Buchvorstellung: Von links ABB-Autor Michael Karle mit Florian Hofmeister, Gabriel Richter und Oberbürgermeister Klaus Muttach. | Foto: Roland Spether

ABB-Serie als Buch erschienen

Michael Karle: Neuer Blick auf die Acherner Illenau

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Fasziniert von der Illenau – dieses positive Gefühl für ein einzigartiges Objekt einte  die Gäste einer nicht alltäglichen Buchvorstellung in der Osianderschen Buchhandlung in Achern. Der Förderkreis Forum Illenau präsentierte das Buch von Michael Karle, das die gesamte Geschichte der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt von 1842 bis heute zum Thema macht. 2017 erstmals veröffentlicht in einer 25-teiligen Artikelserie des „Acher- und Bühler Boten“, verbindet das Buch Geschichten und Geschichte zu einem reichhaltig bebilderten, ebenso lesenswerten wie historisch aufschlussreichen Werk.

Besonderer Bezug

Autor Michael Karle, der nicht nur durch seinen beruflichen Werdegang als Theologe und Psychotherapeut, sondern auch als Leiter der im ehemaligen Küchengebäude der Illenau ansässigen Psychologischen Beratungsstelle einen ganz besonderen Bezug zur ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt hat, bietet mit der akribisch recherchierten Artikelserie und nun mit seinem Buch einen ganz besonderen Blickwinkel auf die Illenau und deren Beitrag zur deutschen Psychiatriegeschichte. Dass ihm dabei die Patienten besonders am Herzen liegen, zeigt schon die Tatsache, dass er für die Buchvorstellung nur ein einziges Kapitel zur Lesung auswählte – das über den Maler Carl Sandhaas.

Grundlagen bei Gerhard Lötsch und Hugo Schneider

In seinen einführenden Worten verwies Karle auf die für seine Arbeit hilfreichen Grundlagen aus den historischen Publikationen von Gerhard Lötsch und Hugo Schneider ebenso wie auf die Doktorarbeiten von Marga Burkhardt und Wolfgang Gehrke als „wichtige Vermittler wertvoller Informationen“. Gleichzeitig würdigte Karle die Unterstützung durch Florian Hofmeister, Walther Stodtmeister, Winfried Hoggenmüller und Jürgen Franck vom Förderkreis Forum Illenau sowie die Hilfestellung von Andrea Rumpf und Gabriele Spitzmüller vom Stadtarchiv bei der Suche nach geeignetem Bildmaterial. Erwähnung fand auch die Unterstützung durch Franz Rothmund und Johannes Mühlan.  Der besondere Dank von Michael Karle galt Gabriel Richter, Chefarzt am Zentrum für Psychiatrie in Reichenau, der das Buch mit einer wissenschaftlichen Einführung zur Illenau und der Entwicklung der Psychiatrie in Baden ergänzt hat.

Oberbürgermeister hat Vorwort geschrieben

„Das Buch lohnt sich zu lesen“, resümierte Oberbürgermeister Klaus Muttach, der ebenso wie sein Vorgänger Reinhart Köstlin ein Vorwort geschrieben hat. Die Illenau, so Muttach, sei „ein tolles Bauwerk“ und „eine fantastische Idee“, habe mit ihrem „furchtbaren Ende“ in der Zeit des Nationalsozialismus aber auch gezeigt, „dass nichts sicher ist“. Mit der erfolgreichen Revitalisierung habe die Stadt versucht, „den Geist der Illenau wach zu halten“.

Initiative Acherner Bürger

Diesen Gedanken griff Reinhart Köstlin auf und verwies auf das aus einer engagierten Initiative entstandene Netzwerk Acherner Bürger als Grundstock für die Wiederbelebung: „Die Illenau ist nicht nur ein Bauwerk“, meinte Köstlin, „hier kann man lernen, was Bürger in Bewegung setzen können.“

Michael Karle: „175 Jahre Illenau – Erinnern. Gedenken. Gestalten.“ mit einem Vorwort von Gabriel Richter. Herausgeber: Förderkreis Forum Illenau. 188 Seiten. ISBN 978-3-00-06 1239-8, erhältlich ab sofort für 19,50 Euro im Buchhandel, im Illenau-Arkaden-Museum sowie in den Geschäftsstellen des „Acher- und Bühler Boten“ in Achern und Bühl.