Auf den Illenauwiesen in Achern soll ein attraktives Wohnquartier mit mehr als 150 Wohnungen entstehen. Die Zukunft der ehemaligen Reithalle oben) ist offen. | Foto: Achim Keiper

„Großer Gewinn für Stadt“

Neues Wohnviertel auf den Illenauwiesen in Achern

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Der Wohnungsbau boomt in Achern: Neue Wohnquartiere entstehen auf den einstigen Flächen von Glashütte und Süwag – und nun auch auf den Illenauwiesen. Der auf der Grundlage eines Ideenwettbewerbs entwickelte Rahmenplan stößt bei den Bürgervertretern auf positive Resonanz.

Die Erwartungen sind groß: „Eines der schönsten Quartiere Acherns“, so SPD-Stadtrat Markus Singgrün, soll auf den sogenannten „Illenauwiesen“ in Achern entstehen. Angesichts der Planung gerieten aber auch andere Bürgervertreter im Bau- und Umweltausschuss des Gemeinderats ins Schwärmen.

„Stehen ganz am Anfang“

„Ein großer Gewinn für unsere Stadt“, freute sich Jutta Römer (ABL), während Karl Früh auf die von den Architekten gefundene „goldene Mitte“ zwischen der gestalterischen Dimension und den am nahen Mühlbach erforderlichen Naturschutz-Maßnahmen hervorhob. Positiv äußerte sich auch Gebhard Glaser von den Freien Wählern – er wies gleichzeitig aber auch auf zahlreiche noch offene Fragen hin: „Wir stehen ganz am Anfang.“

Ideenwettbewerb als Grundlage

Eine wesentliche Frage wird darin liegen, wie viele Details der vom Dresdener Fachbüro „Querfeld Eins“ stammenden Entwürfen in die Realität „gerettet“ werden kann. Die sächsischen Städtebau- und Landschaftsplaner hatten im vergangenen Jahr den von der Stadt Achern ausgeschriebenen Ideenwettbewerb gewonnen und auf dieser Grundlage den nun vom Ausschuss einstimmig befürworteten Rahmenplan Illenauwiesen erarbeitet.

Zuschuss erwartet

Das 5,5 Hektar große Gelände hat die Stadt bekanntlich im Jahr 2015 für 2,85 Millionen Euro – zuzüglich Nebenkosten von 200 000 Euro – aus dem Besitz der Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), erworben. Für die Umwandlung des einst von den französischen Streitkräften genutzten Areals rechnet man im Rathaus mit einem Zuschuss von rund 1,4 Millionen Euro aus Städtebaufördermitteln.

Viel Flexibilität

Mit viel Herzblut präsentierten die „Querfeld-Eins“-Vertreter Daniel Stöcker-Fischer und Frank Großkopf die Details ihrer Planung. Auf einer Fläche von 1,75 Hektar sollen auf vier Baufeldern 156 Wohnungen entstehen, wobei die Bandbreite zwischen viergeschossigem Geschosswohnungsbau über Punkthäuser bis hin zu Reihen- und Doppelhäusern eine große Flexibilität bei der Umsetzung ermöglicht.

Wohnstraßen und Mühlbachpark

Akzente setzen nicht nur Wohnstraßen, Blockinnenhöfe und Spielanger, sondern vor allem die Grünbereiche mit dem Mühlbachpark und den Biotopflächen, deren wertvolle Tier- und Pflanzenwelt durch einen speziellen Grüngürtel vor unerwünschten Besuchern geschützt werden solle. In den Blickpunkt rücken will man ferner das sanierte Sandsteinbecken des einstigen „Herrenbads“ der nahen Illenau.

Alle Fahrzeuge in die Tiefgarage

Sämtliche Autos und Fahrräder von Bewohnern und Besuchern sollen unterirdisch abgestellt werden – hier lassen die Planer die Wahl zwischen zwei unterschiedlich großen Tiergaragen mit rund 16 000 beziehungsweise knapp 18 000 Quadratmetern. Dieses Konzept, so die positive Reaktion im Ausschuss, sei in Achern bislang einmalig und genieße insofern „Vorbildcharakter“.

Realisierung soll schnell erfolgen

Ebenso ehrgeizig wie die Planungen für Bebauung und Freiräume sind die Ziele der Stadtverwaltung: Oberbürgermeister Klaus Muttach zufolge will man innerhalb der nächsten beiden Jahre den Startschuss für die Umsetzung geben.

Viele Fragen offen

Bis dahin jedoch müssen noch viele Fragen beantwortet werden. Dabei geht es unter anderem um die Frage der zunehmenden Verkehrsbelastung – CDU-Fraktionschef Karl Früh brachte hier zusätzlich zu den geplanten Anschlüssen an die Illenauer Straße eine Zufahrt über die Pappelallee ins Gespräch. Noch völlig offen ist, ob die Stadt selbst als Bauherr tätig wird oder die Realisierung privaten Investoren überlässt.

Reithalle: Abriss oder Erhalt?

Ganz „nebenbei“ geht es um die Zukunft der einstigen Reithalle. Während sich die „Querfeld-Eins“-Vertreter mit Nachdruck für den Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudes aussprachen, votierte Karl Früh für den Abriss.