Mit Yoga will Bürgermeister Oliver Rastetter sich und seine Mitarbeiter gesund halten. Business-Yoga-Lehrerin Ursula Wallmann leitet den wöchentlichen Kurs. | Foto: Lara Teschers

Yoga im Laufer Rathaus

Schwitzen in der Arbeitszeit

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Vierzehn Leute stehen im Bürgersaal auf ihren Matten, winkeln ein Bein an und strecken die Arme in die Luft. Diese Haltung heißt „Baum“. Es ist Montagnachmittag. Die Mitarbeiter des Laufer Rathauses, vom Hausmeister bis zum Bürgermeister, besuchen ihren wöchentlichen Yoga-Unterricht. Seit vier Monaten kommt die zertifizierte Yoga- und Business-Yoga-Lehrerin Ursula Wallmann für 90 Minuten ins Rathaus, um die Mitarbeiter fit zu halten – körperlich wie geistig.

Mitarbeiter sollen gesund bleiben

Der Yoga-Kurs gehört zum Gesundheitsmanagement des Rathauses. Darin enthalten sind auch kostenlose Getränke wie Tee und Wasser, ebenso höhenverstellbare Schreibtische. „Es ist einfach so, dass die Belegschaft älter wird und die Belastung gleichzeitig höher. Da muss man schauen, dass man bei den Themen Gesundheit und Arbeitsfähigkeit was macht, damit die Mitarbeiter auch weiterhin belastbar und gesund bleiben“, findet Bürgermeister Oliver Rastetter. Denn davon profitiere auch der Arbeitgeber. Als Anreiz findet der Kurs nicht etwa in der Mittagspause, sondern während der Arbeitszeit, außerhalb der Öffnungszeiten, statt. Wer kein Interesse daran habe, müsse in der Zeit eben arbeiten, erklärt Rastetter.

Vorbeugung gegen Rückenprobleme

Nach dem Gesundheitsreport 2018 der Krankenkasse DAK ist jeder fünfte Arbeitsunfähigkeitstag durch Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems bedingt. Darunter fallen auch Rückenprobleme. Psychische Erkrankungen und das Atmungssystem verursachen ebenfalls verhältnismäßig viele Fehltage.
Die Übungen, die Wallmann mit ihren Teilnehmern im Bürgersaal praktiziert, helfen ihrer Aussage nach gegen Rückenprobleme, sind auch gut für Schultern und Hüften. „Es ist kein Standard-Yogakurs“, erklärt sie. Denn die Übungen passt sie an die Bedürfnisse der Mitarbeiter an: „Wir machen immer Schulter-, Nacken- und Hüftübungen. Das ist dem geschuldet, dass viele Teilnehmer sitzende Tätigkeiten haben.“ Auch Atemübungen, die auf das Energiesystem wirken, stünden auf dem Programm. „Das hilft einem, ruhiger zu werden oder Energie zu kriegen, wenn man durchhängt“, so die Yoga-Lehrerin.

Auch gut für den Geist

Die Rückmeldungen auf den Kurs sind positiv: Den Mitarbeitern mache es Spaß und „bei denen, die mitmachen, gibt es weniger Krankheitsfälle“, stellt Rastetter fest. „Man merkt auch, dass sie zum Teil wieder aufrechter gehen.“ Neben den körperlichen Effekten bringe Yoga aber auch dem Geist etwas. „Es kommt wirklich auch der mentalen Arbeit zugute. Sie können sich mehr fokussieren“, meint er.

Der Bürgermeister macht selbst mit

Die Trainingseinheit beginnt mit dem Om. Auf eine Anfangsentspannung folgen leichte Dehn- und Atemübungen. Dann wird der Körper aufgewärmt: Die Mitarbeiter strecken ihre Arme in die Luft, beugen sich nach vorne. Sie legen sich mit dem Bauch auf die Matte, stützen sich mit den Armen ab und richten sich schließlich wieder auf. „Sonnengruß“ heißt diese dynamische Abfolge von zwölf Haltungen.
Und nun sind Asanas, das heißt Körperhaltungen, dran, zu denen auch der „Baum“ gehört. Bürgermeister Rastetter mischt sich in seinem blauen Trainingsanzug unter die Teilnehmer. Für ihn ist es selbstverständlich, dass er mitmacht: „Ich bin jedes Mal dabei, weil ich finde, als Arbeitgeber muss man da mit bestem Beispiel vorangehen. Und es tut natürlich auch dem ganzen Team gut, es macht ja Spaß, gemeinsam Yoga zu machen.“

Entspannung am Ende

Mit einer Tiefenentspannung endet die Yoga-Stunde. Die Teilnehmer legen sich auf ihre Matten. Ursula Wallman leitet an. In ein Körperteil nach dem anderen sollen Entspannungsimpulse geschickt werden. Eine andere Technik ist Yoga Nidra. „Die sind ganz wild darauf“, sagt Rastetter über seine Kollegen. „Das ist eine Übung, die in einen so tiefen Entspannungszustand führt wie kurz vor dem Einschlafen. Man ist total locker, schläft aber noch nicht“, erklärt Wallmann. Es sei auch schon mal vorgekommen, dass jemand eingeschlafen sei, „aber das ist nicht schlimm“. Aufgetankt mit neuer Energie können sich die Teilnehmer danach wieder an die Arbeit machen.