Seibelseckle
Der Lift läuft: Am Seibelseckle ist die Piste seit Dienstagvormittag offen. | Foto: Dominic Körner

Betrieb ohne Naturschnee

Am Seibelseckle läuft der Lift

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Ein wenig sonderbar mutet es schon an: Strahlender Sonnenschein, sattes Grün und ein paar Grad über null lassen eher an ein zartes Frühlingserwachen denn an Wintersport denken. Und dennoch zog eine gute Handvoll Skifahrer bereits am Dienstagvormittag ihre Schwünge über den Hang am Seibelseckle. „Frau Holle“ hatte ihre Finger dabei nicht im Spiel; die 30 Zentimeter Schnee unter ihren Brettern, ein Novum an dieser Stelle, wurden zu 100 Prozent maschinell hergestellt.

Novum am Seibelseckle

„Das hatten wir noch nie“, bestätigt Markus Huber von der Waldgenossenschaft Seebach, die seit Jahren für den Liftbetrieb verantwortlich zeichnet. Für Wintersportler, ist Huber überzeugt, kein Nachteil: „Der Maschinenschnee ist kompakter und widerstandsfähiger“. Das heißt auch – er schmilzt langsamer. „Wenn das Wetter so bleibt wie jetzt, hält er ewig“, sagt er.

Beschneiung nicht möglich

So wie jetzt, das heißt Inversionslage mit geringer Luftfeuchtigkeit (40 bis 60 Prozent). Die Schneekanonen aber stehen bei Plusgraden seit Sonntagmorgen still – auch nachts. Nur bei konstanten Temperaturen unter minus drei Grad ist eine Beschneiung möglich.

Keine Lust auf „Grüne Weihnachten“

Weil es in der kommenden Woche wieder kälter werden soll, hofft Huber darauf, dass er und seine Kollegen die Maschinen bald wieder anwerfen können. Grüne Weihnachten, wie sie die Liftbetreiber im vergangenen Jahr hart trafen, will man an der Schwarzwaldhochstraße unbedingt vermeiden.

Seibelseckle
Die Kanonen stehen still: Für eine künstliche Beschneiung ist es mittlerweile zu mild. | Foto: Dominic Körner

Eine leere Piste rund um die Festtage würde der Waldgenossenschaft die Saison verhageln: „In dem Zeitraum erzielen wir rund 40 Prozent unseres Umsatzes“, sagt Huber.

Früher Saisonstart

Bislang läuft der Winter gut an. Bereits beim ersten (natürlichen) Schnee Mitte November kamen sonntags rund 400 Wintersportler ans Seibelseckle. Am Dienstagvormittag dagegen blieb es ruhig. „Wir haben sehr kurzfristig geöffnet“, erklärt sich Huber die zunächst verhaltene Resonanz, „vielleicht liegt es auch an der wenig winterlichen Umgebung.“

Weiße Piste, grüne Umgebung

Der Laune derer, die am Dienstag bei „Kaiserwetter“ Skier und Snowboard anschnallten, trübten die Grasflächen und sattgrünen Nadelbäume ohne Wintermäntelchen rund um das Weiß am Berg nicht. Auch wenn Thorsten Scheck einräumte, dass es „schon ein wenig komisch“ war, vor dieser Kulisse auf die Piste zu gehen. Der Bühler verbrachte einen Teil seines freien Tages auf zwei Brettern in der Höhensonne, ehe er gegen Mittag wieder ins Tal fuhr. Sein Fazit: „Der Schnee ist ein wenig hart, ansonsten ist es super.“ Allerdings habe er damit gerechnet, dass „mehr los“ sei.

Einzigartig im Land

Zu den wenigen Wintersportlern, denen Scheck am Hang begegnete, zählte Dieter Pohl. Er war aus Karlsruhe gekommen, um die „frische Luft und das herrliche Wetter“ zu genießen. Auch ihm war aufgefallen, dass der Schnee „ein wenig härter“ war als gewohnt, dafür hatte er die Piste zur Mittagszeit fast für sich. Und das obwohl das Seibelseckle – Stand Dienstag – laut Markus Huber der einzige Skihang in Baden-Württemberg war, an dem der Lift lief. Aus diesem Grund hat sich für heute das SWR-Fernsehen angekündigt, dessen Meteorologe vom Seibelseckle aus auf Sendung gehen will.

Der Skilift Seibelseckle ist von 9 bis 22 Uhr in Betrieb.