Jugendgemeinderat Achern
Der Acherner Jugendgemeinderat - hier die Sprecher Moritz Löwe und Ines Nüssel mit Oberbürgermeister Klaus Muttach - hat sich unter anderem mit seiner Öffentlichkeitsarbeit befasst | Foto: Stefanie Prinz

Jugendgemeinderat Achern

Resolution für kulturelle Vielfalt bekommt eine Gegenstimme

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Der Acherner Jugendgemeinderat hat seine Resolution für kulturelle Vielfalt und gegen Fremdenhass erneut auf den Tisch gebracht – und sich mit großer Mehrheit, aber nicht einstimmig für diese Grundsatzaussagen ausgesprochen.

Zwölf der 14 anwesenden Räte stimmten der Resolution zu; Sprecher Moritz Löwe votierte dagegen, während Moritz Kist sich enthielt. Der vorherige Rat hatte das Papier im Februar 2018 verfasst, nun hätten auch die Nachfolger darüber beschließen sollen, so die stellvertretende Sprecherin Ines Nüssel  auf Anfrage dieser Zeitung. Unter der Oberfläche scheint es zu brodeln, denn unter dem Punkt „Wünsche und Anträge“ fragte Janik Lorenz nach der Möglichkeit, Räte mit besonderer Funktion, wie die der Sprecher, abzuwählen, was in der Satzung nicht festgehalten ist. Oberbürgermeister Klaus Muttach will das Thema rechtlich klären und in den Gemeinderat bringen.

Rat regt Arbeitsgruppe zu „Fridays for Future“ an

Im Nachgang zu den „Fridays for Future“-Demos regte Ratsmitglied Christopher Schemschur einen Arbeitskreis an, in dem überprüft werden könnte, wie die Klimaforderungen der Schüler in Achern umsetzbar sind; Janik Lorenz schlug gar vor, wie in Konstanz auch in Achern den Klimanotstand auszurufen. Klaus Muttach bekräftigte, dass sich auch der Gemeinderat für die Ansichten der Jugend bei dem Thema interessiere. Eine weitere Demonstration soll voraussichtlich Ende Mai stattfinden.

Jugendliche wünschen sich eine eigene App

Neben der ausführlich diskutierten Frage, ob alle Jugendgemeinderäte für den Einsatz beim Acherner Stadtfest T-Shirts bekommen sollen und in welcher Farbe, war das formale Hauptthema der Sitzung die Öffentlichkeitsarbeit des Gremiums. Dieses wünscht sich eine eigene Smartphone-App. Darin sollen die Mitglieder vorgestellt und Veranstaltungen für Jugendliche sowie Termine des Jugendgemeinderats aufgeführt werden, berichtete Ratsmitglied Janik Lorenz für die Arbeitsgruppe „Öffentlichkeitsarbeit“ – Letzteres auch, um mehr Zuschauer in die Sitzungen zu locken, denn die Besucherreihen sind meist leer.

Austausch mit Bühler Ratskollegen geplant

Raphael Heisch, Leiter der Fachgruppe Kommunale Soziale Arbeit, nannte allein für das Einrichten der App Kosten in einer Größenordnung von 10 000 bis 15 000 Euro. Erhältlich wäre die App frühestens Mitte 2020. Das Beispiel der neuen Bühler Jugend-App (der ABB berichtete) zeige den Aufwand – bevor entschieden wird, ob dieser zu groß ist, wollen die Jugendräte sich mit ihren Bühler Kollegen über deren Erfahrungen austauschen. Zudem will der Rat sein bisher eher verwaistes Profil auf der Plattform Instagram fortführen. Wie Janik Lorenz weiter berichtete, seien die Hauptnutzer zwischen zwölf und 32 Jahre alt: „Wir versprechen uns deshalb eine größere Reichweite bei unserer Zielgruppe“.

Gelände frühere Eishalle Achern für Basketballplatz
Den Bau des Basketballplatzes auf dem Gelände der früheren Eishalle will der Rat mit Bildern dokumentieren. | Foto: Roland Spether

Hier wolle man nicht nur informieren (und zum Beispiel den Bau des Basketballplatzes mit Bildern dokumentieren), sondern auch Anregungen von Jugendlichen einholen; das sei ebenfalls bei der Plattform Discord möglich, die Christopher Schemschur vorschlug. Auch „Schwarze Bretter“ in den Schulen seien denkbar, berichtete Moritz Löwe aus dem Arbeitskreis; in den Schulen sollen ebenso neue Plakate mit den Fotos aller Räte verteilt werden. Man habe tolle Möglichkeiten, Acherns Jugendliche zu informieren, fasste Muttach zusammen, sah bei der Frage, wer sich letztlich darum kümmert, aber in ratlose Gesichter. Dies sei, so Raphael Heisch, „aber das A und O, weil sich sonst jeder auf die anderen verlässt“.