Steigende Spannung: Noch ist es ruhig im Kehler Rheinstadion. Doch am 18. August geht es auf und um den Rasen hoch her, wenn der 1. FC Nürnberg auf den SV Linx trifft. Im Vordergrund ein Wellenbrecher, der auf den Stehrängen der Sicherheit dient. | Foto: Alessandra Hamsch

SV Linx gegen 1. FC Nürnberg

Hoher Organisationsaufwand vor Pokalspiel in Kehl

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Die Spannung steigt bei den Fans des SV Linx vor dem wohl größten Spiel seit 24 Jahren: Am Samstag, 18. August trifft der Oberligist im Kehler Rheinstadion in der ersten Runde des DFB-Pokals auf den Erstligaaufsteiger 1. FC Nürnberg. Hinter den Kulissen laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren: Polizei, Kehler Stadtverwaltung und Vertreter des SV Linx arbeiten dabei eng zusammen.

Bis zu 7.500 Zuschauer bei Pokalspiel erwartet

Bis zu 7.500 Zuschauer erwarten die Verantwortlichen, darunter 2.000 Fans aus Nürnberg. Etwa 30 Journalisten werden rund um diese Partie berichten, der Pay-TV-Sender Sky überträgt live, das Erste plant eine umfangreiche Berichterstattung für die Sportschau, erklärt Dieter Heidt, Pressewart des SV Linx. Die Pokalbegegnung sei für den Verein und dessen Verantwortlichen eine organisatorische Herausforderung. So hat das Kehler Rheinstadion, anders als Arenen der Bundesligavereine, keine Kommentatorenplätze. Auch die Ausstattung mit WLAN muss für die Arbeit für die Medien erst noch sichergestellt werden, berichtet Heidt. So werden auf der oberen Empore der Tribüne links und rechts der Kabine des Stadionsprechers Plätze für Kommentatoren und Journalisten eingerichtet. Entlang des Spielfeldes und auf der Haupttribüne fangen Fernsehkameras Spielszenen auf dem Kehler Rasen ein.

Strenge Akkreditierungsvorschriften

Die Akkreditierungsvorschriften vonseiten des DFB sind streng. Während der Partie und bis zu zwei Stunden nach Abpfiff dürfen zum Beispiel keine Fotos nach außen übertragen und veröffentlicht werden.
Mit dem 1. FC Nürnberg steht der SV Linx in engem Kontakt wegen möglicher Problemfans. Der SV Linx entschied sich auch aus einem besonderen Grund für das Kehler Rheinstadion. Es hat sogenannte Wellenbrecher, sprich Geländervorrichtungen auf den Stehrängen. Das Vereinsheim des Kehler FV wird am Tag der Pokalbegegnung zu einem Presse- und Sicherheitszentrum. Dort finden die Pressekonferenzen statt sowie Lagebesprechungen der Einsatzkräfte. Ein privater Dienst ist für die Sicherheit am Spieltag zuständig. Die Kosten muss der SV Linx selbst stemmen. Ob die Einnahmen aus dem Kartenverkauf und der Fernsehübertragung die Kosten für die Organisation und den Sicherheitsaufwand decken, bleibt vorerst abzuwarten, betont Heidt. Erfahrungen anderer kleinerer Vereine in den vergangenen Spielzeiten zeigten jedoch, dass dies bei Pokalspielen in der ersten Runde der Fall sei.

Kehl setzt auf „Anti-Terror-Poller“

Der Kehler Stadtverwaltung ist ein geregelter Ablauf der Veranstaltung nach eigenen Angaben wichtig. Dabei gehe es auch um Gefahrenabwehr: „So werden beispielsweise Anti-Terror-Blockaden aufgestellt, getrennte Fan-Zugänge eingerichtet oder eine Brandsicherheitswache durch die Feuerwehr gestellt“, erklärt die Kehler Stadtsprecherin Annette Lipowsky auf Anfrage.

Notumbau der Südkurve

Ersatztribünen werden nicht aufgestellt. Sicherheitsschleusen mit Personenkontrollen sind an jedem Zugang zum Inneren des Rheinstadions vorgesehen, heißt es weiter. Die derzeitige Sanierung der Südkurve tangiert auch das Pokalspiel. „Die für 2019 geplanten Sanierungsarbeiten können nicht vorgezogen werden“, räumt Lipowsky ein. Die Lösung: Anhand eines Notumbaus errichtet die Stadt derzeit ein Provisorium. Dies sei mit Polizei, DFB und der Unfallkasse abgesprochen. Somit können doch 1.500 Zuschauer von der Südkurve aus das Gesehen verfolgen. Die Stadt habe in diesem Bereich zudem zusätzliche Rettungswege erschlossen. Bereits seit klar ist, dass der Traditionsclub aus Franken in Kehl auf die Linxer Fußballer trifft, bereitet sich die Polizei auf diese Partie vor. Es gab bereits einen Vororttermin mit dem DFB und der ARD“, berichtet der Kehler Revierleiter Ingolf Grunwald. Der Veranstalter habe ein Sicherheitskonzept erstellt, welches der DFB derweil überprüft.

Für Kehler Polizei ein „Risikospiel“

Die Polizei betrachtet die Pokalbegegnung als „Risikospiel“. „Die Nürnberger Fanszene ist uns bekannt“, betont Grunwald. Er geht davon aus, dass die Nürnberger Polizei ihre Kehler Kollegen unterstützt. Wie viele Polizisten im Umfeld des Kehler Rheinstadions im Einsatz sein werden, stehe noch nicht fest, so Grunwald. Erst wenn klar ist, wie viele Fans des Clubs nach Kehl reisen werden, werde das Einsatzkontingent ermittelt.