Freibad Achern
Beschränkter Zugang: Entsprechend der Größe der Wasserfläche und der Liegewiese dürfen insgesamt 500 Personen gleichzeitig ins Bad, davon 38 ins Schwimmerbecken. | Foto: Stefanie Prinz

Freibad wieder geöffnet

Schwimmen mit Corona-Regeln: Zu Besuch bei den Frühschwimmern in Achern

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Bei den sommerlichen Temperaturen einfach ins kühle Wasser springen? Ob das in diesem Jahr überhaupt möglich würde, war nicht immer klar. Inzwischen ist das Freibad in Achern wieder geöffnet – natürlich unter Corona-bedingt besonderen Bedingungen.

„Einen Moment, ich muss erst einmal sehen, was hier alles steht“, meint die junge Frau zu ihren Freundinnen, bevor sie am Eingang zum Acherner Freibad ihren Kinderwagen durchs Tor schiebt: Auf Abstand und Vorsicht weisen hier und an mehreren Stellen im Bad Schilder mit bunten Bildchen hin.

An diesem Vormittag ist es ruhig, Frühschwimmer sind im Wasser, und ein paar Mütter mit kleinen Kindern haben es sich unter den Bäumen im Schatten bequem gemacht. Die maximale Obergrenze von 500 Personen, die sich gleichzeitig im Freibad aufhalten dürfen, werde mitunter aber erreicht, teilt Stadt Achern auf Anfrage mit.

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Am Dienstag waren es insgesamt sogar 567 Besucher, denn: Wer das Bad verlässt, gibt sein Ticket wieder frei. So hat auch manch einer spontan Glück, der sich kurzerhand noch per Smartphone eine Karte kauft.

Freibad Achern
Auf Abstand im Becken: die Frühschwimmerinnen Elfriede Kern, Inge Stieber und Brigitte Hodapp | Foto: Stefanie Prinz

„Wir sind froh, dass wir endlich wieder herkommen können“, sagen die drei Frühschwimmerinnen Inge Stieber, Elfriede Kern und Brigitte Hodapp, die sich seit Jahren morgens hier im Becken treffen. Dass auf den Abstand geachtet wird, die Umkleiden und Sanitäranlagen nur eingeschränkt nutzbar sind und im Eingangsbereich eine Maske Pflicht ist: „Das akzeptieren wir alles. Überall steht ja auch beschrieben, wie’s geht“.

Darüber, dass sie den ganzen Tag bleiben kann, und nicht nur für eine „Schicht“, wie teilweise in anderen Bädern, freut sich Dauerbesucherin Gerlinde aus Achern. Auch die überschaubaren Besucherzahlen im Vergleich zu dem Ansturm in den heißen Sommern vergangener Jahre findet sie angenehm. „Unter all diesen Gegebenheiten ist die Situation hier in Ordnung“, sagt sie. „Nur, dass es diesmal keine Jahreskarten gibt, muss man leider hinnehmen“.

Freibad Achern
Geordnete Verhältnisse am Eingangsbereich – unter anderem hier gilt die Maskenpflicht. | Foto: Stefanie Prinz

Dazu und zum neuen tageweisen Ticketverkauf über das Internet gibt es auch verärgerte Stimmen von Besuchern – die Badegäste an diesem Morgen gehören allerdings nicht zu den Kritikern. „Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen“, teilt die Stadtverwaltung dazu weiter mit.

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Das Online-Ticket-System sei insbesondere eingeführt worden, um Ansammlungen vor dem Freibad zu vermeiden, um die Anzahl der Menschen, die sich gleichzeitig im Bad aufhalten, zu begrenzen, und um Corona-bedingt die Personendaten der Badegäste zu erfassen. Wer sein Ticket nicht online kaufen will, kann auf die Tourist-Information im Rathaus Am Markt ausweichen.

Freibad Achern
Auf das Abstandsgebot weisen Hinweisschilder an mehreren Stellen im Freibad hin. | Foto: Stefanie Prinz

Das macht auch die 73-jährige Heide Wienold, die sich dort dann gleich mit Karten für die ganze Woche eindeckt – bisher besaß sie seit zehn Jahren immer eine Jahreskarte. „Es ist umständlicher, aber es geht schon, auch wenn der Eintritt so ein bisschen teurer wird.“ Sie komme jeden Morgen, um im Springerbecken ihre Bahnen zu ziehen, bevor der Turm für die Jugend freigegeben wird. „Die Zeit, als das Bad zu war, war richtig schlimm für mich. Jetzt bin ich selig, dass es wieder auf ist.“

Erleichtert sind auch Marie-Claude und ihr Mann, die das Freibad an diesem Tag zum ersten Mal wieder besuchen – es werde nicht das letzte Mal sein: „Das hat uns richtig gefehlt“, geben die Stammgäste zu, die aus Straßburg nach Achern kommen. „An die neuen Regeln muss man sich jetzt eben halten, das ist schon normal.“

Stadt: Badegäste zeigen Selbstdisziplin

Insgesamt laufe der Badebetrieb samt neuem Hygienekonzept reibungslos, so die Stadt: Die Badegäste zeigten Selbstdisziplin und Verständnis für die Einschränkungen. Das unterstreicht auch Schwimmmeister Markus Steidel, der unter dem großen Sonnenschirm den Überblick behält. „Man sieht ja auch, was für ein Aufwand das ist, überall Absperrungen und Hinweisschilder.“ Nichtsdestotrotz seien alle froh, dass der Betrieb überhaupt wieder losging.