Partnerschaft erneuert: Bürgermeisterin Alessandra Locatelli und ihre Sasbacher Amtskollege Gregor Bühler | Foto: Roland Spether

Gemeindepartnerschaft

„Sasbach und Mapello ein beispielhaftes Modell für ein grenzenloses Europa“

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Es war die erste deutsch-italienische Gemeinde-Partnerschaft im Ortenaukreis: 1993 setzten die Vertreter der Gemeinden Mapello und Sasbach ihre Unterschriften unter den Vertrag, der ihre Freundschaft besiegelte. Nun wurde das 25-jährige Bestehen der „Gemellagio“ gefeiert.

Im Geist der Freundschaft

„Liebe Freunde aus Sasbach! Es lohnt sich an den Menschen zu glauben, das ist die Philosophie unseres Zusammenseins“. Es war ein sehr bewegender Moment, als Fabrizio Locatelli bei der Gala zum 25-jährigen Bestehen der Gemeindepartnerschaft  den ersten und allzu früh verstorbenen Vorsitzenden des Freundeskreises „Amici di Sasbach“, Angelo Brembilla, zitierte und damit genau den Geist der Freundschaft und der Herzlichkeit zwischen vielen Menschen in Sasbach und Mapello ausdrückte. Angelo Brembilla hatte vor 25 Jahren bei der Gründung der „Gemellaggio“ deutlich gemacht, dass „das Herz des Menschen stärker ist als die geografischen Teilungen, die Verschiedenheit der Sprache und sogar die Geschichte“. Dieser Wunsch wurde Wirklichkeit in dieser Partnerschaft, die nach Aussagen von Bürgermeisterin Alessandra Locatelli und Bürgermeister Gregor Bühler „ein beispielhaftes Modell für ein grenzenloses Europa“ ist.

Europa ist die Brücke zwischen den Menschen

„Europa brachte uns den Frieden, Europa ist die Brücke zwischen den Menschen.“ Wie Landtagsabgeordneter Willi Stächele und der Europa-Abgeordnete Andreas Schwab hielt auch Bürgermeister Gregor Bühler ein Plädoyer für Europa hielt. „Auf die derzeitigen Herausforderungen und Krisen in der Welt gibt es keine schnellen und keine einfachen Antworten, aber es gibt eine gemeinsame Lösung: Europa“. Dies bekräftigen die Bürgermeister und Gemeinde- und Ortschaftsräte symbolisch dadurch, dass sie ihre Unterschriften unter die Partnerschafts-Urkunde von 1993 setzten und die Ziele und Inhalte ganz im europäischen Geist erneuerten.

Wichtiger Meilenstein

Alessandra Locatelli und Gregor Bühler sowie Fabrizio Locatelli und Johannes Allgöwer als die Vorsitzenden der Freundeskreise betonten, dass die damals erste deutsch-italienische Partnerschaft im Ortenaukreis ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum neuen Europa war. Diese müsse heute weiter beschritten werden. Es sei geradezu als „eine Pflicht“, die Jugend mit ihren neuen Ideen in die Verantwortung zu nehmen und in die Partnerschaft einzubeziehen.

Geistiger Wegbegleiter

„Was uns verbindet, ist stärker als das, was uns trennt“, zitierte Fabrizio Locatelli Papst Johannes XXIII., der aus einem Nachbarort von Mapello stammt und so zu den geistlichen Wegbegleitern der Gemellaggio gehört.

„Liebe auf den ersten Blick

Alle Redner bezogen die Verstorbenen mit ein in ihr Gedenken – das galt besonders für den Bürgermeister und überzeugten Europäer Gian Maria Mazzola, der 1993 mit Ewald Panther die Urkunden unterzeichnete und die von den Vertretern beider Gemeinden als „Liebe auf den ersten Blick“ empfundene Partnerschaft mit Leben füllte.

Bürgermedaille verliehen

Auch Ewald Panther war in europäischer Visionär – und deshalb wurde die Partnerschaft ein Erfolgsmodell, an dem auch die Vorsitzenden Johannes Allgöwer und Romeo Sauer einen herausragenden Anteil haben. Dies würdigte Gregor Bühler mit der Verleihung der Bürgermedaille an die drei begeisterten „Amici“, auch Frauen und Männer der ersten Stunde wie Ursula Amati, Annemarie Baumann, Silvano Ravasio, Tarcisio Locatelli, Claudio Sangalli und Roland Spether vom Internationalen Jugendprojekt „Eine Welt von Freunden“ wurden gewürdigt. Dieses Projekt wurde in Sasbach für die Partnerschaft entwickelt, es fand hier 1995 erstmals statt und heute nehmen zehn Gemeinden aus acht Ländern teil, 2019 ist es in Marmoutier.

Mit der Bürgermedaille ehrte Bürgermeister Gregor Bühler, Johannes Allgöwer, Romeo Sauer und Ewald Panther (von links). | Foto: Roland Spether

Faszinierendes Europa-Projekt

„Fahren wir einfach mal hin und schauen uns Mapello an“, meinte Ewald Panther damals, als es nach einer Konzertreise des Chores „Amici della Lirica“ 1990 ins Sasbachtal sehr schnell ging und daraus ein faszinierendes Europa-Projekt mit vielen persönlichen Freundschaften wurde. Dies alles wurde mit einer glänzenden Gala gefeiert, die ein Horn-Quartett der Musikschule, die Chorgemeinschaft, der Gesangverein Frohsinn und die Bigband der Heimschule Lender mit herrlichen Klangfarben der Freundschaft garnierten.

Roland Spether