Wohnen und/oder öffentliche Nutzung? Die denkmalgeschützte ehemalige Reithalle auf den Illenauwiesen soll mit Hilfe von Investoren einer neuen Verwendung zugeführt werden.
Wohnen und/oder öffentliche Nutzung? Die denkmalgeschützte ehemalige Reithalle auf den Illenauwiesen soll mit Hilfe von Investoren einer neuen Verwendung zugeführt werden. | Foto: Michael Moos

Vier potenzielle Investoren

Konzepte für die Reithalle in Achern präsentiert

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Oberbürgermeister Klaus Muttach gibt mächtig Gas: Anfang 2019 soll der Acherner Gemeinderat über die Zukunft der einstigen Reithalle der französischen Streitkräfte entscheiden. In einer nichtöffentlichen Sitzung des Bau- und Umweltausschusses haben vier potenzielle Investoren ihre Konzepte vorgestellt.

Erhalt trotz schlechter Bausubstanz

Das denkmalgeschützte Gebäude auf den sogenannten Illenauwiesen steht im Besitz der Stadt Achern und soll trotz seiner vergleichsweise schlechten Bausubstanz erhalten werden. Derzeit läuft auf dem 5,5 Hektar großen Gelände der Illenauwiesen die Rodung, parallel dazu treibt die Stadt gemäß dem beschlossenen Rahmenplan das Investorenauswahlverfahren für die Entwicklung der hier vorgesehenen Wohnbauflächen voran .

Investoren haben bereits Erfahrungen mit der Illenau

Für den Kauf der ehemaligen Reithalle aus dem städtischen Besitz haben sich mehrere Interessenten gemeldet. In der engeren Wahl stehen vier Bewerber, darunter auch der Kehler Architekt Jürgen Grossmann, der in Achern bereits durch sein Engagement in der Illenau und durch den Kauf von Campingplatz und Seehotel am Achernsee bekannt ist. Auch die drei weiteren potenziellen Käufer haben nach Informationen des „Acher- und Bühler Boten“ bereits Erfahrungen mit Sanierungsobjekten in der Acherner Illenau gesammelt.

„Sehr interessante Konzepte“

Die Investoren warteten, wie Oberbürgermeister Klaus Muttach auf Anfrage erklärte, mit „sehr interessanten Konzepten“ auf. Einzelheiten wollte Muttach in der Öffentlichkeit nicht nennen, um einem „Ideenklau“ keinen Vorschub zu leisten. Er machte allerdings deutlich, dass die Investoren sich in der Reithalle Wohnungen ebenso wie eine öffentliche Nutzung oder eine Kombination aus beidem vorstellen könnten. In die Bewertung der Frage, welche Ideen letztlich verwirklicht werden sollen, müsse laut Muttach auch die künftige Nutzung des ehemaligen Kirchenraums im Zentralgebäude der Illenau einfließen. Hier gab es zuletzt bekanntlich einen Vorstoß, diese Räumlichkeiten als Versammlungsstätte zu nutzen. Auch hier will der Oberbürgermeister bereits Anfang kommenden Jahres im Gemeinderat eine Weichenstellung vornehmen, um die nötigen Finanzmittel in den Jahren 2020 und 2021 bereitstellen zu können.

Noch keine Entscheidung getroffen

Welcher Investor die Reithalle letztlich bekommt, ist noch nicht entschieden: „Der Bauausschuss hat noch keine Entscheidung getroffen“, berichtete Muttach. Es sei jedoch im Interesse aller Beteiligten, dass bauliche Maßnahmen angesichts der maroden Bausubstanz bald in Angriff genommen werden. Zum Preis für das Objekt machte Muttach keine konkreten Angaben. Dies sei auch davon abhängig, in welchem Ausmaß Flächen im Umfeld der Reithalle beansprucht werden. Fest steht laut Muttach, dass der Investor lediglich die Grundstückskosten zu bezahlen habe: „Ein gutes Konzept ist uns mehr wert als ein maximaler Preis.“