Schwarzwaldhochstraße Entwicklungskonzept
Dem Verkehrschaos auf der an Wochenenden stark frequentierten B 500 will man mit einem einheitlichen Konzept begegnen. | Foto: Benedikt Spether

B 500-Entwicklungskonzept

Frischer Wind für die Schwarzwaldhochstraße

Ein breites Indoor-Freizeitangebot, die Stärkung von E-Mobilität und ein Sessellift mit Aussichtsplattform am Mehliskopf: Landkreise und Leader-Aktionsgruppen wollen die Schwarzwaldhochstraße als touristische Marke wiederbeleben. Ihre Visionen haben sie in einem Entwicklungskonzept gebündelt und bei einer Pressekonferenz am Ruhestein der Öffentlichkeit vorgestellt.

Sorgenkind Schwarzwaldhochstraße

Ihrer unverändert großen Anziehungskraft zum Trotz, hat sich die B 500 zu einem Sorgenkind der Tourismusbranche entwickelt. Einstmals renommierte Hotels wie die Bühler Höhe stehen leer, das Freizeitangebot zu einseitig, das Verkehrskonzept zu wenig durchdacht. Es braucht, das ist unübersehbar, neue Ideen. Die präsentierte nun Hans-Dieter Quack von „Project M“.

Hotel-Neubau auf der Unterstmatt

„Die Schwarzwaldhochstraße hat einen unverändert hohen Bekanntheitsgrad“, betonte er. Die jährliche Besucherzahl von 1,5 bis zwei Millionen spreche eine deutliche Sprache. Bevor man neue Hotels baue, sei es aber sinnvoll, Leerstände wiederzubeleben und, wie am Unterstmatt, etablierte Standorte zu nutzen. Das dortige Höhenhotel soll in den kommenden Jahren abgerissen und durch einen modernen, dreigeschossigen Neubau ersetzt werden.

Schwarzwaldhochstraße Entwicklungskonzept
Konzept vorgestellt: Heinz-Dieter Quack (Project M), Sandra Bequier (Tourismus-Beauftragte Ortenaukreis), Martin Steudinger (Landkreis Freudenstadt) und Claus Haberecht (Landkreis Rastatt). | Foto: Dominic Körner

Luft nach oben hat der Nordschwarzwald nach Quacks Ansicht im Bereich der Freizeitangebote. Seine Empfehlung: Mehr wetterunabhängige Indoor-Aktivitäten und eine größere Barrierefreiheit. Neben der Einrichtung von zentralen Anlaufstellen für E-Mobile mit Lade- und Verleihstationen für E-Bikes, Pedelecs und Trekking-Rollstühle schwebt Quack am Mehliskopf Großes vor. Einer der Schlepplifte könnte durch einen Sessellift ersetzt werden, der auch mobilitätseingeschränkte Menschen auf den Gipfel bringt. Damit nicht genug: „Oben könnte ich mir eine Aussichtsplattform mit Panorama-Blick vorstellen“, sagte Quack.

Nahverkehr soll besser vernetzt werden

Dem Verkehrschaos auf der an Wochenenden stark frequentierten B 500 wolle man mit einem einheitlichen Konzept begegnen, in das Nationalpark und Naturpark miteinbezogen würden, erklärte Dezernent Claus Haberecht vom Landratsamt Rastatt. Man wolle die E-Mobilität stärken und eine bessere Vernetzung des öffentlichen Nahverkehrs aus den Tälern erreichen.

Lenkungsgruppe entwickelt Pläne

In den kommenden Monaten soll eine Lenkungsgruppe, der Landkreise, Leader-Aktionsgruppen, Nationalpark und Naturpark angehören, einen Kosten- und Zeitplan für die Realisierung einzelner Projekte entwickeln. Dazu zählen neben einem Jugend- und Familienhotel am Plättig und einem Museum mit Bistro und Ferienwohnungen in Sand auch die in der Entstehung befindlichen Wildtierparks an der Alexanderschanze und in Sasbachwalden. Grundsätzlich, könne man nur den Anstoß zu Projekten geben, so Haberecht. Bei deren Umsetzung sei man auf Investoren angewiesen.