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Das Acherner Trinkwasser wird regelmäßig Proben unterzogen. | Foto: Jörg Seiler

Keine Geeundheitsgefahr

Stiftung Warentest: Chrom im Acherner Trinkwasser liegt über dem Leitwert

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Krebserregendes Chrom im Acherner Trinkwasser? Eine solche Meldung lässt bei Menschen die Alarmglocken schrillen – sie hat aber einen weit weniger dramatischen Hintergrund, als es zunächst klingt. Doch von vorne: Die Stiftung Warentest hat für ihre aktuelle Ausgabe das Trinkwasser in 20 Orten bundesweit geprüft, Achern war darunter aufgrund der Landwirtschaft, die in der Region betrieben wird und die das Wasser beeinträchtigen kann.

Die gute Nachricht vorneweg: Nirgendwo wurde das Wasser als gesundheitlich bedenklich eingestuft, auch wenn überall „Spuren unerwünschter Stoffe“ gefunden wurden, wie es in dem Bericht heißt. In 18 der 20 getesteten Wässern fand man bei der Untersuchung das wasserlösliche sogenannte Chrom (VI), das krebserregend sein kann.

Für diesen Stoff nennt die Trinkwasserverordnung keinen Grenzwert, sondern für alle verschiedenen Chrom-Verbindungen: Dieser liegt bei 50 Mikrogramm pro Liter. Der vom Bundesumweltamt empfohlene Leitwert für den Anteil von Chrom (VI) beträgt 0,3 Mikrogramm pro Liter – mit 0,49 Mikrogramm lagen die Stadtwerke Achern im Test leicht darüber, ebenso zwei weitere Städte in Deutschland.

 

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Ergebnis birgt „sehr geringes Risiko“

„Das daraus resultierende Risiko gilt als sehr gering“, schreibt die Stiftung im Testbericht weiter. „Zurzeit wird die EU-Trinkwasserrichtlinie auch mit Blick auf Chrom überarbeitet.“ Chrom kommt wie Uran und Arsen natürlicherweise in Gesteinen vor und kann so ins Wasser gelangen. Beim Uran-Gehalt liegt das Acherner Wasser mit 1,4 Mikrogramm pro Liter jedoch deutlich unter dem Leitwert von 10 Mikrogramm.

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Der Anteil an Chrom im Acherner Trinkwasser sei zwar höher als bei anderen Wasserversorgern, aber keine Gefahr für die Gesundheit, betont die Stadtverwaltung. | Foto: Oliver Berg

Dass das Acherner Trinkwasser Chrom enthält, ist für die Stadtverwaltung, der dieser Testbericht am Freitag noch nicht vorlag, nichts Neues: „Der Gehalt ist seit Jahren relativ konstant und stellt keine gesundheitliche Gefahr dar“, sagte Oberbürgermeister Klaus Muttach auf Anfrage.

Klar sei, dass der Wert im Vergleich zu anderen Wasserversorgern überdurchschnittlich sei, aber doch deutlich unter dem Grenzwert liege und zudem ständig beprobt werde. Seit 2013 werde das Thema in der Europäischen Union diskutiert, ungefähr zu dieser Zeit habe man in Achern eine wissenschaftliche Untersuchung im Zusammenhang mit einem Förderprojekt der Badenova gestartet.

Chromgehalt in der Region grundsätzlich hoch

Der Anteil von Chrom (VI) im Wasser sei geogenen Ursprungs, teilt Ralf Volz mit, Fachbereichsleiter Technische Betriebe. Damit meint man Stoffe, die im Boden, der Luft oder im Wasser vorkommen. Die im Einzugsgebiet des Acherner Wasserwerks liegenden sogenannten tertiären Gesteine des Schwarzwalds – also solche, die aus dem Erdzeitalter des Tertiär stammen – und die Lössböden, die sich darüber befinden, weisen am Rand zum Oberrheingraben grundsätzlich einen hohen Chromgehalt auf, so Volz.

Weitere Funde alle unter den Grenzwerten

Weitere Funde im Acherner Trinkwasser liegen allesamt unter den jeweiligen Grenzwerten: Dies sind 31,5 Milligramm Nitrat pro Liter (Grenzwert bei 50 Milligramm) und 0,57 Mikrogramm Triflouressigsäure pro Liter (Grenzwert bei 10 Mikrogramm). Der Mineralstoffgehalt von 531 Milligramm pro Liter liege im mittleren Bereich, heißt es weiter. Getestet wurde das Wasser, indem man Proben anonym aus öffentlich zugänglichen Wasserhähnen entnahm, die Wasserversorger waren zuvor informiert worden.