Rhein Brücke
Ein echtes Bindeglied stellt die Rheinbrücke dar: Yann Rott von der Firma Niesky, Hubert Hoffmann, Daniel Guldenschuh-Apelt, Michael Welsche und Frederic Eisele, Oberbauleiter von Niesky, bei der Freigabe der Geh- und Radwegbrücke. | Foto: Karen Christeleit

Freigabe auf deutscher Seite

Rheinbrücke Gambsheim: Freie Fahrt für Radler und Fußgänger

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Eine Vision der beiden Bürgermeister Michael Welsche (Rheinau) und Hubert Hoffmann (Gambsheim) wird Wirklichkeit. Nachdem im Sommer auf französischer Seite in dreimonatiger Bauzeit die Schleusenbrücke des Rheinübergangs zwischen Rheinau und Gambsheim, die Passage 309, verbreitert und komplett neu aufgebaut wurde, konnte an diesem Dienstag die Geh- und Radwegbrücke im Bereich der Wehranlage auf deutscher Rheinseite mit einer symbolischen Fahrt mit dem Rad freigegeben werden.

„Der Bau der Geh- und Radwegbrücke ist ein hervorragendes Beispiel, wie mit Zielstrebigkeit, Mut und Durchhaltevermögen aus einer guten Idee Realität werden kann“, betonte Welsche: „Zehn Jahre haben wir gekämpft und gearbeitet.“ Während der knapp achtmonatigen Bauzeit der 144 Meter langen und 3,5 Meter breiten Brücke wurden insgesamt 315 Tonnen Stahl, 175 Kubikmeter Beton und 340 Meter Brückengeländer verbaut. Dabei besteht die Brücke aus 100 Einzelteilen, die in neun Nachtsperrungen eingebaut wurden.

Enormer Sicherheitsgewinn für künftige Nutzer

„14 Meter über dem Rhein gibt die eigenständige Brücke getrennt vom Verkehr auf der Landesstraße einen enormen Sicherheitsgewinn für die künftigen Nutzer“, erklärte Daniel Guldenschuh-Apelt, Leiter der Bauleitung Offenburg beim Regierungspräsidium Freiburg, Abteilung Straßenwesen und Verkehr. Denn beim Bau der Straßenbrücke Anfang der 1970er Jahre fand weder die touristische Erschließung des Rheinareals noch die sanfte Mobilität Berücksichtigung.

Mehr als 14 000 Fahrzeuge passieren die Brücke täglich

Bei immer weiter steigenden grenzüberschreitenden motorisiertem Verkehr – mehr als 14 000 Autos und Lastwagen passieren täglich die Brücke – mussten die Radfahrer bisher die Straße mit nutzen und die Fußgänger unmittelbar neben dem fließenden Verkehr auf einem etwa einem Meter breiten Notgehweg die Grenze überqueren. Darüber hinaus fördert das Projekt als echtes Bindeglied nach dem Motto „Brücken verbinden Menschen“ die Annäherung der Bürger links und rechts des Rheins und stärkt so das Zugehörigkeitsgefühl in dem grenzüberschreitenden Gebiet.

Gesamtkosten auf deutscher Seite bei 3,1 Millionen Euro

Die Gesamtkosten der Brücke belaufen sich auf 2,3 Millionen Euro, mit Zuwegungen und den dort erforderlichen Stützwänden sowie Ausstattung wie die LED-Beleuchtung im Handlauf betragen die Gesamtkosten auf deutscher Seite 3,1 Millionen Euro. Davon kommen 1,29 Millionen aus dem europäischen Interreg-5-Förderprogramm, 90 000 Euro schießt Rheinau zu, die restlichen 1,72 Millionen Euro verbleiben beim Land Baden-Württemberg.

Ganzes Projekt soll bis Mitte 2019 fertiggestellt sein

Das Gesamtprojekt „Gesicherter Radübergang“ geht indessen weiter: Denn noch fehlen auf französischer Seite die mittlere Brücke am Wasserkraftwerk und die verbindenden Wege im Bereich des Fischpasses. Das hierfür zuständige Departement Bas-Rhin, neben der Cerga und dem Verein Passage 309 ein weiterer Kostenträger des Gesamtprojekts, geht davon aus, dass das Projekt bis Mitte 2019 fertiggestellt werden kann. „Das wird dann als schöner Erfolg eines grenzüberschreitenden Projekts mit einem großen Fest mitten auf dem Rhein gefeiert“, versprach Hoffmann: „mit großen Überraschungen“.

Von Karen Christeleit