Im Bereich Brachfeld entsteht das neue Acherner Krankenhaus | Foto: Spether

Städtebaulicher Vertrag

Neues Acherner Krankenhaus im Brachfeld soll Bahnanschluss bekommen

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Jetzt geht es ganz schnell: Der Kreistag soll bereits am  Dienstag den städtebaulichen Vertrag für den Neubau des Acherner Krankenhauses absegnen. Kreis und Stadt haben das 21 Seiten umfassende Papier in Rekordzeit ausgearbeitet. Es regelt im Grunde einen Grundstückstausch: Der Kreis erhält eine rund 80.000 Quadratmeter umfassende Fläche im Acherner Brachfeld für den Neubau des Krankenhauses, er gibt der Stadt dafür bis 2033 das Gelände des jetzigen Krankenhauses in der Josef-Wurzler-Straße zurück. Dieses umfasst etwa 30.000 Quadratmeter.

Verlängerung von Gleis 2

Die städtebauliche Vereinbarung stellt gleichzeitig, neben einer verbesserten Anbindung für den Straßenverkehr, einen Gleisanschluss für das neue Acherner Krankenhaus in Aussicht. Dieser könnte über eine Verlängerung des jetzigen Gleises 2 am Acherner Bahnhof bewerkstelligt werden. Eine Weiche etwa 100 Meter nördlich der Kirchstraße liegt bereits, an sie könnte ein sogenanntes „Stumpfgleis“ zum neuen Haltepunkt Ortenau Klinikum angedockt werden, wie es weiter im städtebaulichen Vertrag heißt. Dies würde eine „optimale Erschließung über den Schienenverkehr“ für das neue Krankenhaus schaffen, sind sich beide Parteien einig. Auch die Anbindung des Acherner Gymnasiums an die Schiene könnte auf diesem Wege verbessert werden.

Vorberatung im Gemeinderat

An diesem Montag berät der Acherner Gemeinderat in öffentlicher Sitzung über den städtebaulichen Vertrag, am Dienstag dann umgehend der Kreistag. Der Entwurf soll, so unterstreicht die Verwaltung, auch für die weiteren Verträge beispielsweise zum Bau des Offenburger Krankenhauses oder zum Umbau in Gengenbach als Blaupause dienen.

Mehr als 100-jährige Geschichte

Mit der Umsetzung der Pläne – der Kreis strebt bekanntlich den Bau des Acherner Krankenhauses bis 2030 an – endet eine mehr als 100 Jahre währende Geschichte des Klinikums am Standort Josef-Wurzler-Straße. Dieses wurde bekanntlich im Jahr 1913 errichtet, zum 1. Januar 1975 ging es dann mit der Kreisreform an den Ortenaukreis über. Seinerzeit wurde auch festgelegt, dass die von der Stadt überlassenen Grundstücke an sie zurückfallen, wenn der Standort nicht mehr benötigt wird – was mit dem Neubau der Fall sein wird.
Der Kreis darf die Gebäude darauf stehen lassen, medizinische Geräte aber mitnehmen – auch wenn es sich dabei, was bei sogenannten Großgeräten durchaus der Fall ist, um wesentliche Gebäudeteile handelt.

Bauleitplanung bis Ende 2021

Ähnliche Vereinbarungen werden sinngemäß für den neuen Standort im Brachfeld dann wieder getroffen.
Gegenleistungen wird es im Wesentlichen nicht geben. Allerdings verpflichtet sich die Stadt Achern im städtebaulichen Vertrag, bis spätestens Ende 2021 eine verbindliche Bauleitplanung für das Gebäude aufzustellen, die den Bau und Betrieb eines Krankenhauses zulässt. Ferner ist es Ausgabe der Stadt Achern, die Wasserversorgung sicherzustellen.

Erweiterung nicht wirtschaftlich

Der Kreis will bekanntlich in Achern ein neues Krankenhaus mit bis zu 300 Betten bauen. Eine Erweiterung am vorhandenen Standort war als weniger wirtschaftlich verworfen worden.