Neue Tangente: Die Sasbacher Gemeinderäte fassten den Grundsatzbeschluss zum Bau der Verbindungsstraße zwischen der Infrastrukturstraße und der Sasbacher Straße beziehungsweise Hauptstraße Sasbach. Hier ein Blick auf die Baugebiete für das Krankenhaus (rechts) und das Wohngebiet Waldfeld (links).
Neue Tangente: Die Sasbacher Gemeinderäte fassten den Grundsatzbeschluss zum Bau der Verbindungsstraße zwischen der Infrastrukturstraße und der Sasbacher Straße beziehungsweise Hauptstraße Sasbach. Hier ein Blick auf die Baugebiete für das Krankenhaus (rechts) und das Wohngebiet Waldfeld (links). | Foto: Spether

Infrastruktur

Ja zur Nordtangente: Sasbacher Gemeinderat stimmt für umstrittenes Projekt mit Achern

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Der Sasbacher Gemeinderat hat den Grundsatzbeschluss für den Bau der Nordtangente gefasst. In der ersten Sitzung in Corona-Zeiten votierten die Gemeinderäte mit zehn Ja-Stimmen bei sechs Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen für dieses Projekt und dafür, dass nun die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Verbindungsstraße zwischen der Infrastrukturstraße (K5309) und der Sasbacher Straße (Achern) beziehungsweise Hauptstraße Sasbach (K5308) geschaffen werden.

Von unserem Mitarbeiter Roland Spether

Die Verwaltung bekam den Auftrag, die Anbindungen zum Industriegebiet Sasbach-West und zum Wohngebiet Waldfeld in den Planungsprozess einzubeziehen. Ferner wurde dem Gemeinsamen Ausschuss der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft Achern die Einleitung eines Verfahrens zur Änderung des Flächennutzungsplans übertragen.

Vor der Beschlussfassung hatte Manfred Scheurer den Antrag gestellt, dass der Verbindungsstraße nur dann zugestimmt werden soll, wenn auch das Krankenhaus gebaut werde. Dieser Antrag wurde mit einer knappen Mehrheit von neun Neinstimmen bei sieben Jastimmen und zwei Enthaltungen abgelehnt.

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„Vor Corona war klar, dass das Krankenhaus kommt. Sind Sie jetzt immer noch sicher, dass das Krankenhaus an dieser Stelle gebaut wird?“, wollte Manfred Scheurer von Bürgermeister Gregor Bühler wissen. „Der Kreistag hat es so beschlossen und der Städtebauliche Vertrag ist geschlossen“, so Gregor Bühler, der auch Kreisrat ist und mehrmals die Beschlusslage zum Krankenhausbau darlegte.

Zuvor erinnerte er daran, dass der Sasbacher Gemeinderat bereits in den 90er Jahren eine Nord-Osttangente über das Gewann Eichelsberg bis zum Sandweg nach Sasbachwalden einstimmig ablehnte, sich damals schon offen für eine Erschließungsstraße von der B3 (alt) zu den Bereichen Brachfeld und Waldfeld zeigten.

Nordtangente: „großes Potenzial“ für Sasbach?

Der Bau der jetzt vorgesehenen Nordtangente ohne Weiterführung bis zum Sandweg biete für Sasbach „ein großes Potenzial mit der Erschließung des Industriegebiets Sasbach-West und des Wohngebietes Waldfeld. Darüber hinaus würden wichtige Einrichtungen wie das Gymnasium in Achern sowie das neue Krankenhaus „weitsichtig mit dem übergeordneten Straßennetz B3 und A5 erschlossen“.

Es könnte auch die „ungleichmäßige Belastung durch den Pkw-Verkehr“ im Blick auf die Zu- und Abfahrt der Heimschule Lender geregelt werden, wichtig sei auch, dass parallel zur Nordtangente auch ein ausreichend breiter Rad- und Fußweg angelegt werde. Ansonsten gebe es noch viele Variable wie die Über- oder Unterführung durch die Bahntrasse, die noch zu klären seien. „Ohne diese Backbone gibt es weder links noch rechts eine Anbindung“, so Gregor Bühler.

Diese Straße kommt nur, wenn sie der Kreis bezahlt und wenn das Krankenhaus kommt.

Ambros Bühler, Gemeinderat

Amtsleiterin Kerstin Burkart zeigte den möglichen Straßenverlauf von der Infrastrukturstraße über oder unter der Bahnlinie und weiter entlang der Gemarkungsgrenze bis zur Hauptstraße auf. Die Detailplanung, wo sich die Anbindungen befinden und wie sie gestaltet werden, erfolgen mit den weiteren Planungen und baurechtlichen Festlegungen. „Diese Straße kommt nur, wenn sie der Kreis bezahlt und wenn das Krankenhaus kommt“, so Ambros Bühler, der diese Verbindungsstraße auch aus Sasbacher Sicht für notwendig hält.

Würde die Nordtangente den Verkehr in Achern entlasten und in Sasbach belasten?

„Für mich sind noch zu viele Fragen offen“, meinte Monika Baumann. Die Gemeinderätin befürchtet, dass der Verkehr in Achern entlastet und der in Sasbach belastet werde. „Ich stimme nur zu, wenn auch das Krankenhaus gebaut wird“, so Bernhard Wölfle, der vor allem den „Flächenfraß“ ansprach und monierte, weshalb das Glashütten-Areal nicht als Klinik-Standort zum Zuge kam.

Auch Bürger brachten sich in die Diskussion ein und kritisierten vor allem das erwartet hohe Lärm- und Verkaufsaufkommen für Sasbach.