Retter im Einsatz: Den Ernstfall probten DLRG und Feuerwehr auf dem zugefrorenen Achernsee. | Foto: Roland Spether

Übung am Achernsee

Rettung aus dem eiskalten Wasser

Von Roland Spether

Großes Aufgebot am zugefrorenen Achernsee in Achern: Hier probten Feuerwehr und Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) den Ernstfall einer Eisrettung. Denn dann kommt es auf jede Minute an.

Kommandant im Wasser

„Gerettet“ werden musste der Acherner Feuerwehrkommandant höchstpersönlich. Mit einem beherzten Satz hüpfte er in ein eigens vorbereitete Loch im zugefrorenen See, lag in einem knallroten Neoprenanzug auf dem Rücken und wartete auf seine Retter. Die ließen nicht lange auf sich warten, denn was  wie ein Badespaß im Winter aussah, war eine wichtige Übung der DLRG Achern in Kooperation mit den Blaulichtpartnern vom „Runden Tisch“. Wie der DLRG-Vorsitzende Michael Denu deutlich macht, sollten unter realistischen Bedingungen auf dem zugefrorenen See und im eiskalten Wasser unterschiedliche Modelle der Rettung ausprobiert werden, wie sie von der DLRG und der Feuerwehr jeweils mit ihren speziellen Hilfsmitteln und im Ernstfall in bewährter fachlicher Kooperation vorgenommen werden.

Können uns auf unsere Ausrüstung verlassen

„Ich will niemals in meinem Leben im Eis einbrechen“, meinte Michael Wegel, nachdem er mehrmals sicher an der Rettungsleine hing und von seinen Kameraden mit Leiter und Rettungsbrett aus dem Eisloch heraus ans sichere Ufer befördert wurde. „Für mich als Kommandant war das eine wichtige Erfahrung und der Beweis, dass wir uns auf unsere Ausrüstung verlassen können“, so Michael Wegel, der die Einsatzleitung der Feuerwehr seinem Stellvertreter Patrick Kopp überließ und einmal Erfahrungen als feuerwehrtechnischer „Dummy“ sammelte. „Mit diesen Anzügen schwimmt man wie ein Korken auf dem Wasser“.

Aus der „Eiswasser-Perspektive“

Dies unter realen Bedingungen zu testen, war der Feuerwehr und der DLRG sehr wichtig, auch dass die Retter als „Verunglückte“ die Erfahrung machen konnten, wie die Lage aus der „Eiswasser“-Perspektive ist und welche Handgriffe zur Rettung aus dem eisigen Nass erforderlich sind.

Hilfsorganisationen müssen vorbereitet sein

Zwar kommt es nicht jeden Winter vor, dass Bäche und Seen zufrieren. Wenn es wie in diesem Jahr aber geschieht, dann lauern auch Gefahren und deshalb müssen die Hilfsorganisationen den möglichen Ernstfall vorbereitet sein. Deshalb ergriffen DLRG und Feuerwehr die frostige Gelegenheit beim Schopf, um möglichst vielen ihrer Einsatzkräften die Handhabung der entsprechenden Rettungsbretter und Eisretter zu ermöglichen und auch Erfahrungen in einem echten Eisloch zu machen, so Martin Knapp, Einsatzleiter der DLRG Achern. Dieses hatte zu der Übung eingeladen und zwei Übungsszenarien in Form von „Einbruchstellen“ auf dem dick zugefrorenen See in unterschiedlicher Entfernung zum Ufer vorbereitet.

15 Zentimeter dickes Eis

Das letzte Mal fand eine solche Übung auf dem Achernsee 2012 statt, nun hielt „Väterchen Frost“ wieder seinen Einzug und bescherte in den Wochen eisige Temperaturen, die für eine Eisdecke von zirka 15 Zentimeter Stärke und eine gute Begehbarkeit des ausgesuchten Bereiches sorgten. Dennoch stand die Sicherheit an oberster Stelle und deshalb durften nur die jeweils übenden Einsatzkräfte von DLRG und Feuerwehr auf die Eisfläche, einzelne Ausnahmen wurden nur mit Rettungswesten gestattet. Vor Ort waren zahlreiche Einsatzkräfte der DLRG-Ortsvereine Achern, Friesenheim, Kehl und Ottenhöfen, ebenso von den Feuerwehren Achern, Önsbach und Renchen sowie vom THW Achern. Polizei, DRK und Rettungsdienst waren „theoretisch“ dabei.