Monumentalwerk im Kleinformat: Alina Atlantis mit einer Reproduktion ihres Bildes, das im Original zehn Meter lang und vier Meter hoch ist. Die Acherner Künstlerin hat damit ihre Vorstellungen von einem Leitbild für Europa visualisiert. | Foto: Michael Moos

Alina Atlantis

Künstlerin aus Achern wirbt mit Monumentalwerk für Europa

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Der Corona-Stillstand war für Alina Atlantis kein großes Problem. „Wenn man einen Plan und ein Ziel hat“, sagt sie, „kann man durch jede Krise sicher segeln.“ Unbeirrt arbeitet die Acherner Künstlerin an der Fortsetzung ihres großen europäischen Leitbild-Projekts. Mit ihrer multimedial angelegten Kampagne unter dem Motto „Vision Europa – jetzt“ hat sie bereits mehr als 2,7 Millionen Menschen erreicht.

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Ein Bild mit einer ganz speziellen Botschaft

Dreh- und Angelpunkt ihres einzigartigen Kunstprojekts ist ein zehn mal vier Meter großes Monumentalwerk, das vor gut einem Jahr enthüllt wurde. Alina Atlantis hat ihre Interpretation eines Leitbilds für den gesamten Kontinent geschaffen. Ein wahrhaft flammendes Bekenntnis zu Europa. Flaggen und Symbole von 51 Ländern und Regionen bilden einen farbintensiven Kreis um die Göttin Europa, die mit ihren Flügeln in weiß und schwarz in Vergangenheit und Zukunft weist.

Interaktiver Mitmachprozess

Das facettenreiche Bild, gemalt mit Öltempera auf einer Naturleinwand, entstand in einem europaweit gestarteten interaktiven Social-Media-Mitmachprozess. Noch steht es, gefasst von einem aus 204 laufenden Metern Holz bestehenden demontierbaren Rahmen, im ehemaligen Josefshaus in Achern. Dort kann und wird es nicht auf Dauer bleiben: „Das Bild soll europaweit sichtbar und erlebbar werden“, wünscht sich Alina Atlantis und spricht von „der Geburtsstunde eines gesamteuropäischen Bewusstseins“. Bevor das Bild als vier Meter lange Rolle zusammen mit Maskottchen „Sterni“ auf die große Reise geht, würde Alina Atlantis es noch gern im Acherner Rathaus Am Markt zeigen.

Werben für die Werte Europas

Alina Atlantis möchte, dass ihr Leitbild möglichst alle Menschen in den 51 Europäischen Ländern erreicht: „Jeder soll eine Vorstellung davon haben, was es bedeutet, Europäer zu sein.“ An Selbstbewusstsein mangelt ihr dabei nicht: Die Frage, warum ausgerechnet von Achern aus eine Idee in so vielen Köpfen verankert werden soll, beantwortet sie so: „Ich habe zehn Jahre lang gedacht, dass das jemand anderes macht.“

Dass ihr Werben für die Werte Europas, für ein europäisches Bewusstsein sowie für Frieden, Sicherheit, Orientierung und Stabilität in einer schwierigen Zeit kommt, weiß auch Alina Atlantis. Populistische, antieuropäische Strömungen in verschiedenen Ländern bereiten ihr ebenso Sorge wie der zwiespältige Eindruck, den die Europäische Union in der Corona-Krise an den Tag legte. Dennoch bleibt sie optimistisch: Gerade die Corona-bedingten Grenzschließungen hätten den Menschen den Verlust wertvoller Errungenschaften vor Augen geführt und den großen Wert Europas deutlich gemacht.

 

Dass ausgerechnet die höchsten Vertreter Europas ihr beharrliches Werben allenfalls zur Kenntnis nehmen, ficht Alina Atlantis nicht an: „Ich habe nicht erwartet, dass für mich der rote Teppich ausgelegt wird.“ Dafür freut sie sich über anerkennende Worte von Spitzenpolitikern wie Angela Merkel, Norbert Röttgen oder Manuela Schwesig.

Detailreiche Reproduktionen

Seit der Enthüllung des Kunstwerks hat sich viel getan. Mit Hilfe von Fotografen entstanden detailreiche Reproduktionen des Bilds, die nun Flyer und anderes Werbematerial schmücken, außerdem hat der einheimische Filmemacher Frank König eine Dokumentation in Arbeit, die im Mai 2021 Premiere feiern wird. Ganz wichtig sind für Alina Atlantis und ihr Projekt der Austausch mit den Partnern, die letztlich die Finanzierung ihres Projekts sicherstellen. Parallel dazu wurde die weiterhin multimedial angelegte Arbeit konzeptionell vorangetrieben, außerdem gab es zur Vorbereitung der in den Schulen geplanten Projekte Treffen mit Schulleitern. In Vorbereitung sind ferner die „Europatage“ vom 8. bis 31. Mai 2021 in der Acherner Illenau, die in jedem Jahr stattfinden sollen, in diesem Jahr jedoch dem Corona-Stillstand zum Opfer fielen. Verschoben werden musste, aber nicht wegen Corona, die geplante Show – die soll nun im Jahr 2025 steigen, um eine längere Vorlaufzeit zu gewinnen.

Zur Person
Sie kennt die Kunstszene in Ost und West: Geboren 1966 in Cottbus, wuchs Alina Atlantis in Mecklenburg und Ost-Berlin auf. Mit 14 Jahren absolvierte sie im Haus der Jungen Talente Ost-Berlin die künstlerische Grundausbildung, wurde mit 16 Jahren zum Abendstudium an der Kunsthochschule zugelassen und bestand im Alter von 17 Jahren die Aufnahmeprüfung zum Malereistudium an der Kunsthochschule in Ost-Berlin; die Zulassung wurde ihr jedoch auf Grund von „Westkontakten“ verweigert. Nach der Öffnung der Mauer studierte sie erst Politikwissenschaften, danach Freie Kunst in Berlin und anschließend an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle. Alina Brunner arbeitet seit 2001 als freischaffende Künstlerin in Achern.  mm