Ziegler
Am Standort Oberachern hat die Firma Ziegler seit 1893 ihren Sitz. Eigenständigkeit und Name des Unternehmens sollen mit der Übernahme vorerst erhalten bleiben. | Foto: Stefanie Prinz

Konzern in Asien präsent

Japanisches Unternehmen kauft Oberacherner Firma Ziegler

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Die Firma J.H. Ziegler mit Sitz in Achern-Oberachern wird an Teijin Frontier Co. aus Japan verkauft. Der Kaufvertrag ist am Freitag unterzeichnet worden, an diesem Montag hat das Unternehmen, das sogenannte Mehrschichtprodukte für die Automobilindustrie herstellt, seine Mitarbeiter im Kurhaus Sasbachwalden informiert. Dort stellte sich auch der aus Japan angereiste Vice President Norihiro Yabutani vor.

Organisatorische Veränderungen werde es, abgesehen von neuen Mitgliedern im Aufsichtsrat, nicht geben, sagte Geschäftsführer Diedrich von Behr. Auch die Eigenständigkeit und der Name von Ziegler sollen erhalten bleiben – das werde man in einigen Jahren aber wohl überdenken, so von Behr. Vier Jahre zuvor hatte die DPE Deutsche Private Equity die Mehrheit der Anteile an Ziegler erworben. In dieser Zeit sei der Umsatz von 44 auf 75 Millionen Euro angestiegen, teilt DPE mit. Die Zahl der Mitarbeiter habe sich um 50 Prozent auf rund 400 Menschen erhöht; in Achern zählt man etwa 200 Mitarbeiter.

Ziegler
Gast aus Japan: Die Ziegler-Geschäftsführer Thomas Ehret-Eisner (links) und Diedrich von Behr (rechts) mit Norihiro Yabutani. | Foto: Stefanie Prinz

An die siebenstündige Zeitverschiebung soll künftig eine Schwarzwälder Kuckucksuhr erinnern, die der Gast aus Japan überreicht bekam. Und auch wenn etwa 10 000 Kilometer Japan und Achern trennen, verspricht man sich eine gute Zusammenarbeit, um neue Produkte zu entwickeln, betonen die Geschäftsführer. Teijin Frontier ist Tochterunternehmen des japanischen Chemie- und Pharmakonzerns Teijin, der rund 20 000 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von umgerechnet etwa sechs Milliarden Euro hat. Teijin Frontier selbst produziert Bekleidung und Industrietextilien.  Begonnen hatte das Unternehmen bei der Gründung 1918 mit der Herstellung von Viskose und Polyester, heute zählt neben Fasern für Autositze und Techniken zur Akustikdämmung in Autos unter anderem auch Kunstleder, zum Beispiel für Sportschuhe, zum Programm.

Ziegler als wichtiger Standort in Europa

Insgesamt mache die Tochter mit rund 1 000 Mitarbeitern einen Umsatz von 2,3 Milliarden Euro, was „eine bemerkenswerte Relation“ sei, sagte von Behr. Das Unternehmen ist hauptsächlich in Japan präsent, aber auch in China und Thailand. „Wir wollen die Produktion global ausweiten“, so Norihiro Yabutani. Mit Ziegler bekomme man einen wichtigen Standort in Europa dazu. Als Vorteile, die der japanische Konzern in der Übernahme sehe, nennt Yabutani Zieglers internationale Tätigkeit, die Marktführerposition und ein starkes Management-Team.

Abschluss der Übernahme noch im Sommer

Das Ziel sei ein Umsatz von 100 Millionen Euro bis 2020. Unter anderem solle die Inbetriebnahme einer Hightech-Produktionsanlage im dritten Quartal 2018 weiteres Wachstum für Ziegler ermöglichen, heißt es in der Mitteilung von DPE weiter. Die Übernahme soll noch in diesem Sommer abgeschlossen sein. Seit dem Jahr 1893 hat das Unternehmen seinen Sitz in Oberachern, nachdem es 1864 in Reutlingen gegründet worden war.