Stadthalle
Die ehemalige Heckelfabrik ist als Standort für eine privat finanzierte Stadthalle im Gespräch. | Foto: ug

Stadthalle in Achern

Streit um möglichen Standort auf dem Glashütten-Areal

 

In der Frage des möglichen Neubaus einer Stadthalle in Achern ist eine wichtige Vorentscheidung gefallen: Der Bau- und Umweltausschuss hat in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen, dem Gemeinderat den Verzicht auf einen möglichen Standort auf dem Gelände der ehemaligen Glashütte zu empfehlen. Folgt der Gemeinderat dieser Empfehlung am 23. Juli in seiner nächsten Sitzung, würden als mögliche Alternativen der Umbau des ehemaligen Kirchenraums der Illenau und ein privat finanziertes Projekt verbleiben.

Stadthalle in der Heckelfabrik?

Dieses könnte, wie jetzt bekannt wurde, im Bereich der ehemaligen Heckelfabrik offenbar unter Einbeziehung der historischen Bausubstanz verwirklicht und anschließend für den Zeitraum von 30 Jahren von der Stadt angemietet werden. Einzelheiten zu den möglichen Alternativen für eine Stadthalle will die Stadtverwaltung am kommenden Freitag der Öffentlichkeit vorstellen.

Kohler spricht von „befremdlichem Vorgang“

Die Diskussion im Bau- und Umweltausschuss war durchaus kontrovers. Als Vorsitzender der Fraktion der Freien Wähler sparte Thomas Kohler am Tag nach der Sitzung nicht mit Kritik: Die Stadt Achern verpasse mit dem Verzicht auf den möglichen „Standort Glashütte“ eine „große Chance“, sagte er dem ABB. Mit Blick auf die von den Vertretern von CDU, ABL und SPD im Verein mit Oberbürgermeister Klaus Muttach gegen die Stimmen der Freien Wähler getroffene Vorentscheidung sprach Kohler von einem „befremdlichen Vorgang“. Die Freien Wähler, so Kohler, stehen hingegen „für eine ergebnisoffene Debatte“.

„Viele Fragen offen“

Weil derzeit noch zu viele Fragen offen sind, sollte sich die Stadt Achern nach Ansicht der Freien Wähler das für eine Stadthalle benötigte Areal auf dem ehemaligen Glashüttengelände jetzt sichern, obwohl für den Kauf des Grundstücks rund 1,8 Millionen Euro investiert werden müssten. Sollte man am Ende zu dem Schluss kommen, hier doch keine Stadthalle bauen zu wollen, könnte die Stadt das Grundstück problemlos wieder veräußern.

Karl-Gruppe braucht Planungssicherheit

Oberbürgermeister Klaus Muttach verwies unterdessen auf das Interesse der Karl-Gruppe als Eigentümerin des Glashütten-Areals an einer ungehinderten Fortschreibung des Bebauungsplanverfahrens „Neues Wohnen an der Acher“. Bekanntlich sollen hier rund 400 Wohnungen entstehen.

Kindergarten statt Stadthalle?

Ferner geht nach den Worten des Oberbürgermeisters um das Interesse der Stadt an einem Standort für den Bau eines Kindergartens. Dieser müsste an einer laut Muttach ungünstigen Stelle eingeplant werden, sollte auf dem Glashüttengelände ein „Platzhalter“ für eine Stadthalle reserviert werden.

Verwaltung will Klarheit schaffen

Die von Kohler angesprochen Fragen sollen nach Auskunft Muttachs noch in dieser Woche beantwortet werden und damit auch dem Gemeinderat bei seiner Sitzung am 23. Juli vorliegen. Unter anderem geht es dabei um die Kostenberechnungen.

Millionenprojekt

Während der Neubau einer Stadthalle auf dem Glashüttengelände für rund elf Millionen Euro zu haben wäre, liegen die Kosten für eine Versammlungsstätte im ehemaligen Kirchenraum mit bis zu zehn Millionen Euro zwar in ähnlicher Höhe – allerdings könnte die Stadt in diesem Fall mit Zuschüssen rechnen. Wie berichtet, hatte eine Initiative um den CDU-Fraktionsvorsitzenden Karl Früh kürzlich Pläne vorgelegt, die eine Nutzung des ehemaligen Kirchenraums im Zentralgebäude der Illenau mit einer Kapazität von knapp 500 Sitzplätzen zum Inhalt haben.