Radweg
Radfahrer, die von Unzhurst entlang der Landesstraße 87a in Richtung Achern unterwegs sind, landen im Ortenaukreis urplötzlich im Nichts. | Foto: Joachim Eiermann

Lückenschluss in Sichtweite

Radweg von Unzhurst nach Achern soll bis zum Ortsrand Großweier weitergebaut werden

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Ein Rad- und Landwirtschaftsweg, der Achern und Unzhurst entlang der L87a durchgängig verbindet, wird noch lange Zukunftsmusik bleiben. Doch das wichtigste Teilstück in Richtung Großweier soll alsbald errichtet werden: Rund ein Kilometer lang, vom Fuß der Autobahnbrücke bis zur Einmündung der Straße Im Hesselbach beim Gartencenter Blumen Decker.

Von Joachim Eiermann

Bei einem Gesprächstermin mit Vertretern des Regierungspräsidiums Freiburg sei der Stadt Achern Anfang März signalisiert worden, dass „voraussichtlich im kommenden Jahr“ der Bau dieses Radwege-Abschnitts „vorgenommen oder zumindest begonnen werden“ soll, berichtet Oberbürgermeister Klaus Muttach auf Anfrage. Die augenblickliche Situation gilt als unbefriedigend und wurde auch schon mehrfach in Ratssitzungen der Gemeinde Ottersweier beklagt.

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Radweg endet hinter der Kreisgrenze im Nichts

Auf deren Gemarkung (Unzhurst ist Teilort) hatten das Land und der Landkreis Rastatt ihren Part bereits vor Jahren im Zuge des sechsspurigen Autobahnausbaus erfüllt. Die Überquerung der A5 ist auf südlicher Seite der L87a mit einem Radweg ausgestattet, der hinter der Grenztafel des Ortenaukreises urplötzlich im Nichts endet.

Radfahrer und Fußgänger sind gezwungen, auf die viel frequentierte Landesstraße auszuweichen. Eine gesonderte Geschwindigkeitsbegrenzung für den motorisierten Verkehr gibt es gleichwohl nicht. Erlaubt sind 100 Stundenkilometer.

Machbarkeitsstudie soll den Radwegebau vorantreiben

Um den Radwegebau voranzutreiben, hatte die Stadt Achern in Abstimmung mit dem Regierungspräsidium Freiburg bei einem hiesigen Ingenieurbüro eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Diese führte Muttach zufolge zu einem positiven Ergebnis: Der erste Teilabschnitt lasse sich auf einem landeseigenen Grundstück und Grundstücken der Stadt Achern herstellen.

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In diesem Zusammenhang soll auch eine Umgestaltung des Einmündungsbereichs in Höhe des Gartencenters erfolgen. „Das Plankonzept sieht darüber hinaus vor, im Bereich der Landesstraße 87a eine Linksabbiegespur in die Straße Im Hesselbach herzustellen“, so Muttach weiter.

Distanz birgt mehrere Schwierigkeiten

Die weitere Planung zur Fortführung des Radwegs entlang der L87a bis Achern gestaltet sich ungleich komplexer, erklärt Bürgermeister Dietmar Stiefel. Die mehr als drei Kilometer lange Distanz berge schwierige Grundstücksverhältnisse und bedinge eine Mitwirkung der Gemeinde Sasbach, da deren Gemarkung tangiert werde.

Die Radler alternativ durchs angrenzende Industriegebiet Heid zu leiten, sei angesichts des dortigen Schwerlastfahrverkehrs problematisch, sagt Stiefel.

Lückenschluss zeichnet sich für 2021 oder 2022 ab

Die prognostizierten Gesamtkosten für den ersten Radwege-Abschnitt zwischen der A5 und dem nördlichen Ortsrand von Großweier belaufen sich der Machbarkeitsstudie zufolge auf rund 600.000 Euro, inklusive Linksabbiegespur. Für den Straßenbau komme das Land auf. Die Kostenaufteilung zwischen Land und Stadt für den Radweg sei noch im Detail zu verhandeln, so der Bürgermeister.

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Der sich nun für 2021 bis 2022 abzeichnende Lückenschluss bringe den Radfahrern zwischen Unzhurst und Achern einen deutlichen Zugewinn an Verkehrssicherheit, denn die weitere Wegführung könne innerörtlich in Großweier erfolgen. Ab dem Ortsausgang im Oberfeld (Mühlbach) führt ein Radweg durch das Gewerbegebiet zum Bahnhof, beziehungsweise weiter nach Fautenbach und Önsbach.