Klare Vorgabe: Geburtshilfe und Gynäkologie in der nördlichen Ortenau sollen in Achern konzentriert werden. | Foto: Pleul

Verwaltung bezieht Stellung

Nun ist es offiziell: Die neue Geburtshilfe soll nach Achern

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Die neue geburtshilfliche Hauptabteilung für die nördliche Ortenau soll in Achern angesiedelt werden. Die am Dienstag veröffentlichte Beratungsvorlage für die Sitzung des Krankenhausausschusses am 12. Juni bestätigt jetzt offiziell, was der Acher- und Bühler Bote bereits am 19. Mai exklusiv berichtet hatte. Demnach spricht sich die Kreisverwaltung eindeutig für den Standort Achern aus. Für die Umsetzung der Pläne bis zum Jahr 2020 müssen in Achern weitere 2,2 Millionen Euro investiert werden. Dafür soll die neue Hauptabteilung mit eigenem Chefarzt im dritten, vierten und sechsten Geschoss des Baus A untergebracht werden.

In Oberkirch fehlt Infrastruktur

Eine Verlagerung nach Oberkirch wäre zwar wegen der dort besseren baulichen Voraussetzungen knapp eine Million Euro günstiger gewesen, allerdings sprechen laut Verwaltung zahlreiche medizinische und organisatorische Gründe gegen den Standort Oberkirch – unter anderem schlicht der, dass es dort in vielen Bereichen an der erforderlichen Infrastruktur fehlt.

Protest blieb fruchtlos

In Oberkirch wehrt man sich seit Wochen massiv gegen die befürchtete und nahe liegende Weichenstellung zugunsten des Standorts Achern, nicht zuletzt, weil man eine weitere Schwächung des ohnedies unter geringer Auslastung leidenden Krankenhauses befürchtet. Wie die Kreisverwaltung in ihrer Sitzungsvorlage erläutert, sollen im Gegenzug zur Entscheidung über die Geburtshilfe planbare chirurgische Eingriffe nach Oberkirch verlegt werden, auch um in Achern die für eine Geburtshilfe notwendigen OP-Kapazitäten beispielsweise für Kaiserschnitte zu schaffen.

Reformpaket kommt auf den Tisch

Der Krankenhausausschuss stellt bereits am kommenden Dienstag die Weichen für das gesamte Reformpaket. Die Verwaltung geht offenbar nicht mehr von einer sehr kontroversen Debatte aus, da man bereits knapp drei Stunden nach dem Sitzungsbeginn am späten Vormittag zu einem Pressegespräch gemeinsam mit den Fraktionschefs geladen hat. Das letzte Wort in der Angelegenheit hat dann der Kreistag bereits in seiner Sitzung am 24. Juli.

Neubau auf Brachfeld-Areal

Auch in anderer Hinsicht drückt die Verwaltung aufs Tempo: Aus der Tagessordnung steht neben der Agenda 2030, den Grundzügen der großen Klinikreform also, am Dienstag auch bereits der Beschluss über den Neubau von Krankenhäusern in Achern und Offenburg. Wie von der Stadtverwaltung vorgeschlagen, soll dabei der Neubau in Achern auf dem Brachfeld-Gelände entstehen, das neben guten städtebaulichen Voraussetzungen auch die ideale Lage im Verbund des Klinikums habe.

Offenburger Klinik bei Windschläg

In Offenburg hingegen scheint der Kreis nicht den Vorstellunggen der dortigen Stadtverwaltung folgen zu wollen, statt in Bohlsbach will man die Großklinik offenbar nun doch nördlich von Windschläg bauen. Dies binde die großen Kreisstädte Kehl und Oberkirch besser an, wo ja wie berichtet die Akutkliniken von 2030 an aufgegeben werden sollen. Auch ein neuer Bahnhalt dort sei möglich.

Ausführliche Berichte über die Klinikreform in der Mittwochsausgabe des Acher- und Bühler Bote