Nationalpark-Zentrum Grundsteinlegung
FESTGEHALTEN FÜR DIE NACHWELT: Ministerpräsident Winfried Kretschmann bringt die Zeitkapsel im Grundstein unter, hinten Gisela Splett und Franz Untersteller. | Foto: Stefanie Prinz

Grundsteinlegung am Ruhestein

Nationalpark-Zentrum soll Köpfe und Herzen gewinnen

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Das Großprojekt geht in die nächste Runde: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Umweltminister Franz Untersteller und Finanzstaatssekretärin Gisela Splett haben am Samstag den Grundstein für das Besucher- und Informationszentrum und das Verwaltungsgebäude des Nationalparks Schwarzwald gelegt, die auf dem Ruhestein an der Schwarzwaldhochstraße gebaut werden. Die Bewahrung der Natur sei einst sein Antrieb gewesen, die Grünen in Baden-Württemberg zu gründen, sagte Kretschmann. Der Nationalpark sei daher auch ein „Herzenserfolg“.

Nationalpark-Zentrum soll 2020 öffnen

„Heute sitzen wir in einem Zelt, in drei Jahren wird das Besucherzentrum die zentrale Anlaufstelle im Nationalpark werden“, sagte Gisela Splett. Besonders sei bei diesem Projekt auch die Zusammenarbeit der Beteiligten über Grenzen hinweg: Das neue Besucherzentrum werde auf der Gemarkung von Baiersbronn liegen, der Neubau für die Verwaltung auf Gemarkung der Gemeinde Seebach, so Gisela Splett. Insgesamt entstehen auf einer Nutzfläche von 3 000 Quadratmetern Angebote für Bildung und Gastronomie, dazu kommen 700 Quadratmeter Verwaltungsräume sowie ein „Skywalk“, der die Besucher durch die Wipfel des angrenzenden Waldes führen soll.

„Das Gebäude wird in der Qualität vergleichbar mit der eines Passivhauses gedämmt“, teilt der Nationalpark Schwarzwald mit. Die Wärmeerzeugung mit Holz-Pellets, eine Photovoltaikanlage und die Nutzung von Regenwasser sollen den hohen ökologischen Anspruch an den Neubau unterstreichen, heißt es weiter. „Zudem wird der Neubau nach dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen des Bundes mit dem Ziel einer Qualität in Silber zertifiziert.“ Der Großteil des Bauholzes stamme aus heimischem Holz, zu einem Prozent werde Alaskazedernholz verwendet – und das werde wohlüberlegt eingesetzt, so Gisela Splett. Kosten wird der Neubau von Besucherzentrum und Verwaltungsgebäude insgesamt 26,5 Millionen Euro, die Ausstellungsgestaltung drei Millionen, und für die Neuordnung der Verkehrs- und Parkplatzsituation auf dem Ruhestein sind zusätzlich 2,2 Millionen Euro vorgesehen.

Wichtiges Signal in technischer Welt

Anfang 2020 soll das neue Besucherzentrum eröffnet werden und als Herzstück des Nationalparks künftig rund 100 000 Besucher pro Jahr anlocken, sagte Umweltminister Franz Untersteller. Dann werde sich das Gebäude, das nach dem Entwurf des Architekturbüros Sturm und Wartzeck übereinandergestürzte Baumstämme darstellen soll, in die Landschaft einfügen, denn die Natur werde im Nationalpark nicht nach menschlichen Vorstellungen geformt, sagte Winfried Kretschmann. Das sei ein wichtiges Signal in einer immer technischeren Welt.

Besucher sollen Schwarzwald hautnah erleben

Der Nationalpark sei eine Reise in eine neue Welt mit Lebensraum für unzählige Lebewesen. Das begeistere nicht nur ihn als Biologen, sondern auch die Besucher. „Hier entsteht aber kein Freilichtmuseum, sondern ein Stück Natur, das die Besucher verstehen und hautnah erleben können“, so Kretschmann. Man wolle nicht nur die Köpfe, sondern auch die Herzen der Menschen gewinnen – „dafür legen wir heute eigentlich den Grundstein, nicht nur für ein Gebäude“.

Was war los in der Welt an diesem 13. Mai 2017, als der Grundstein für das Besucherztentrum gelegt wurde? Diese Frage beantwortet die Zeitkapsel im Grundstein, den dort hinein wanderten zwei Zeitungen, eine badische und eine schwäbische, schließlich überwindet auch der Nationalpark diese frühere Grenze. Dazu kamen Euromünzen – darunter eine Sammlermünze – und ein Naturführer über den Lebensraum Wald.