Tram Kehl
Die Tram kommt: Kehl und Straßburg bereiten für Ende April ein großes Fest vor, das die Vielfalt auf beiden Rheinseiten dokumentieren soll. | Foto: Foto: Stadt Kehl

Betrieb beginnt am 2. Mai

Tram zwischen Kehl und Straßburg wird mit Fest begrüßt

Von Christine Storck
Am 29. April ist es soweit: Dann fährt die erste Tram zwischen Kehl und Straßburg über den Rhein. „Es ist toll, ich bin aufgeregt wie ein kleines Kind vor Weihnachten“, sagte Kehls Oberbürgermeister Toni Vetrano bei der Vorstellung des Programms für das Festwochenende. Das Projekt, an dem seit 1999 mit den Straßburger Partnern gearbeitet würde, sei jedoch mehr als ein Symbol für das weitere Zusammenwachsen beider Städte und Länder. „Die Tram ist eine Notwendigkeit und wird Kehl verändern“, sagte er.

Tram soll Europabrücke entlasten

Entlastung erhofft sich Kehls OB vor allem für die Europabrücke. Denn dort queren allein an Werktagen rund 36 000 Fahrzeuge, an Samstagen sind es sogar bis zu 42 000. Mit der verlängerten Tramlinie D, die Ende 2018 bis zum Kehler Rathaus reichen soll, sollte es künftig zu weniger Staus auf der B 28 kommen, was wiederum die Luftverschmutzung reduziere und den grenzüberschreitenden Pendlerverkehr verbessere, meinte Vetrano.

Tram Kehl
Tramfest geplant: Alain Fontanel, Präsident der Straßburger Verkehrsbetriebe CTS, Straßburgs ob Roland Ries, Kehls OB Toni Vetrano und Robert Herrmann, Präsident der Eurométropole. | Foto: Christine Storck

Aber das sei nur ein Aspekt: Die Tram ist hier wie wie dort auch ein Motor der Stadtentwicklung und zum Beispiel Rückgrat des Projektes „Deux Rives“, das die Konversion von Hafenbrachen beinhaltet und Grünflächen aufwertet, die in das Städtebauprojekt eingegliedert werden, hieß es. Gleichzeitig belebe sie neu entstehende Bereiche und beende die Insellage des Straßburger Viertels „Port du Rhin“, das nun Anbindung an das Stadtzentrum hat.

Es sei bemerkenswert, dass nach 2004 nun bereits die zweite Brücke zwischen Straßburg und Kehl fertig werde. „Das ist nicht selbstverständlich“, so Vetrano. Vor 13 Jahren, am 23. April 2004 wurde die Fußgängerbrücke „Passerelle des deux Rives“ als Herzstück der grenzüberschreitenden Landesgartenschau eröffnet. Zum Tram-Start am 29. April haben die Eurométropole und die Städte Straßburg und Kehl ein Festwochenende für die ganze Familie organisiert.

Viel los auf beiden Seiten des Rheins

Musik, Straßenkunst, Workshops, Spielaktionen für Kinder, dazu zahlreiche kulinarische Genüsse – auf beiden Seiten des Rheins gibt es viel zu erleben. Die bewusste Mischung der Angebote stehe für das Zusammenwachsen über die Grenze hinweg. Ein Highlight des Programms sei eine Dampflokomotive mit Waggon, die bereits 1898 die Rheinbrücke überquert hat. Für Samstagabend ist ein großes Feuerwerk mit Licht und Wassershow auf der neuen Trambrücke geplant.

Viel los auf beiden Seiten des Rheins

Gleichzeitig haben am Festwochenende alle Bürger die Möglichkeit, die Tramstrecke entlang der vier neuen Haltestellen kostenlos die ganze Nacht im Viertel-Stunden-Takt zu entdecken. Ab dem 2. Mai gelte dann der reguläre Fahrplan. Die Haltepunkte Citadelle und Starcoop, die erst im Zuge der städtebaulichen Entwicklung des Gebiets „Deux Rives“ nach und nach bedient werden, seien ausnahmsweise zugänglich. Die Buslinie Nummer 21 zwischen Straßburg und Kehl werde mit dem Start der Tram eingestellt. Das detaillierte Programm zum Festwochenende wird rechtzeitig unter www.kehl.de veröffentlicht.