Ulm "Unser Dorf hat Zukunft"
Das buddhistische Zentrum war beim Besuch der Wertungskommission am Mittwoch ebenso ein Ziel wie unter anderem auch das Pfarrmättle, der Waldspielplatz und die Familienbrauerei. | Foto: Peter Meier

Bundesfinale

„Unser Dorf hat Zunkunft“: Renchen-Ulm stellt sich der Jury vor

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Bei herrlichem Sommerwetter hatte das Bier- und Weindorf am Mittwoch optimale Voraussetzungen, um sich der 14-köpfigen Bewertungskommission im Bundesentscheid des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ positiv zu präsentieren. Als einziger Ort aus Baden-Württemberg hatte es Ulm in die Entscheidung der besten 30 auf Bundesebene geschafft. Die Präsentation war überzeugend, die Fahrt durch den Ort hielt für die Mitglieder der Kommission manche Überraschung bereit, und der Zeitplan konnte gut eingehalten werden.

Von Peter Meier

Die Seniorenband des Musikvereins spielte die „Schwarzwaldmarie“, als die Mitglieder der Kommission unter dem Beifall der vielen Besucher in die Ullenburghalle einzogen. Bürgermeister Bernd Siefermann hieß sie mit ihren Vorsitzenden Reinhard Kubat und Elmar Henke an der Spitze willkommen und erinnerte daran, dass hier im „Ulmer Wohnzimmer“ mit einem beispielhaften ehrenamtlichen Engagement die Grundlagen für die Teilnahme am Wettbewerb geschaffen worden seien. Zentrale Handlungsmaxime der Ulmer sei es geblieben, in gutem Miteinander gemeinsam aktiv zu sein und das Lebensumfeld lebenswert zu gestalten. „Zusammengehörigkeitsgefühl, Identifikation und die Bereitschaft zum ehrenamtlichen Einsatz seien zentrale Elemente dieser Einstellung“, so Siefermann.

Sie wohnen in einem Herrgottswinkel

In seinem Grußwort verwies Regierungsvizepräsident Klemens Ficht auf die Erfolge der Ulmer auf Bezirks- und Landesebene und freute sich, dass Südbaden und insbesondere die Ortenau immer wieder stark im Wettbewerb vertreten sind. „Sie wohnen in einem Herrgottswinkel“, schwärmte Vorsitzender Kubat, Landrat von Waldeck-Frankenberg, bei der Vorstellung der Mitglieder der Kommission; schon bei der Herfahrt habe ihn die Einbettung der Region in die Landschaft sehr beeindruckt.

Premiere für den „Ulmer Song“

Sandra (Stettner) und Klemens (Kammerer) trugen erstmals den „Ulmer Song“ vor, der Schönheit und Vorzüge dieses hochmotivierten Dorfs auch musikalisch zur Geltung bringt. Es folgte eine Präsentation des Ortes durch Ortsvorsteher Roland Boldt, anschließend bekamen die Mitglieder Kommission an Info-Ständen zusätzliche Einblicke. Besonders eindrucksvoll war danach die Fahrt durch den Ort. Bei einem der Busse standen Themen wie Grüngestaltung, Umwelt und Biotope im Vordergrund, zudem soziale und kulturelle Aktivitäten. Viel Interesse fanden Einblicke in den „Garten des Monats“ und das Biotopvernetzungskonzept.

Zwei Busse zu Stationen im Ort

Unter Leitung von Roland Boldt hatte der andere Bus zunächst den Bereich zwischen Rathaus und Kirche zum Ziel, dann vom Feuerwehrhaus über das altersgerechte Wohnen bis zur gläsernen Produktion in der Nudelmanufaktur Fischinger. Großen Eindruck machte das buddhistische Zentrum mit dem sogenannten Stupa, wobei Sabine Teuber das harmonische Miteinander mit der Dorfbevölkerung besonders lobte. Der Waldspielplatz Kaier und die Aussicht von der Kusseich hinterließen ebenso Eindruck wie das Pfarrmättle, wo Maria Vogt und Otto Maier die Vielfalt von 130 Kräutern, die Nachhaltigkeit des Projekts und das ehrenamtliche Engagement hervorhoben. Im Sudhaus stellte Geschäftsführer Siegbert Meier die Familienbrauerei und ihre Verwurzelung mit Dorf und Vereinsleben heraus.

Gelungener Gleichklang

In seinem Schlusswort sprach Kommissionsvorsitzender Reinhard Kubat von einem gelungenen Gleichklang aus Ökonomie, Ökologie und sozialer Wohlfühlatmosphäre: Die „Ulmer können stolz sein auf ihren Ort“. Das Ergebnis soll bereits am 11. Juli bekanntgegeben werden.