“ über den Adlerplatz und den Stadtgarten bis in die Oberstadt lief ein musikalisches Non-Stop-Programm in allen Variationen.

Ulm im Schwarzwald

„Jetzt geht’s endlich los. Wenn jetzt noch der Fassanstich gelingt, dann wird es heute ein tolles Fest“, so Cheforganisator Hans-Peter Vollet zwei Minuten vor dem Anzapfen des Freibierfasses durch Oberbürgermeister Klaus Muttach. Dieser versprühte derweil Festtagslaune pur, griff sehr zuversichtlich zum großen Holzhammer und begrüßte hintersinnig die Sponsoren der „Brauerei Bauhöfer aus Ulm im Schwarzwald“. Die ließen ein großes Freibierfass anrollen, grüßten mit einem kühlen Export auch im Geiste von „Bauhöfers Schwarzwaldmarie“ und rollte so für Klaus Muttach den roten Teppich aus, der dann eigentlich nur noch zu den flotten Klängen der Musikschule unter der Leitund von Daniel Heine) den Zapfhahn an Ort und Stelle zu platzieren hatte. Während sich die Stadträte sicherheitshalber hinter das Bierfass traten, flankierten Bürgermeister Dietmar Stiefel und Hans-Peter Vollet mutig das Holzfass und hatten vollstes Vertrauen in ihren Chef, der dieses mit einem gezielten Schlag auch voll und ganz rechtfertigte.

„Ozapft isch“ verkündete Klaus Muttach weithin hörbar die Kunde vom Auftakt des Acherner Stadtfest, das mit über 80 Ständen, drei Hauptbühnen, mehreren Kleinbühnen und eine ein internationale kulinarische Hitparade vom Allerfeinsten keine Genießerwünsche offen ließ. „Ich hoffe, dass es ein friedliches, schönes Fest mit viele tollen Begegnungen und netten Menschen wird“, so der Oberbürgermeister, der sich bei den vielen Festwirten aus Gruppen, Vereinen und Gastronomen bedankte und sich wünschte, dass das Stadtfest ein „Fest der Gesamtstadt“ wird. Ein ganz dickes Lob galt Hans-Peter Vollet und den die Mitarbeiter aus dem Fachbereich Soziales, Kultur und Sport sowie dem Bauhof und dem Wasserwerk, ebenso dem Energiewerk Ortenau (EWO) mit Geschäftsführer Frank Zarska als Hauptsponsor sowie allen, die auf irgendeine Weise zum guten Gelingen des Festes beitrugen.

Töpfe und Pfannen unter Volldampf

Hier, wie an allen Festplätzen, standen nicht nur die Töpfe und Pfannen unter Volldampf. Wie Helga Bahls und Michaela Volz vom Chor „achorat“ aus Gamshurst erging es vielen, die am Samstag in aller Frühe auf den Beinen waren, der tropischen Hitze trotzten und fleißig bei der Arbeit waren, um die gemütlichen Plätzchen und kulinarischen „Futterstände“ für die Festgäste vorzubereiten. Aber dies taten die vielen Helfer für ihren Verein und das Acherner Stadtfest sehr gern, wenngleich die Hitze und Schwüle doch für so manche Schweißperle zusätzlich sorgte. Auch am Sonntag waren nach einem langen Abend nochmals alle auf den Beinen, die Gäste mit Gaumenfreuden vom Feinsten zu vorsorgen. Allein die Narrhalla brachte 250 Kilo Spareribs an den Mann.

„All You Need Is Beat“

„Wir lieben diese Stadt“ versicherte Frontmann „Ted Fever“ Werner Bohnert, der, geziert mit seiner Brille aus alten Paul McCartney-Zeiten mit der Kultband „Catfish“ beim Stadtfest in Achern ewig junge Songs von den 50er bis 80er Jahren präsentierte. Die Ratskellerstraße wurde zu einem Tanzpalast „Open Air“, die Leute tanzten flotten Rock ’n’ Roll – und mit dem fabelhaften „Catgirl“ Katrin Sauer, „Johnny Favorit“ Michael Kratschmayr und Frank „Thunderfoot“ Baumbach jubilierten alle: „All You Need Is Beat“. Das war „Summer-Feeling“ wie im sonnigen Süden und Partystimmung wie einst zu besten Elvis-Zeiten.

Musikalischer Jugendtreff

Der Adlerplatz wurde derweil zum zweiten Mal musikalischen Jugendtreff, denn hier standen die zahlreichen Gigs auf der Jugendbühne der Kommunalen Jugendarbeit (Leitung Sabrina Lusch) auf dem Programm. Es gab auch eine Premiere, denn erstmals war der Jugendgemeinderat „On Stage“ mit dabei und betreute einen Getränkestand, um unter schattigen Bäume für die nötige Erfrischung und eine chillige Atmosphäre zu sorgen. Am ersten Festtag präsentierten die Bands „Karl Rich and the Marching Band“ die Schulband der Realschule, „Illument“, „Niklas Bohnert & Band“ und „Machine Gun Dog“ einen groovy Sound und tolle Stimmung, am zweiten Tag gab es unter dem Motto „Wer kann, der darf“ auch eine offenen Bühne mit heißer Musik und flotten Tänzen.

Musik für fast jeden Geschmack

Beim Schlendern über die Festmeile erlebten die Gäste ein klingendes und singendes Achern in allen Variationen. Ob „Stormy Wather“, „Frogrock“, „Tom and Friends“ und „Fox Devils Wild“, ob Michele Mahn & Band, Niklas Bohnert und Band oder die Partyrockband „Sonrise“ – für jeden Geschmack und jeden Alters war das musikalische Tableau gerichtet. Auch die Partyband „Park & Ride“, DJ Frank, „Covertones live“ und viele Gruppen bei der offenen Jugendbühne waren dabei – nicht zu vergessen die Entertainer Herm und Schmücker (HS Events), die auf der großen Hauptbühne mit „Roland Kist – Ihr Programm“ ein kunterbuntes Programm von afrikanischen, karibischen und orientalischen Tänzen über singende Kinder auf Entdeckungstour im Wald bis zum heißen Modern Dance der Spezialmarke TFG Önsbach präsentierten.