Visitenkarte der Stadt Achern: Die künftige Entwicklung der Innenstadt ist von großer Bedeutung. | Foto: ug

„Eine große Aufgabe“

Masterplan soll Stadtentwicklung in Achern steuern

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Mit dem Masterplan wartet eine Mammutaufgabe auf den Acherner Gemeinderat. Als „Integriertes Stadtentwicklungskonzept“ soll er in den Jahren bis 2024 zum „Steuerungsmodell“ für die Gesamtstadt ausgebaut werden. Das Stadtparlament zeigte sich in einer ersten Beratungsrunde angetan von der Idee und will die weitere Diskussion zunächst in einer Klausurtagung führen.

Baudezernat personell neu besetzt

Der Anstoß für die Debatte kommt letztlich aus dem mit Rolf Bertram (Leiter des Fachbereichs Stadtplanung und Tiefbau) sowie Carlo Frohnapfel (Leiter des Fachgebiets Stadt- und Umweltplanung) völlig neu besetzten Baudezernat innerhalb der Stadtverwaltung. Hintergrund sind die zahlreichen anstehenden Zukunftsprojekte, die das Hochwasserschutzkonzept und den Verkehrsentwicklungsplan ebenso umfassen wie die Entwicklung der Wohnquartiere in den Illenau-Wiesen, auf dem Lott-Areal und auf dem ehemaligen Süwag-Gelände, aber auch der innenstadtnahe Wohn- und Gewerbepark auf dem ehemaligen Glashüttengelände. Zusammen mit Bürgermeister Dietmar Stiefel sowie Christian Zorn als Leiter des Fachgebietes Wirtschaftsförderung und Liegenschaften präsentierten Bertram und Fronapfel dem Gemeinderat eine umfangreiche Diskussionsgrundlage, die auch das Interesse der in den Zuhörerreihen zahlreich vertretenen Mitglieder der Acherner Geschäftswelt fand.

Mitwirkung der Bürger gefragt

In verschiedenen Stufen will man in den Jahren bis 2023 ein Innenstadtkonzept, einen gesamtstädtischen Verkehrsentwicklungsplan, ein Hochwasserschutzkonzept sowie ein Rahmenkonzept für die Entwicklung der Stadtteile präsentieren, außerdem geht es um die Siedlungsentwicklung der Gesamtstadt mit Aussagen über Wohn- und Gewerbeflächen, gemischte Bauflächen, sowie zu einem Freiraumkonzept und einer gesamtstädtischen Grünflächen- und Freiraumentwicklung. Parallel dazu will man ab 2020 die Umsetzung starten. „Eine große Aufgabe, die es in den vergangenen Jahren so nicht gab“– so umriss Bürgermeister Dietmar Stiefel die anstehende Debatte. Er versprach eine intensive Öffentlichkeitsarbeit: „Der Masterplan steht und fällt mit der Mitwirkung der Bürger“.

Verbesserungsbedarf

Besonders interessant waren neben den Ausführungen von Christian Zorn zur gegenwärtigen Infrastruktur (siehe „Hintergrund“) die Ausführungen von Rolf Bertram. Der Stadtplaner nahm bei seiner Analyse kein Blatt vor den Mund und zeigte schonungslos bestehende Defizite auf. Ausgehend von der Überlegung, dass die Innenstadt als Visitenkarte letztlich entscheidend ist für die Attraktivität Acherns als Einkaufsstadt mahnte er einen teilweise deutlichen Verbesserungsbedarf im Stadtbild an, ließ aber auch keinen Zweifel daran, dass insbesondere das Problem eines zunehmende Verkehrsdrucks auf die Innenstadt gelöst werden müsse.

Wir brauchen eine Idee

„Wir brauchen eine Idee“, forderte Bertram mit Blick auf die stark belastete Fautenbacher Straße und den „an seine Grenzen kommenden Kreisel“ am Scheck-in-Center. Bertram verwies darauf, dass der Masterplan Planungssicherheit gewährleisten soll, Voraussetzungen dafür seien „Nachvollziehbarkeit“ und „Akzeptanz in der Bevölkerung“. Er warb für eine „ergebnisoffene Diskussion: „Lassen Sie uns in alle Richtungen denken – der Kompromiss kommt dann von allein.“

 

Hintergrund: Stadtentwicklung
„Achern hat einen sehr guten Ruf.“ Das gilt nach den Worten von Christian Zorn, Leiter des Fachgebietes Wirtschaftsförderung und Liegenschaften, für private Bauherren als auch für Gewerbe und Industrie. Die Stadt gelte als Zuzugsgebiet mit einem guten Arbeitsplatzangebot. Es herrsche „Vollbeschäftigung“, es gebe auch lange Wartelisten von Bauwilligen. Die benötigten Flächen stehen längst nicht im benötigten Umfang zur Verfügung. Aktuell könne die Stadt nur noch fünf Gewerbegrund-stücke anbieten. Es gebe zwar noch 15 Hektar „Optionsfläche“ für Gewerbeansiedlungen, doch diese seien gegenwärtig nicht verwertbar, weil sie in der Hochwassergefahrenkarte verzeichnet sind. Bei der Vergabe von Gewerbeflächen werde man auch in Zukunft auf einen guten Branchenmix achten und auf ein ausgewogenes Verhältnis von Flächenverbrauch und Arbeitsplätzen achten. Nicht viel besser sieht es mit Bauplätzen aus: Die letzten drei werden demnächst vergeben; danach sei die Stadt auf dem Markt zunächst nicht mehr vertreten.    mm

nähere Informationen zum Nachlesen enthält die umfangreiche Sitzungsvorlage der Stadtverwaltung Achern: Masterplan

Weiterer BNN-Bericht zum Thema: