Ein Vorreiter in Sachen WLAN war die Stadt Renchen, die schon vor Jahren öffentliche Hotspots am Rathausplatz und im Freibad eingerichtet hat. Viele Kommunen in der Region wollen nun nachziehen. | Foto: Dominic Körner

Viele Gemeinden wollen freies WLAN anbieten

Öffentliche Hotspots sind im Kommen

Die Gemeinden rüsten auf: Nachdem der Gesetzgeber ihnen den Weg geebnet hat, wollen viele Kommunen in der nördlichen Ortenau kostenlose Hotspots im öffentlichen Raum anbieten. Seit Juli haftet nicht mehr der Anbieter für Rechtsverstöße im Netz, sondern der Nutzer selbst. Einige Gemeinden haben darauf bereits reagiert, andere planen ein kommunales WLAN-Angebot. Auch in Bus und Bahn gibt es teilweise freies Internet. Die BNN geben einen Überblick über den Status quo.

Achern

Die Hornisgrindestadt bietet kostenloses WLAN im Rathaus Am Markt an. Der Zugang ist passgeschützt, die Zugangsdaten werden kostenlos in der Stadtbibliothek, der Touristinformation und im Bürgerservice ausgehändigt. Auch Gästen des Campingplatzes am Achernsee steht ein WLAN-Zugang zur Verfügung. Auch hier ist ein Zugangscode erforderlich, den die Gäste kostenfrei in der Rezeption und im Restaurant erhalten. Darüber hinaus gibt es nach Auskunft der städtischen Pressestelle bisher keine weiteren Planungen.

Rheinau

Noch keinen öffentlichen WLAN-Zugang gibt es in Rheinau. Dies könnte sich aber bald ändern. Wie Hauptamtsleiter Thomas Bantel mitteilt, berät die Verwaltung derzeit über mögliche Standorte sowie Vor- und Nachteile eines solchen Angebots – der Ausgang ist offen.

Renchen

Die Grimmelshausenstadt war vor rund zehn Jahren ein Vorreiter in Sachen WLAN. Seinerzeit wurden im Freibad und am Rathausplatz Hotspots eingerichtet, die einheimische Bürger und Gäste über Erwerb eines „Voucher“ nutzen können. Sie müssen ihre persönlichen Daten angeben, so dass bei Rechtsverstößen der Nutzer ermittelt werden kann. Weil sich das System bewährt habe, wolle man nun erst einmal abwarten, wie sich die Dinge durch die neue Gesetzgebung entwickelten, erklärt Hauptamtsleiter Stefan Gutenkunst. Man sehe sich in diesem Bereich „gut aufgestellt“.

Sasbach

Intern ist ein öffentliches WLAN-Angebot längst ein Thema, wie Daniel Retsch, Leiter des Bauordnungsamts, bestätigt. Die Einrichtung zweier Hotspots, je einer in Sasbach und Obersasbach, genieße bei der Verwaltung eine hohe Priorität: „Das WLAN kommt“, kündigt Retsch an. Es habe diesbezüglich bereits mehrere Anfragen aus der Bevölkerung gegeben, etwa durch Gästebetriebe und bei der Veranstaltung „Jugend meets Bürgermeister“. Denkbare Standorte sind der Bereich Kirche/Pfarrgarten in Sasbach und die Dorfmitte in Obersasbach.

Lauf

Die Laufer Bürger müssen sich noch etwas gedulden. Derzeit gibt es für sie keine Möglichkeit, einen öffentlichen Internet-Anschluss zu nutzen. Nach Auskunft von Bürgermeister Oliver Rastetter sind ein Hotspot und eine Ladestation für Elektrofahrzeuge im Rahmen der Neugestaltung des „Rössel-Areals“ angedacht. Möglich sei auch ein weiterer Hotspot auf dem Rathausplatz. Die Laufer Flüchtlingsunterkünfte haben bereits WLAN, auf das man mit Zugangserkennungen zugreifen kann, die von den Flüchtlingen erworben werden müssen.

Sasbachwalden

Kein öffentliches WLAN gibt es bislang in Sasbachwalden – außer im Kurhaus. Dies sei insbesondere für Tagungsgäste notwendig, betonte der scheidende Bürgermeister Valentin Doll. Man habe bereits intern über die Einrichtung von Hotspots im öffentlichen Raum beraten, etwa im Freibad. Angesichts des bevorstehenden Wechsels im Rathaus habe man diese Gedanken jedoch nicht weiterverfolgt. Doll selbst sieht das Angebot von frei zugänglichem WLAN auch nach der neuen Rechtsprechung skeptisch. Im Missbrauchsfall kämen auf den Betreiber zeitintensive Nachforschungen zu. Doll hält es deshalb für sinnvoll, „abzuwarten, bis Erfahrungen vorliegen“.

Kappelrodeck

Seit dieser Saison verfügt das Kappelrodecker Freibad über einen kostenlosen Hotspot. Nutzer können sich über eine Startseite anmelden. Zu Stoßzeiten, wenn bis zu 1 000 Besucher ins Bad strömen, stößt aber auch die moderne Technik an ihre Grenzen: „Dann wird das Internet spürbar langsamer“, weiß der Kappelrodecker Bauamtsleiter Paul Huber. Bei geringerem Andrang und freier Sicht strahle der Hotspot allerdings auf einen Radius von bis zu 500 Metern aus, wodurch man durchaus auch auf dem Wohnmobilstellplatz einen kostenfreien Internet-Zugang habe. Ferner gibt es Überlegungen, einen Hotspot am Marktplatz einzurichten.

Ottenhöfen

Frei zugängliches WLAN gibt es im Mühlendorf bereits seit vergangenem Jahr. Das bisherige Angebot richte sich an Badebesucher, so Bürgermeister Hans-Jürgen Decker, und werde gut angenommen. Das Einloggen erfolgt wie in Kappelrodeck über eine Anmeldung auf der Gemeindeseite. Ein weiterer Hotspot soll im Kurgarten eingerichtet werden. „Als Treffpunkt für Jung und Alt ist dort der optimale Platz“, sagt Decker. Digitale Information und Kommunikation über ein freies WLAN gehörten immer mehr zum Standard einer heutigen Kommune, von dem Einheimische wie Urlauber gleichermaßen profitierten.

Seebach

Auch im Mummelseedorf tut sich etwas: Man wolle öffentliches WLAN „spätestens mit der FttB-Breitbandanbindung realisieren“, kündigt Reinhard Schmälzle an – möglicherweise auch schon eher. Vorstellbare Standorte seien das Rathaus, der Mummelsee, das Seibelseckle oder der Ruhestein. Auch die Bereiche Mummelseehalle und Kurpark spielten in den Überlegungen der Verwaltung eine Rolle. Zunächst wolle man die rechtliche Grundlage mit einem Versicherer abstimmen.