Die Flickstellen zeigen es: In der Oberacherner Dichmüllerstraße gibt es Probleme mit den PVC-Wasserleitungen. | Foto: Michael Brück

Undichte Wasserleitungen

Kunststoffrohre machen Probleme in Achern

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Die gute Nachricht zuerst: Die meisten Hauptleitungen des gut 180 Kilometer umfassenden Wassernetzes in Achern und seinen Stadtteilen sind in einem ordentlichen Zustand. Das gilt übrigens auch für die unzähligen Hausanschlüsse, die von diesem Leitungssystem abzweigen. Insofern ist Ralf Volz, Fachbereichsleiter im Technischen Rathaus der Stadt Achern, recht zufrieden.

Von unserem Mitarbeiter Michael Brück

Mit Sorge betrachtet Volz allerdings einige Leitungen, die Ende der 1970er Jahre bis Mitte der 1980er Jahre verlegt wurden. Sie sind aus PVC.   „Eigentlich gehen wir immer von einer geplanten Lebensdauer von mindestens 50 Jahren aus“, erzählt Volz. „Bei uns sind aber auch Rohr-Materialien im Boden verbaut, die dort schon 100 Jahre liegen und bestens funktionieren.Und es gibt eben auch diese PVC-Rohre, die in der Materialzusammensetzung leider schon früher Probleme machen.“ Betroffen seien Rohre in einer Gesamtlänge von vier bis fünf Kilometern, die einst in verschiedenen Straßenzügen innerhalb des Stadtgebiets und der Acherner Stadtteile verlegt wurden, aber schon seit längerer Zeit Ärger machen.

Straße wird zum Flickenteppich

Eine Leitung in der Oberacherner Dichmüllerstraße halte das Technische Rathaus bereits seit annähernd 20 Jahren in Atem. „Immer wieder werden hier marode Stellen repariert und die Straße wird zum Flickenteppich.“ Das Problem, so erklärt Volz, sei der Kunststoff, der schneller spröde wurde als angenommen. „Zudem reiben sich die Leitungen bei Veränderungen des Innendrucks zuweilen an Steinen auf.“ So entstehen Rohrbrüche, die zumeist nur durch einen ungewöhnlichen Verbrauch in den Hochdruckbehältern, vorwiegend zur Nachtzeit, auffallen. In Oberachern, so sagt Ralf Volz, trete bei einem Wasserrohrbruch üblicherweise kein Wasser an die Oberfläche. „In dieser Region sickert es in den Boden, von daher haben wir außer den erhöhten Verbräuchen kaum eine Möglichkeit, die Schäden festzustellen.“

„Nur“ 40 Jahre durchgehalten

Doch wenn eine kaputte Stelle aufgespürt werde, sei man auch schnell dabei, das Rohr zu reparieren.
So konnte man über längere Zeit leben. In der Dichmüllerstraße habe man nun aber einen Punkt erreicht, wo man die komplette Leitung austauschen müsse. „Sie haben jetzt rund 40 Jahre durchgehalten. Jetzt ist es an der Zeit, sie durch moderne Rohrsysteme zu ersetzen.“

Kosten bei 700.000 Euro

Gut 700.000 Euro wird es die Stadt kosten, auf einer Länge von 910 Metern so genannte duktile Gussrohre mit Innenzementierung als Hauptleitungen und Polyethylenrohre für die Hausanschlüsse zu verlegen. Die Arbeiten an der Wasserversorgung würden dabei etwa 580.000 Euro verschlingen. Der Rest werde für den Straßenbau gebraucht. Eine Investition, für die die Bürger aber nicht in die Taschen greifen müssen. Denn laut Volz trage die Stadt die Kosten. Die restlichen PVC-Leitungen sollen dann in den kommenden zehn bis 15 Jahren ausgetauscht werden. So lasse sich der nicht unerhebliche finanzielle Aufwand von geschätzten drei Millionen Euro über die Jahre verteilen.

Neun Monate Baustelle

Für die Bürger in Oberachern bedeutet die Leitungserneuerung erneut Beeinträchtigungen durch eine Baustelle. Starten soll die Baumaßnahme im Frühjahr. Die Bauzeit schätzt Ralf Volz auf etwa neun Monate.
„Wir werden versuchen, das so einzurichten, dass die Beeinträchtigungen auszuhalten sind“, sagt Volz. Man werde die Bürger vor Baubeginn selbstverständlich mit detaillierten Informationen versorgen.