EINE NEUE ANLAGE und eine Fischtreppe soll das Acher-Wehr in Oberachern ersetzen. Doch die bereits genehmigten Pläne sind umstritten. | Foto: Michaela Gabriel/Archiv

„Da tickt eine Bombe“

Streit um Fischpass an der Acher flammt wieder auf

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Eigentlich hat der Acherner Gemeinderat keine Wahl: Die Stadt ist zur Herstellung einer Fischtreppe am Acher-Wehr in Oberachern nach der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie gesetzlich verpflichtet. Außerdem ist die Anlage baufällig – und obendrein locken Zuschüsse und Ökopunkte, so dass es die neue Anlage sozusagen zum Nulltarif gibt. Und doch wurde der Ansatz aus dem Haushalt gestrichen.

„Überdimensioniert“

Der Fischpass, so war sich die überwiegende Mehrheit im Rat einig, ist „überdimensioniert“ und überdies ausgerichtet auf eine Fischart, die dort in der Acher seit Jahrzehnten nicht mehr gesichtet worden sei.

Ansatz aus dem Etat gestrichen

Der für 2021 geplante Haushaltsansatz von 1,35 Millionen Euro wurde aus dem Etat gestrichen. Damit entfallen allerdings auch Beihilfemittel von 1,2 Millionen. Immerhin wurde die Stadtverwaltung beauftragt, nach Alternativlösungen für die bisherige und bereits genehmige Planung zu suchen, die – wie ausführlich berichtet – ein mehr als 50 Meter langes Bauwerk vorsieht und deshalb selbst bei Naturschützern auf Widerstand stößt.

Marode Bausubstanz und gravierende Sicherheitsmängel

Bei anstehenden Erneuerung der Anlage geht es freilich keineswegs nur um den Fischpass, wie Georg Straub als Leiter des Fachgebiets Tiefbau den Gemeinderäten mit drastischen Worten vor Augen führte. „Da tickt eine Bombe“, warnte er und verwies auf den schlechten Zustand des aus den 1950er Jahren stammenden Bauwerks, das an dieser Stelle den Mühlbach von der Acher trennt. „Es ist, so Straub, „fraglich, wie viel Hochwasser die Anlage überlebt.“ Außerdem gebe es gravierende Sicherheitsmängel bei der Steuerung: „Da darf eigentlich niemand mehr hinauf“.

„Uns steht das Wasser bis zum Hals“

Mit ähnlich eindringlichen Worten warb auch der Großweierer Ortsvorsteher Helmut Huber für die Freigabe der Haushaltsmittel. Erst beim Hochwasser im Mai vergangenen Jahres habe sich gezeigt, was ein möglicher Ausfall der Regulierung am Acher-Wehr in Oberachern für die Anlieger am Mühlbachwehr bedeuten könnte: „Uns in Großweier ist das Wasser bis zum Hals gestanden.“