SCHNELL REAGIERT hat der Baggerfahrer beim Fund einer Weltkriegsgranate in der Acher. Die Bauarbeiten mussten vorübergehend unterbrochen werden. | Foto: Michaela Gabriel

Schnelle Entwarnung

Granate im Acher-Bett gefunden

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Der Fund einer Granate aus dem Zweiten Weltkrieg hat, wie erst am Mittwoch bekannt wurde, im Acherner Stadtteil Oberachern kurzzeitig für Aufregung gesorgt. Das Sprenggeschoss wurde bei Baggerarbeiten in der Acher entdeckt. „Da der Zünder nicht mehr scharf war, konnte die Polizei schnell Entwarnung geben“, so Georg Straub als Leiter des städtischen Fachgebiets „Tiefbau“. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst rückte unverzüglich aus Stuttgart an und organisierte den Abtransport des brisanten Funds.

Professionelles Vorgehen

Straub, der sich im Übrigen beeindruckt von der professionellen Vorgehensweise aller Beteiligten zeigte, geht davon aus, dass die im Durchmesser 8,8 Zentimeter dicke und schätzungsweise zehn Kilo schwere Granate irgendwann „unsachgemäß“ in der Acher hinter einer alten Spundwand „entsorgt“ wurde. Der Baggerfahrer hatte das Geschoss am späten Dienstagvormittag in seiner Schaufel entdeckt und mit einem Anruf bei der Polizei schnell reagiert.

„Riegelrampe“ soll für Durchgängigkeit sorgen

Bei den Arbeiten im Bett der Acher handelt es sich um die erste Baumaßnahme der Stadt, mit der die nach der Wasserrahmenrichtlinie vorgegebene ökologische Durchgängigkeit der Acher mit einer sogenannten „Riegelrampe“ hergestellt werden soll. Die mit rund 200 000 Euro veranschlagten Arbeiten in dem Gewässer hatten unterhalb der Brücke der Oberkirchstraße mit dem Anlegen einer Abfahrt und dem Rückbau der alten Sohlschwelle begonnen.

Bauarbeiten nur kurzzeitig gestoppt

Nachdem der Fund der Granate die Bauarbeiten nur kurzzeitig stoppen konnte, werden die nächsten Tage die nach Planung vorgesehenen drei Querriegel sowie die Sicherung eines sogenannten „Tosbeckens“ als Übergang zu einer bestehenden Gewässersohle im Unterstrom gebaut.

Leitungen müssen tiefer gelegt werden

Doch nicht nur der Vorfall am Dienstag stellt die Verantwortlichen vor Herausforderungen: Als weitere Schritte stehen die aufwändige und technisch anspruchsvolle Tieferlegung der bestehenden Gas- und Stromleitungen auf dem Plan. Dies ist nötig, um die Absenkung der ehemaligen Gewässersohle zu ermöglichen. Zwar war die Leitungssituation allen Projektbeteiligten bereits zu einem frühen Zeitpunkt in der Planung bekannt, nicht aber die exakte Tiefenlage der Leitungen im Gewässer. Deshalb mussten diese zunächst mittels Suchschlitze erkundet werden.