Verkehrskonzept Nationalpark
Im öffentlichen Nahverkehr kann man bisher zum Beispiel mit dem Freizeitbus in den Nationalpark und bis auf die Hornisgrinde fahren. Vorgesehen ist, dass in Zukunft bis zu zwei neue Regiobuslinien in diesem Gebiet eingeführt werden. | Foto: Berthold Gallinat

Studie zum Verkehrskonzept

Nationalparkplan: Busse als Alternative zum eigenen Auto

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Busverbindungen und Haltestellen, Parkplätze und Hinweisschilder stehen ganz oben auf der Agenda für den Bereich „Verkehr“ im Nationalpark Schwarzwald. Der Nationalparkrat hat jetzt die letzten noch offenen Module des Nationalparkplans beschlossen und auch eine Studie zum Verkehrskonzept zur Kenntnis genommen, die ein Gutachterbüro erarbeitet hat.

Unter dem Motto „Natur.Bewusst.Mobil“ sind insgesamt rund 60 Maßnahmen für moderne Mobilität in der Nationalparkregion vorgeschlagen worden. „Ein starker Nahverkehr, kontrollierter Autoverkehr und digitale Informationen zielen auf nachhaltige Mobilitätsangebote sowie eine hohe Lebensqualität für Bewohner und Touristen“, teilen Umwelt- und Verkehrsministerium Baden-Württemberg mit.

Verkehrskonzept sieht bis zu zwei neue Buslinien vor

Zentral ist dabei die Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs: Bis zu zwei Regiobuslinien sollen eingeführt werden, die den Nationalpark an regionale Mittel- und Unterzentren anbinden. Als mögliche Routen schlägt das Konzept eine Nord-Süd-Verbindung von Baden-Baden über den Ruhestein nach Freudenstadt und eine Ost-West-Verbindung von Bühl oder Achern über den Ruhestein weiter nach Baiersbronn vor, teilt das Verkehrsministerium auf Anfrage mit. Die genaue Routenführung werde derzeit von den zuständigen Landkreisen ausgestaltet.

Zubringerlinien in den Nationalpark sollen verdichtet werden

Auch wird in der Studie vorgeschlagen, Zubringerlinien aus den Tälern zu verdichten. „Wir möchten für die Menschen in der Region und für die Touristen eine Alternative zur Anreise mit dem Auto anbieten. Dies kann nur gelingen, wenn wir ein attraktives und verlässliches ÖPNV-Angebot schaffen“, so Verkehrsminister Winfried Hermann. Das Land Baden-Württemberg habe deshalb den Landkreisen einen Vorschlag zur finanziellen Unterstützung unterbreitet. Welche Kosten auf die Kreise zukommen werden, sei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht klar.

Parkplätze bei den ersten Ideen auf der Agenda

Aufbauend auf die Ausarbeitung der Gutachter gibt es derzeit Gespräche zwischen dem Land und den Kreisen zur Umsetzung von ersten Ideen aus der Studie. So untersucht eine Arbeitsgruppe unter dem Vorsitz des Landkreises Rastatt, wie mit dem EU-Förderprogramm Leader der Aus- und Neubau von Bushaltestellen im Nationalpark vorangetrieben werden kann. Darüber hinaus hilft das Land beim Aufbau einer Parkraumbewirtschaftung auf zentralen Parkplätzen.

Digitale Infoplattform zur Mobilität wird aufgebaut

Begonnen werden soll dabei an den Parkplätzen Ruhestein und Herrenwies, heißt es weiter aus dem Verkehrsministerium: Dort werde auch die Möglichkeit zum Laden von Elektrofahrzeugen geschaffen. Zudem stimmen sich Land und Nationalparkverwaltung momentan ab, was das Aufstellen von sogenannten Lärmdisplays, die den Schallpegel anzeigen, und touristischen Hinweisschildern an Autobahnen betrifft. Zudem soll demnächst mit dem Aufbau einer digitalen Mobilitätsinformationsplattform begonnen werden. Der Nationalparkplan enthält neben dem Leitbild des Nationalparks Ziele und Maßnahmen für seine Entwicklung, insbesondere Einzelheiten darüber, wie der Schutzzweck des Gebiets in den nächsten Jahren erfüllt werden soll, heißt es in der Mitteilung weiter.

Nationalparkplan-Module
Weitere Module des Nationalparkplans, mit denen sich der Nationalparkrat befasst hat, sind Arten- und Biotopschutz, Forschung und Dokumentation, Wildtiermanagement und Grundsätze für die Zonierung, also die fortschreitende Umwandlung von Entwicklungszonen in Kernzonen innerhalb der Parkfläche.
Die Module wurden in Abstimmung mit den im Nationalparkbeirat vertretenen Akteuren aus der Region erarbeitet, zudem gab es eine Bürgerbeteiligung.

 

Forderungen nach einer Vergrößerung des Nationalparks in den nächsten Jahren erteilte Umweltsekretär Andre Baumann in diesem Zusammenhang eine Absage: „Es geht jetzt um eine Entwicklung des Nationalparks, nicht um Wachstum, es geht jetzt um mehr Qualität auf der Basis des Nationalparkplans und nicht um mehr Quantität.“

Fortschreibung in spätestens zehn Jahren

Der Nationalparkratsvorsitzende Klaus Michael Rückert begrüßte die Verabschiedung dieses „Betriebshandbuchs“: „Der Nationalparkplan ist ein Meilenstein in der noch jungen Geschichte unseres Nationalparks. Bei der Erarbeitung hat sich gezeigt, wie wichtig die Mitbestimmung durch die Region ist.“ Spätestens in zehn Jahren soll der Nationalparkplan überarbeitet werden.