Zum neuen Mittelpunkt für Önsbach könnte das Dorfzentrum auf dem bisherigen Raiffeisen-Gelände werden. Auf dem bisher landwirtschaftlich genutzten Gelände links daneben haben drei Discounter Interesse für den Supermarkt angemeldet. | Foto: bfc

Neues Dorfzentrum geplant

„Quantensprung für Önsbach“

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Auf der Suche nach einem neuen Ortsmittelpunkt ist man in Önsbach in dieser Woche ein gutes Stück vorangekommen. Mit dem Notartermin für den Kauf der bisherigen Grundstücke der Raiffeisen-Warengenossenschaft Önsbach gingen am Donnerstag die Planungen für das Dorfzentrums in eine neue Phase. Werden die im größten Acherner Stadtteil seit sechs Jahren diskutierten Pläne nun tatsächlich Realität, wäre das, so Ortsvorsteherin Christine Rösch, „ein Quantensprung“.

Erklärtes Ziel ist für die Ortsvorsteherin der Erhalt eines lebendigen und liebenswerten Dorfs: „Unser Konzept für das Dorfzentrum ist einzigartig in der Region.“ Schätzungsweise rund fünf Millionen Euro wird das Projekt kosten, das dann nicht nur symbolisch eine neue Ortsmitte bringt. Hier könnte sich die Ortsverwaltung ansiedeln, außerdem entstehen Apartments für betreutes Wohnen und eine Seniorenpflegeeinrichtung. Komplettiert wird das Dorfzentrum durch Räumlichkeiten für die Poststelle und den Bank-Automat, ein Bistro und die Geschäftsstelle für die Önsbacher Vereine. Die Krönung ist ein ansprechend gestalteter Dorfplatz. Um die Verkehrserschließung zu verbessern, will man in der Nachbarschaft weitere Grundstücke erwerben.

Discounter melden Interesse an

Parallel dazu setzt man in Önsbach große Hoffnungen auf die Ansiedlung eines Verbrauchermarkts, der in direkter Nachbarschaft zum Dorfzentrum auf zwei bislang landwirtschaftlich genutzten Flächen entstehen und die Nahversorgung in dem rund 2.400 Einwohner zählenden Acherner Stadtteil sicherstellen soll. Mit Penny, Netto und Norma haben gleich drei Discounter Interesse angemeldet. Sollte auch noch das zweite dafür benötigte Grundstück von der Stadt erworben werden können, würde mit Hilfe eines Investors ein Markt mit rund 800 Quadratmetern Verkaufsfläche entstehen, der am nördlichen Ortsausgang direkten Zugang zur Bundesstraße 3 hat und der durchaus auch Kunden aus den benachbarten Orten Wagshurst und Mösbach anlocken wird.

Bürgerverein zählt mehr als 100 Mitglieder

Tatsächlich war im Zusammenhang mit der Schließung des örtlichen Obstsammelstelle der drohende Verlust der Nahversorgung der Auslöser für die Überlegungen zum Bau eines Dorfzentrums mit Verbrauchermarkt und altersgerechten Wohnungen. 2015 wurde ein Bürgerverein gegründet, der heute mehr als 100 Mitglieder zählt. Die Arbeit an dem Projekt war und ist nicht einfach, stellt die von engagierten Mitbürgern unterstützte Vereinsvorsitzende und Ortsvorsteherin fest: „Eine komplexe Aufgabe.“ Vieles sei Neuland gewesen. Um Haftungsrisiken auszuschließen, wurde eine Projektträgergesellschaft mit Andreas Braun als Geschäftsführer gegründet.

Ideen der Bürger gefragt

Auf die Mitarbeit der Bürger setzt Christine Rösch auch in der anstehenden Realisierungsphase: „Wir hoffen auf innovative Ideen.“ Bei einer Bürgerversammlung will sie mit den Önsbachern darüber sprechen, welche Einrichtungen vielleicht noch in dem „Dorfzentrum“ unterzubringen sind. Auch gestalterische Fragen sollen zu Thema werden: „Verbrauchermarkt und Dorfzentrum sollen architektonisch harmonieren und sich an die Umgebungsbebauung anpassen.“

Land fördert Dorfzentrums-Projekt

Ein großes Thema ist natürlich die Finanzierung. Einen Teil wird der Verkauf der altersgerechten Wohnungen abdecken. Froh ist man über das Preisgeld von 55.000 Euro aus dem Programm „Quartiersentwicklung 2020 Gemeinsam. Gestalten.“ des Ministeriums für Soziales und Integration Baden-Württemberg; auch das Bundessozialministerium beteiligt sich – wie der ABB berichtete – mit einem Zuschuss von 150.000 Euro und einem zinslosen Darlehen von 200.000 Euro.